Finale in der Fußball-Bundesliga

1. FC Köln hofft auf Schub von seinen Fans

Die Fahne mit dem Hennes darauf gehört zu den Kultgegenständen der Südtribünen-Fans. Sie sorgen für eine Stimmung, die FC-Trainer Peter Stöger als den so genannten zwölften Mann ansieht. FOTO: DPA

Die Fahne mit dem Hennes darauf gehört zu den Kultgegenständen der Südtribünen-Fans. Sie sorgen für eine Stimmung, die FC-Trainer Peter Stöger als den so genannten zwölften Mann ansieht. FOTO: DPA

Köln. Der FC kann erstmals nach 25 Jahren wieder den Einzug in einen Europapokalwettbewerb schaffen. Trainer Peter Stöger lobt vor dem Saisonfinale gegen Mainz die Heimspiel-Atmosphäre.

Fragt man Spieler von Gästemannschaften, wie sie die Stimmung im Kölner Stadion empfinden, erhält man das stets gleiche Lob: unbeschreiblich, großartig, das Beste, kaum zu überbieten. Der Lärmpegel vor der Südtribüne sei teilweise so hoch, dass die Spieler sich anschreien müssten, um ihre Kommandos bei Standardsituationen zu verstehen. Diese Atmosphäre soll es sein, die die FC-Mannschaft am Samstag gegen die Gäste aus Mainz zum Sieg treiben soll, um sich so für den Europapokal zu qualifizieren.

„Man hat in den letzten Spielen gesehen, wozu unsere Jungs imstande sind, wenn sie von den Rängen noch einmal einen Schub bekommen. Vor allem dann, wenn es im Spiel vielleicht einmal nicht so optimal läuft“, baute Peter Stöger schon einmal vor.

Der Trainer meint, dass den FC-Fans bewusst sei, dass ein Heimspiel für seine Mannschaft kein Selbstläufer sei. Obwohl sich die Heimbilanz der vergangenen 13 Monate mit nur zwei Niederlagen gegen München und Mönchengladbach sehen lassen kann, müsse sie viel investieren, um erfolgreich zu sein. Deshalb hoffe er einmal mehr auf das Zusammenspiel von Mannschaft und Fans und lobte die Atmosphäre bei den letzten Heimspielen. „Denn da wurde auf die Stimmung, die wir hier in Köln ohnehin genießen, noch einmal etwas draufgelegt. Ich denke, dass das am Samstag auch über die 90 Minuten so sein wird.“

Vonseiten der Ultra-Gruppierungen wurde dafür bereits die Zustimmung gegeben. Das war nicht unbedingt selbstverständlich, weil das Verhältnis zwischen ihnen und dem Club in der jüngeren Vergangenheit getrübt wurde. Nachdem nichtautorisierte Transparente und Choreografie-Teile zu sehen waren, die auch ein Verfahren durch den DFB-Kontrollausschuss nach sich zogen, gab es erhebliche Spannungen.

Das Ziel ist die Europa League

Zudem entzogen die Ultras der Mannschaft im Heimspiel gegen Frankfurt ihre Unterstützung, weil vor der Begegnung rund 60 Anhänger von der Polizei in Gewahrsam genommen worden waren. Daraufhin verweigerte die Mannschaft nach dem 1:0-Erfolg ihren Gang zu den Fans auf der Südtribüne. Das soll am Samstag keine Rolle spielen, weil alle nur das eine Ziel kennen: Die Qualifikation für die Europa League. Dafür wäre ein Sieg gegen Mainz wohl eine Voraussetzung, das Abschneiden der Konkurrenz aber auch von Bedeutung. Deren Ergebnisse werden nicht verheimlicht, was in solchen Fällen manche Clubs vorziehen. „Die Fans informieren sich ohnehin über ihre Handys. Warum sollten wir dann auf den üblichen Service verzichten?“, sieht es Stöger ganz nüchtern.

Stöger warnt vor Standard-Qualitäten

Mehr Probleme hat er da schon mit dem Gegner. Denn er hält die Mainzer Mannschaft für eine mit viel Qualität. Wenn er beide vergleiche, könne er nicht sagen, wo der FC extreme Vorteile oder Mainz extreme Defizite besitze. Es seien nur Nuancen, durch die man sich unterscheide.

Vor allem warnt er vor den Standard-Qualitäten des Gegners. 20 der 44 bisherigen Treffer erzielten die Rheinland-Pfälzer nach Ecken, Frei- oder Strafstößen. Damit sind sie die Nummer eins der Liga und haben einen Club-Rekord aufgestellt. So sei bei seinen Spielern vor allem Konzentration bei Standards gefragt, zum anderen aber auch Vorsorge zu treffen, so wenige Freistöße und Ecken wie möglich zuzulassen.