13 verletzte Spieler

Der 1. FC Köln reist mit letztem Aufgebot nach Belgrad

Harte Zweikämpfe gab es beim FC im Training, wie hier zwischen Birk Risa (links) und Anas Ouahim.

Harte Zweikämpfe gab es beim FC im Training, wie hier zwischen Birk Risa (links) und Anas Ouahim.

KÖLN. Elf einsatzfähige und 13 verletzte Spieler: Die Probleme des Bundesligaschlusslichts werden vor dem Gruppenfinale in der Europa League nicht kleiner. Debüt für Stefan Ruthenbeck.

Die Baustellen und Problembereiche beim 1. FC Köln werden nicht weniger – im Gegenteil. Das Personalproblem hat sich unter dem neuen Trainer Stefan Ruthenbeck am Dienstag weiter verschärft, die Trainerfrage für die Zeit nach der Hinrunde ist ebenso ungeklärt wie die Besetzung der Sportchef-Position. Vor allem seit der Entlassung von Peter Stöger sind viele Fans aufgebracht. Manche fordern eine außerordentliche Mitgliederversammlung.

11 gesunde Profis: Nicht zu beneiden ist Stefan Ruthenbeck. Mit nur noch elf Feldspielern aus dem Profibereich fliegt er an diesem Mittwoch zum Gruppen-Finale der Europa League nach Belgrad. Demgegenüber stehen 13 nicht einsetzbare Spieler. Neben den im Europacup nicht spielberechtigten Claudio Pizarro und Tim Handwerker sind das elf Verletzte. Deren Liste verlängerte sich am Dienstag im Vormittagstraining – die Nachmittagseinheit wurde zum Schutz vor Überanstrengung gestrichen – um Nikolas Nartey. Der 17-jährige Mittelfeldspieler bekam bei einem Zweikampf einen Schlag auf das linke Knie. „Es schwoll an, weshalb er abbrechen musste. Wir werden auch nichts riskieren und müssen ihn wahrscheinlich zu Hause lassen“, sagte Stefan Ruthenbeck. Der Trainer wird fünf Nachwuchsspieler mitnehmen müssen, die laut Uefa-Richtlinien nachnominiert werden dürfen. Dazu gehören die Abwehrspieler Birk Risa (19) und Calvin Brakelmann (18) sowie die Mittelfeldspieler Chris Führich (19) und Anas Ouahim (20).

Live bei Sport1: Zu sehen ist das Spiel der Kölner am Donnerstag ab 21.05 Uhr bei Sport1. Vorbild für den FC kann dann der FC Augsburg sein. Vor zwei Jahren zog der Club durch ein 3:1 bei Partizan Belgrad, dem Stadtrivalen von Roter Stern, in die K.o.-Runde ein. Augsburgs Trainer war Markus Weinzierl, der jetzt als Experte im Studio ist.

Lange Trainerliste: Das kann der 42-Jährige, weil er seit seiner Entlassung vor einem halben Jahr bei Schalke 04 ohne Trainerjob ist. Wie neun deutsche Kollegen, die zuletzt in der Bundesliga tätig waren. Das sind in alphabetischer Reihenfolge: Michael Frontzeck (53 Jahre, arbeitslos seit 21.12.15, zuvor tätig bei Hannover 96), Markus Kauczinski (47, 6.11.16, FC Ingolstadt), Bruno Labbadia (51, 25.9.16. Hamburger SV), Alexander Nouri (38, 30.10.17, Werder Bremen), André Schubert (46, 21.12.16, Borussia Mönchengladbach), Dirk Schuster (49, 14.12.16, FC Augsburg), Viktor Skripnik (48, 18.9.16, Werder Bremen), Thomas Tuchel (44, 30.5.17, Borussia Dortmund) und Armin Veh (56, 6.3.16, Eintracht Frankfurt). Potenzielle Kandidaten – ob die FC-Verantwortlichen mit einem oder mehreren von ihnen Kontakt aufgenommen haben, sickerten bislang nicht durch.

Keller wäre ein Kandidat: Als geeignet für den 1. FC Köln sieht der frühere Manager der Kölner Haie und von Werder Bremen, Thomas Eichin, den bei Union Berlin überraschend entlassenen Jens Keller. Eichin ist seit vier Monaten Geschäftsführer der Beraterfirma SAM Sports, die Kellers Interessen vertritt. Er könne sich vorstellen, dass darüber gesprochen werde, weil nicht viele geeignete Trainer auf dem Markt seien. Jens Keller habe jüngst Anfragen aus der Bundesliga abgelehnt, weil er bei Union Berlin bleiben wollte und verlängern sollte.

Fan-Proteste: Mit Vereinsaustritten und der Forderung nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung machen sich nach der Entlassung von Peter Stöger enttäuschte FC-Fans Luft. In der Vereinssatzung heißt es, dass eine außerordentliche Versammlung einberufen werden muss, wenn fünf Prozent der Mitglieder, wobei 1000 Unterschriften bereits ausreichen, dies schriftlich beantragen. Ein solcher Vorgang würde den Verein allerdings vor eine Zerreißprobe stellen.