4:0 Sieg

1. FC Köln gewinnt Heimspiel gegen Fürth

 Kölns Dominick Drexler (l-r), Torschütze Simon Terodde, Jannes Horn, Benno Schmitz und Jhon Cordoba jubeln nach dem Treffer zum 2:0.

Kölns Dominick Drexler (l-r), Torschütze Simon Terodde, Jannes Horn, Benno Schmitz und Jhon Cordoba jubeln nach dem Treffer zum 2:0.

Köln. Der 1. FC Köln hat seine Favoritenrolle auf den direkten Wiederaufstieg untermauert. Mit einem 4:0 siegten die Kölner am Samstag gegen Fürth.

Mit seinem dritten Erfolg in Folge, dem ersten Saisonheimsieg ohne Gegentor, hat der 1. FC Köln seine Favoritenrolle auf den direkten Wiederaufstieg untermauert. Obwohl mit der Spielvereinigung Greuther Fürth ein Verfolger der Tabellenführenden ins Rheinenergie-Stadion gekommen war zeigten die Hausherren keinerlei Schwächen. Nutzten sie ihre Chancen vor dem Seitenwechsel noch nicht ausreichend, so schraubten sie nach der 1:0-Pausenführung nach dem Wechsel standesgemäß auf ein 4:0.

„Das gibt uns Auftrieb. So kann die fünfte Jahreszeit weitergehen“, sagte Markus Anfang. Damit spielte er auf die Ankündigung von Timo Horn nach dem voraufgegangenen 8:1-Heimsieg gegen Dresden an, kein Spiel vor eigenem Publikum bis zum Sessionsende zu verlieren.

Nicht unter den 49.700 Zuschauern im Rheinenergie-Stadion war Anthony Modeste. Der neu verpflichtete Torjäger, der noch auf seine Spielberechtigung wartet, war wegen einer Familienangelegenheit in seine südfranzösische Heimat gereist.

Gegen völlig defensiv eingestellte Gäste spielte in der ersten Halbzeit nur die Heim-Elf. Bis auf wenige Vorstöße bestimmten nur die Rot-Weißen das Geschehen. Als Reminiszenz an das 8:1 aus dem letzten Heimspiel gegen Dresden, als die Kölner in Karnevalstrikots und Ringelsöckchen spielten, hatten sie noch einmal die speziellen Stutzen übergezogen.

So viele Chancen wie beim höchsten Zweitligasieg ihrer Geschichte besaßen die Hausherren auch gegen die Franken, machten nur zu wenig daraus. So blieb es bis zum Pausenpfiff beim Führungstreffer (17.) durch Dominick Drexler.

Allerdings hätte das Tor nicht zählen dürfen. Denn beim Steilpass von Benno Schmitz stand Simon Terodde im Abseits. Bei dessen Weiterleitung war es Dominick Drexler, der ebenfalls abseits stand.

Linienrichter Christian Bandurski sah es ebenso nicht, wie er im Zusammenspiel mit Schiedsrichter Sören Storks eine Tätlichkeit Maximilian Bauer gegen Jhon Cordoba (42.) nicht richtig bewertete. So gab es für das Nachtreten nur Gelb. Doch die Verwarnung sollte dennoch Folgen haben. Denn als Bauer in der 51. Minute Dominick Drexler im Strafraum von den Beinen holte, sah er zum zweiten Mal Gelb und folglich Rot.

Den fälligen Strafstoß verwandelte Simon Terodde zum 2:0. Sein 18. Saisontreffer. Acht Minuten später legte er für Jhon Cordoba quer, und der belohnte seine starke Vorstellung mit dem 3:0 (60.). Zum dritten Mal in Folge hatten beide Mittelstürmer getroffen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gesänge der Ultras längst wieder eingesetzt. In den 45 Minuten der ersten Halbzeit hatten sie im Rahmen einer bundesweiten Aktion geschwiegen. So machten sie auf den Kommerz im Fußball aufmerksam und protestierten gegen Wochenspiele.

Ein Wermutstropfen fiel in der 70. Minute in den kölschen Freudenbecher. Louis Schaub, der einmal mehr viel für das Kölner Offensivspiel getan hatte, musste mit Adduktorenproblemen ausgewechselt werden. Nach der Partie gab der Österreicher jedoch eine leichte Entwarnung: „Es war eine Vorsichtsmaßnahme. Die Schmerzen nahmen zu, weshalb ich raus wollte.“

Seinen 19. Saisontreffer markierte Simon Terodde dann auch noch (78.). Nach einer exakt hereingegebenen Flanke von Jannes Horn stieg der 1,91-Meter-Mann hoch und köpfte schulmäßig von rechts ins gut 15 Meter weit entfernte linke Tor-Eck.

Bezeichnend für die Spielfreude der FC-Profis war, dass sie im Angriff immer noch einen vermeintlich besser postierten Spieler suchten und manchen Haken schlugen, bevor der Torabschluss vorgenommen wurde. „Meine Aufgabe ist es nicht, sie in ihrer Kreativität einzuschränken. Sie sollen nur dabei die richtigen Entscheidungen treffen, um Tore zu machen“, meinte der rundherum zufriedene Markus Anfang. 

Köln: T.Horn; Schmitz, Meré, Czichos; Höger; Risse, Schaub (70. Hauptmann), Drexler (65. Koziello), J.Horn; Cordoba (87. Guirassy), Terodde. – Greuther Fürth: Burchert; Sauer, Bauer, Maloca, Jaeckel, Wittek (64. Raum); Magyar, Ernst (81. Green); Atanga (64. Reese), Mohr; Keita-Ruel. – SR: Storks (Velen). – Tore: 1:0 Drexler (17.), 2:0 Terodde (52.), 3:0 Cordoba (60.), 4:0 Terodde (78.). – Zuschauer: 49.700. – Gelbe Karte: Wittek. – Gelb-Rote Karte: Bauer (51., wiederholtes Foulspiel).