Europa-League

1. FC Köln verabschiedet sich aus Europa

Belgrad. Mit einem resoluten, jedoch erfolglosen Auftritt hat sich der 1. FC Köln aus der Europa League verabschiedet. Zum Abschluss der Gruppenphase verlor man – wie schon im Hinspiel – mit 0:1 bei Roter Stern Belgrad.

Die Kölner hätte bei ihrem ersten Auftritt unter dem Übergangstrainer Stefan Ruthenbeck ihrerseits einen Sieg benötigt, um die Gruppenphase zu überstehen. Wie schon unter seinem entlassenen Vorgänger Peter Stöger war die Mannschaft zu harmlos und zu wenig durchschlagskräftig im Angriff. Kämpferisch war die Leistung ordentlich, im gegnerischen Strafraum aber strahlte man zu wenig Torgefahr aus.

Auf die bei einem neuen Trainer üblichen personellen Änderungen verzichtete Stefan Ruthenbeck. Da ihm nur noch elf einsatzfähige Profis als Feldspieler zur Verfügung standen, nominierte er zehn von ihnen für die Startelf. Lediglich Lukas Klünter saß neben den Nachwuchsspielern Birk Risa, Anas Ouahim und Ismail Jakobs auf der Bank. Das Kontingent von 16 Feldspielern konnte nicht ausgeschöpft werden. Denn weitere sinnvoll einzusetzenden Nachwuchskräfte, die dem Uefa-Reglement für eine Nachmeldung entsprochen hätten, standen nicht mehr zur Verfügung. Es war also nicht nur sprichwörtlich das letzte Aufgebot, was Stefan Ruthenbeck zur Verfügung stand.

Vom Anpfiff weg hatten sie zunächst einige Mühe gegen die machtvoll anrennenden Hausherren. Nach etwa zehn Minuten bekamen die Kölner das Geschehen jedoch langsam in die Hand. Nach einem Eckball stieg Frederik Sörensen hoch, köpfte aber genau in die Arme des Torhüters.

Dort landete der Ball auch, nachdem Milos Jojic, von Yuya Osako freigespielt, aus 16 Metern abzog. Da wäre mehr möglich gewesen für den früheren Spieler vom Lokalrivalen Partizan. Ein über die linke Seite schnell vorgetragener Angriff von Roter Stern brachte dann die Führung (22.). Milan Rodic, der Pawel Olkowski enteilt war, flankte vors FC-Tor, wo Slavoljub Srnic keine Mühe hatte, aus kurzer Distanz trocken einzuschießen.

Mit hängenden Köpfen trotteten die Gästespieler zum Anstoß. Doch schnell fanden sie zurück in ihr Spiel. Nach einer weiteren Ecke (26.) von Milos Jojic flog der Ball parallel zum Tor durch den Strafraum, doch kein Kölner kam heran.

Auch die nächsten Möglichkeiten boten sich wieder dem Serben. Erst scheiterte er mit einem Schuss (34.) am rechten Außennetz, dann rettete Innenverteidiger Vujadin Savic (37.) bei seinem Volleyschuss. Da er keinen Weg für den Ball ins Tor von Roter Stern fand, ging der FC mit dem Rückstand in die Pause. Die übrigen Offensivkräfte vermochten sich noch weniger als er durchzusetzen.

Mit Schwung kamen die Gäste aus der Halbzeitpause zurück, während sich ein Teil ihrer Anhänger erneut daneben benahm. Auf neuerliche Böllerwürfe vor die Füße von Polizisten, Leuchtraketenabschüsse und gezündete Bengalos antwortete die große Mehrheit der anständigen FC-Fans mit „Scheiß-Wilde-Horde“-Rufen gegen die Utra-Gruppierung.

Trotz aller Bemühungen brachten die Kölner auch im zweiten Spielabschnitt nichts Zählbares zustande. Die noch besten Möglichkeiten ließen Yuya Osako (54., vorbei), Sehrou Guirassy (63., zu wenig Druck) und Jannes Horn (76., linkes Außennetz) liegen.

Belgrad: Borjan; Stojkovic, Le Tallec, Savic, Rodic; Jovicic (64. Pesic), Donald; Srnic (81. Gobeljic), Kanga (89. Racic), Krsticic; Boakye. – Köln: T.Horn; Olkowski, Sörensen, J.Horn, Rausch; Jojic, Lehmann, Özcan; Clemens (70. Ouahim), Osako, Guirassy. – SR: Madden (Schottland). – Tore: 1:0 Srnic (22.). – Zuschauer: 55.000 (ausverkauft). – Gelbe Karten: Jojic, Lehmann.