Spiel gegen Mainz

1. FC Köln trainiert vor Kellerduell hinter Sichtschutz

Will wieder für den FC jubeln wie beim 2:1-Sieg Ende Februar in Leipzig: Simon Terodde.

Will wieder für den FC jubeln wie beim 2:1-Sieg Ende Februar in Leipzig: Simon Terodde.

KÖLN. Geheimtraining im Franz-Kremer-Stadion: Die Kölner wollen sich vor dem Kellerduell mit Mainz nicht in die Karten schauen lassen. Simon Terodde kehrt wieder in die Mannschaft zurück.

Es gab keine Strafvideos vom 0:6-Debakel für die Spieler, keine persönlichen Schuldzuweisungen durch den Trainer oder den Sportchef, und es gab keine Mannschaftsbesprechung, in der eine Fehleranalyse hätte vorgenommen werden können. Stefan Ruthenbeck und Armin Veh verzichteten auf die landläufigen Strafmaßnahmen. Nur eine Änderung im Vorbereitungsprogramm gab es am Dienstag: Man trainierte hinter Sichtschutz und geschlossenen Toren.

Solche sogenannten „geheimen Trainingseinheiten“ werden beim FC wie bei den meisten anderen Bundesligisten in der Regel erst an den letzten beiden Tagen vor einem Spiel abgehalten. Die Trainer nutzen sie, um Spielsysteme, Standards sowie Spielzüge einzustudieren.

Wenn dies unter Ausschluss des Publikums im sichtversperrten Franz-Kremer-Stadion stattfindet, herrscht für die Spieler mehr Ruhe. Es erleichtert die Konzentration. Vor allem aber besitzen Kiebitze des Gegners keine Möglichkeit, aus dem Gesehenen Rückschlüsse auf das bevorstehende Spiel zu ziehen. Schon lange ist es üblich, dass solche Beobachter unterwegs sind.

Sollte sich am Dienstagnachmittag ein Spion der Mainzer durch den dichten Verkehr auf den Weg ans Geißbockheim gemacht und unter die Spaziergänger gemischt haben, so war dies eine vergebliche Mühe. Was er nicht zu sehen bekam, dürften Übungen im Abwehrverhalten und Umschaltspiel gewesen sein.

So stabil und meist engmaschig sich die Kölner Defensive zuvor gegen Leverkusen präsentiert hatte, so unorganisiert und löchrig lud sie die Hoffenheimer bei deren Sturmlauf zum Toreschießen ein. Will man gegen Mainz eine Chance auf den überlebenswichtigen Gewinn von drei Punkten haben, muss die FC-Abwehr ihre Tore wieder schließen.

Die Frage stellt sich, ob das mit dem in den letzten beiden Spielen zurückgekehrten Dominic Maroh in der Zentrale sein wird, oder ob Jorge Meré wieder nach innen rückt und die Rechtsverteidigerposition Frederik Sörensen überlässt. Große Experimente kann sich Stefan Ruthenbeck nicht erlauben, besitzt das Kellerduell für den FC doch finalen Charakter. Wird der direkte Vergleich mit dem Abstiegskonkurrenten nicht gewonnen, sinken die Chancen auf den Klassenerhalt gegen Null.

Die Festigung der Defensive ist in dieser Woche die eine Aufgabe. Die andere: Eine stabile Achse zu finden zwischen Schlussmann Timo Horn und Mittelstürmer Simon Terodde. Auch hier bieten sich mehrere Möglichkeiten: Dominic Maroh oder Jorge Meré können das Spiel aus der Abwehr aufbauen, Marco Höger oder der zum Wochenbeginn unter Achillessehnenproblemen leidende Matthias Lehmann das Zentrum besetzen und Yuya Osako das Offensivspiel lenken.

Während ein Einsatz von Routinier und Kapitän Lehmann vom Gesundheitszustand des 34-Jährigen abhängig ist, gilt die Rückkehr von Simon Terodde als gesichert. Er war in Bremen wegen muskulärer Probleme ausgewechselt worden und fehlte in den beiden folgenden Begegnungen. Gegen Hoffenheim hatte der Trainer den 30 Jahre alten Stürmer nicht mehr eingewechselt, weil die Gefahr einer fünften Gelben Karte und der daraus folgenden Spielsperre für die Begegnung mit Mainz größer war als die Chance, die sich abzeichnende Niederlage noch zu verhindern.

Eine solche musste Kevin McKenna vor dem DFB-Kontrollausschuss hinnehmen. Der befand am Dienstag, dass sich der Kölner Assistenztrainer am Rande der 2:3-Nieserlage gegen Stuttgart unsportlich gegenüber Schiedsrichter Sören Storks geäußert habe. Deshalb wurde McKenna mit einer Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro belegt.