Feier vor dem Stadion

50.000 Fans feiern die Saisoneröffnung des 1. FC Köln

KÖLN. Es scheint, als sei der sofortige Wiederaufstieg des 1. FC Köln in die Fußball-Bundesliga schon beschlossene Sache. Jedenfalls feierten schätzungsweise 50.000 Fans ausgelassen auf der Wiese vor dem Stadion in Müngersdorf.

Die Ansage an die rund 50.000 FC-Enthusiasten – so viele waren nach Club-Angaben im Verlauf der fünfstündigen Saisoneröffnung auf die Stadionwiesen geströmt – war unmissverständlich: „Wir gehen davon aus, dass wir aufsteigen“, so Vereinspräsident Werner Spinner. Und sein Vize Toni Schumacher, der von der Fan-Masse mit „Toni“-Rufen gefeiert wurde, setzte noch eins drauf: „Mit den Verantwortlichen vom HSV habe ich besprochen, dass wir uns gegenseitig alle anderen vom Hals halten.“

Was von den FC-Anhängern bejubelt wurde, kommentierte Timo Horn schmunzelnd so: „Da hat der Vorstand einen rausgehauen! Da haben sie direkt mal Druck aufgebaut! Aber natürlich wollen wir dem gerecht werden.“ Auch für die Spieler gebe es keine andere Option als den direkten Wiederaufstieg.

Von dem zeigte sich Sportchef Armin Veh ebenso wie die breite Masse überzeugt. Zuvor hatte er noch einmal zurückgeblickt und sich bei den Fans dafür bedankt, „dass ihr uns mit Würde habt absteigen lassen“. Ein Vorgang, der alles andere als selbstverständlich sei. Beim Blick in Richtung der bevorstehenden Saison sprach er die Hoffnung aus, dass die Mannschaft unter ihrem neuen Trainer nicht nur gewinnen, sondern zusätzlich auf schöne Art und Weise gewinnen wolle.

Auftaktspiel in Bochum

Für die Umsetzung dieses Wunsches steht Markus Anfang als Trainer mit seinen Spielern in der Pflicht. Was die Bundesligarückkehr als Saisonziel anbelangt, so habe er kein Problem damit, wenn der Vorstand dies erwarte. „Warum soll man nicht sagen, wohin man will. Man muss sich nur bewusst machen, dass es nicht von jetzt auf gleich passiert, dass es ein schwerer und harter Weg ist“, meinte der 44-Jährige.

Damit versuchte er vorschnellen Erwartungen an einen Siegeszug seiner Kölner Truppe vorzubeugen. Denn wohin man auch hörte an diesem Sonntag, war bei den Fans eine klare Favoritenstellung der eigenen Mannschaft selbstverständlich.

Ein echter Prüfstein hinsichtlich des Leistungsvermögens dürfte das Auftaktspiel am Samstagmittag in Bochum sein. „Da wird man sehen, ob wir sofort in der Zweiten Liga angekommen sind“, meinte auch Timo Horn. Der fühlt sich durch die Aussage von VfL-Trainer Robin Dutt – „unsere Spieler wissen, was wir erwarten; vor allem einen Sieg gegen Köln“ – zusätzlich „extrem motiviert“. Aus der Sicht von Markus Anfang ist die Ankündigung seines Kollegen ein Zeichen von viel Selbstvertrauen und dem Anspruch, siegreich sein zu wollen. „Das ist legitim.“

Die Höhner singen kölsche Lieder

Zwischen der Mannschaftspräsentation auf der Bühne und dem mehrstündigen Schreiben von Autogrammen und Posieren für Fotos mit den Fans kündigte Timo Horn an, dass die Zuschauer vom FC einen anderen Fußball zu sehen bekommen würden, als sie es in den Vorjahren gewohnt gewesen seien.

„Für unsere Fans wird es in manchen Situationen eine Umstellung sein, unser Fußballspiel zu sehen. Da wird es bestimmt das eine oder andere Raunen im Stadion geben, denn unsere Offensivaktionen sind mit mehr Risiko verbunden.“

Während der Torhüter so die Vorfreude bei den Fans zu wecken versuchte, hatten die bei Louis Schaub die Vorfreude auf das erste Heimspiel in zwei Wochen gegen Union Berlin erhöht. Auch bei seinem bisherigen Arbeitgeber, dem Wiener Traditionsverein Rapid, habe es Saisoneröffnungen vor guter Kulisse gegeben, aber eben nicht vor solch einer Zuschauermasse.

Zudem begeisterten ihn die kölschen Lieder, die die Höhner zum Besten gaben, allen voran natürlich die Vereinshymne. „Und die habe ich erstmals mitsingen können. Nachdem ich dazu beim Fan-Abend in Kitzbühel nicht in der Lage war, habe ich probiert, sie für heute zu lernen. Das hat schon ganz gut geklappt“, schmunzelte der österreichische Nationalspieler.