Im Jahr 1984

Als der FC zum "1. FC Phantasialand Köln" werden sollte

Köln. Vor 35 Jahren hätte es eine bedeutende Umbenennung des 1. FC Köln geben sollen - so zumindest der Plan des Phantasialands. Der Freizeitpark wollte nämlich groß beim FC einsteigen - und dafür auch im Vereinsnamen vorkommen.

Eigentlich war im Jahr 1984 die Welt des 1. FC Köln vollkommen in Ordnung - jedenfalls verglichen mit dem Februar 2019, den der Geißbock-Club vorübergehend in der Zweiten Bundesliga verbringen muss. Und doch brachte der Februar 1984 die FC-Welt kurz ins Wanken. In der Bundesliga hatte man gerade das Spiel gegen die abstiegsgefährdeten Kickers aus Offenbach unter anderem durch ein Tor von Uwe Bein mit 0:2 verloren und rutschte in der Tabelle auf den neunten Rang ab. Als amtierender Pokalsieger und Vorjahres-Fünfter blieb man also hinter den Erwartungen zurück.

In dieser Tristesse kam das Angebot des Phantasialands gerade recht. Die Betreiber des Brühler Freizeitparks wollten nämlich groß einsteigen beim FC. Mehrere Millionen sollten beim Bundesligisten in neue Spieler fließen, das Phantasialand wollte dabei helfen. Unter anderem träumte man in Köln von einer Rückholaktion des ehemaligen FC-Spielers Bernd Schuster, der mittlerweile beim FC Barcelona in Spanien spielte. Ein verlockendes Angebot, sollte man auf den ersten Blick meinen. Doch die Offerte des Phantasialands hatte einen Haken: Der Verein sollte sich im Gegenzug in "1. FC Phantasialand Köln" umbenennen.

Michael Meier war zu dieser Zeit geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim FC. Von der Namensänderung war er damals nicht begeistert: "Ich kann es mir bei aller Phantasie nicht vorstellen, dass wir demnächst als 1. FC Phantasialand auftreten", wird er in einer Chronik des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zitiert. Doch weitere Gedanken zu diesem Angebot musste er sich dann auch nicht machen. Der DFB schaltete sich schnell ein und untersagte eine Namensänderung. Dies widerspreche den Statuten.

"Von den damals Beteiligten ist heute niemand mehr im Phantasialand tätig, schließlich wurden diese Pläne vor 35 Jahren geschmiedet. In welcher Konstellation das Was und Wie der möglichen Umbenennung diskutiert wurde - und wie ernst das Ganze war -, darüber können wir nur spekulieren", erklärte Pressesprecherin Birgit Reckersdrees, während der FC bislang nicht auf eine GA-Anfrage reagierte. Seit jeher verbinde das Phantasialand und den 1. FC Köln aber eine große Sympathie. Und wahrscheinlich sei es den Beteiligten nur darum gegangen, zusammenzuführen, was in der rheinischen Seele zusammengehört: der 1. FC Köln und der Brühler Freizeitpark, so Reckersdrees weiter. "Schließlich ist das Phantasialand fest verankert als eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland, noch vor dem Kölner Dom."

Am Ende der Saison 1983/84 jedenfalls landete der 1.FC Köln mit altem Namen auf Rang sechs, den Kickers aus Offenbach brachte der Sieg von Anfang Februar nicht wirklich etwas. Sie stiegen am Ende der Saison in die zweite Liga ab. Bernd Schuster kam 1984 auch nicht wieder zurück in die Domstadt, sondern blieb noch vier weitere Jahre in Barcelona. Und die weiteren Transferbemühungen des FC? Die konnten sich trotzdem sehen lassen. Von den Reinickendorfer Füchsen kam beispielsweise ein gewisser Thomas "Icke" Häßler, vom Hamburger SV wechselte Nationalspieler Jimmy Hartwig an den Rhein. Und auch von den Kickers Offenbach kam ein Mittelfeldspieler. Ein gewisser Uwe Bein, der Torschütze von Anfang Februar.