1. FC Köln

Armin Veh lässt keine Kritik am System zu

KÖLN. Die Enttäuschung beim 1. FC Köln nach dem verpasstem Sieg im ersten Heimspiel der Saison gegen Union Berlin hält an. Lob gab es für den quirligen Louis Schaub.

Auch am Tag nach dem verpassten Erfolg gegen Union Berlin drückte der heimische Fehlstart noch auf die Stimmung von Markus Anfang. „Es ist etwas enttäuschend, dass wir nicht gewonnen haben. Es zeigt aber auch, wie eng die Liga ist, und dass es kein Selbstläufer für uns wird“, stellte der Trainer des 1. FC Köln angesichts der verspielten Führung und des 1:1 gegen Union Berlin fest.

Für Sportchef Armin Veh war dieses Gefühl nicht neu. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es zäh ist, um den Aufstieg zu spielen. Wir haben uns in Frankfurt damals auch damit schwer getan“, erinnerte er daran, dass die Eintracht zu Beginn ihrer letzten Zweitligasaison mit ihm als Trainer ebenso startete wie der FC jetzt: Erst ein Sieg auswärts in Fürth, dann ein 1:1 daheim gegen St. Pauli.

Immerhin wissen er und sein Trainer, woran das Offensivspiel der Kölner noch krankt. Man sei im letzten Angriffsdrittel nicht zwingend genug gewesen, habe zu sehr in die Breite statt in die Tiefe gespielt. So erhielten Mittelstürmer Jhon Cordoba und der für ihn eingewechselte Simon Terodde kaum Zuspiele.

Als in diesem Zusammenhang die Frage an ihn gerichtet wurde, ob man deshalb mit zwei statt einem Strafraumstürmer angreifen sollte, reagierte Armin Veh verständlicherweise unwirsch: „Wir üben doch nicht wochenlang das 4-1-4-1-System, um dann mit zwei Stürmern zu spielen, weil wir gegen Union 1:1 gespielt haben.“

Wie es richtig geht, zeigte vor allem Louis Schaub. Er zog immer wieder vom rechten Flügel ins Angriffszentrum, um dort einen Weg für sich oder ein erfolgversprechendes Zuspiel zu einem Kollegen zu finden. Die Ansätze waren durchweg gut, allein die Vollendung fehlte. Vom Sportchef erhielt der Österreicher, der mit einem erstaunlichen Kopfball knapp das Tor verfehlte, höchstes Lob: „Louis ist ein erstklassiger Spieler. Das wäre er auch in der Bundesliga. Ich bin mir sicher, dass er noch entscheidende Tore machen wird. Er ist eine Bereicherung für uns.“

Ähnlich wie er zeigte auch Christian Clemens, zweifacher Torvorbereiter beim 2:0-Auftaktsieg in Bochum, wieder seine Torgefahr. Diesmal traf er auch selbst. Dabei gingen seinem Führungstreffer (42.) ein reaktionsschneller Ballgewinn, ein schöner Sololauf sowie ein perfekter Schuss ins kurze Eck neben den rechten Pfosten voraus. Andererseits taten sich am oftmals verwaisten linken Flügel wiederholt Lücken auf, die allerdings nicht konsequent und zielstrebig genutzt wurden, was den Trainer ärgerte: „Das hätten wir wesentlich besser ausnutzen können.“ Dennoch baten er und auch Armin Veh um Geduld. Zum einen werde sich die Mannschaft weiterentwickeln und besser mit tief stehenden und nur auf Konter lauernden Gegnern zurechtkommen. Zum anderen habe man bereits das Spiel kontrolliert und ansatzweise gezeigt, wie man offensiv erfolgreich sein könne. Es sei ein schwieriger Prozess, der einfach noch etwas Zeit benötige.