Europa-League-Duell

1. FC Köln und Arsenal schließen Anti-Spionage-Pakt

Am Einsatz mangelt es Jonas Hector (rechts) und seinen Kollegen vom 1. FC Köln nicht. FOTO: DPA

Am Einsatz mangelt es Jonas Hector (rechts) und seinen Kollegen vom 1. FC Köln nicht. FOTO: DPA

Köln. Es ist eine durchaus ungewöhnliche Zusammenarbeit vor dem Duell in London: Die beiden Vereine tauschen Videomaterial aus.

Was die Vorbereitung auf das deutsch-englische Europapokalduell des 1. FC Köln am Donnerstagabend (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) beim FC Arsenal anbelangt, so sind die beiden Clubs einen neuen Weg gegangen. Statt gegenseitig heimlicher Beobachtung wurde so etwas wie ein Anti-Spionage-Pakt geschlossen. Dabei arbeitete man nicht gegen-, sondern miteinander.

„Heutzutage ist doch alles gläsern. Die Spiele des Gegners kann man auf verschiedene Weise auf Videomaterial bekommen. Das kann zuweilen natürlich mühsam sein. Deshalb haben wir uns in Absprache mit Arsenal dazu entschlossen, die Videoaufnahmen auszutauschen“, erklärte Peter Stöger das ungewöhnliche und seitens des FC erstmalige Vorgehen.

Denn in der Bundesliga hat es so etwas noch nicht gegeben. Wobei der FC-Trainer darauf hinweist, dass man dort natürlich mühelos an die gewünschten Videoaufnahmen kommt. Vereinbart wurde der Datenaustausch bei einem Treffen von Co-Trainer Manfred Schmid und Videoanalyst Hannes Dold mit Vertretern des FC Arsenal am Rande von dessen Meisterschaftsspiel in Liverpool. Das ging bei der Mannschaft von Jürgen Klopp mit 0:4 für die Londoner verloren, die zu keinem einzigen Torschuss kamen. Da gab es natürlich genug Bildmaterial, das für die Kölner von Interesse war.

Zusammengestellt wird das in kompakter Form von Hannes Dold. „So muss ich mir nichts Unnötiges anschauen, muss mich nicht mit Leerlauf im Spiel beschäftigen“, begründete Peter Stöger den Zusammenschnitt, während Manfred Schmid noch einmal die problemlose Zusammenarbeit mit den Londonern betonte: „Das waren gute Gespräche und ein interessanter Gedankenaustausch. Es hat die Spielvorbereitung für beide Seiten vereinfacht.“

Mit welchem Personal Arsenal-Trainer Arsène Wenger gegen den FC antritt, das lässt sich aus den Spielen der Vergangenheit freilich nicht ableiten. „Ich denke, dass er gegenüber der Formation vom 3:0-Sieg am Wochenende gegen Bournemouth einzelne Spieler austauschen wird. Die Formation aber wird ähnlich sein, keine 1b-Elf. Und egal wie. Es wird ein schöner Brocken.“ Nun sind die Vorbedingungen angesichts der drei Kölner Niederlagen ernüchternd. „Trotzdem freuen wir uns auf die Europa League“, sagte Jonas Hector im Interview mit Sport1. Die erstmalige Teilnahme des Clubs nach 25-jähriger Europapokalabstinenz sei ein Abenteuer.

Wobei man gleich mit dem vermeintlichen sportlichen Höhepunkt startet. Denn Arsenal ist „ein großer Name und eine sehr gute Mannschaft“, so der deutsche Nationalspieler, der auf zwei Kollegen und einen ehemaligen Länderspiel-Veteran trifft. Mit Mesut Özil und Shkodran Mustafi kommt er regelmäßig im Kader von Joachim Löw zusammen, mit Per Mertesacker als drittem Weltmeister spielte er nicht mehr weil der Ex-Bremer zurücktrat, bevor Jonas Hector erstmals in den deutschen Kader berufen wurde.

Neben diesen Dreien besitzen die „Gunners“ natürlich weitere Weltklassespieler. Vor „Arsenals klangvollen Namen zu erstarren müssen wir vermeiden“, forderte Jonas Hector. „Sonst gibt es nicht so viel zu holen.“