2:0-Erfolg

1. FC Köln gewinnt Auswärtsspiel in Sandhausen

 Kölns Louis Schaub (l) und Torschütze Kölns Simon Terodde jubeln über das Tor zum 0:2. Foto

Kölns Louis Schaub (l) und Torschütze Kölns Simon Terodde jubeln über das Tor zum 0:2. Foto

Sandhausen. Nach dem 2:0-Sieg des 1. FC Köln beim SV Sandhausen hat die Mannschaft vorerst die Tabellenführung in der 2. Bundesliga übernommen. Torschützen waren Louis Schaub und Simon Terodde.

Wer in zwei Spielen hintereinander acht Gegentore schlucken muss und Zuhause als Aufstiegsfavorit Nummer eins gegen einen Aufsteiger 3:5 verliert, bekommt einen klaren Auftrag. Besser verteidigen und zu Null spielen. Mit dieser Vorgabe fuhr der 1. FC Köln am Freitagabend in die Zweitliga-Provinz zum SV Sandhausen. Der Bundesliga-Absteigerlöste die Aufgabe und bestand den Stresstest in der Kurpfalz mit einem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg am Ende souverän.

„Das war mal wieder ein echter Sandhausen-Klassiker. Man gewinnt hier, wenn man die Tore macht und den Ball aus dem eigenen Sechzehner raushält.“ Lasse Sobiech kennt sich als Ex-Profi des FC St. Pauli mit Zweitliga-Spielen in Sandhausen aus und weiß, was zu tun ist. Schönheitspreise gibt es jedenfalls kaum zu gewinnen. „Es war das erwartet schwere Spiel. Wir wollten nach dem 3:5 gegen Paderborn besser verteidigen und das ist uns gelungen“, erklärte FC-Trainer Markus Anfang und lobte seine Mannschaft: „Die Jungs haben eine gute Reaktion gezeigt. Das zu Null tut uns gut.“

Anfang hatte sich in der Startelf für Lasse Sobiech anstelle von Jorge Meré entschieden. Zudem kehrte Marcel Risse als Rechtverteidiger zurück und Serhou Guirassy durfte links vorne ran, weil Kapitän Jonas Hector gesperrt fehlte. Die Geißböcke waren insgesamt defensiver und vorsichtiger ausgerichtet. Nach anfänglichen Problemen, die den neuen Kapitän Marco Höger eine Gelbe Karte kostete (14.) und Timo Horn zu einer Glanztat gegen den isländischen Nationalspieler Rurik Gislason zwang (18.), bekamen die Kölner sich und ihre veränderte Ausrichtung besser in den Griff. 

Schaub erzielte ersten Punktspieltreffer

Die Konzentration auf die Defensivarbeit ging aber zu Lasten der Kreativität im Offensivspiel. „Spielerisch haben wir nicht überzeugt. Das ist aber nicht schlimm, denn durch das 2:0 fahren wir mit einem guten Gefühl nach Hause“, sagte Sobiech. Auch sein Trainer, für den es der erste Sieg als Trainer gegen Sandhausen war, wollte kein Haar in der Suppe finden: „Wir hätten sicherlich klarer nach vorne spielen können. Aber wir haben nach vorne immer genug Qualität, um Tore zu schießen.“

Qualität bedeutete in diesem Fall Louis Schaub. Der Österreicher bewies mit seinem 1:0 unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, dass es in Sandhausen doch Schönheitspreise zu gewinnen gibt. Er nahm eine präzise Flanke von Serhou Guirassy im Strafraum mit der Brust an und setzte die Kugel per Seitfallzieher mit links zum 1:0 ins Netz. „Ich kann mich nicht daran erinnern schon mal so ein schönes Tor erzielt zu haben. Und der Zeitpunkt war enorm wichtig“, freute sich Schaub über seinen ersten Punktspieltreffer im FC-Dress.

Das Tor fiel nämlich aus dem offensiven Nichts des FC-Spiels und war gleich vorentscheidend. „Unserer Psyche hat das 0:1 einen Knacks gegeben“, erklärte SVS-Coach Nenan Kenan Kocak. Die Kölner dagegen gingen erhobenen Hauptes in die Kabine und kamen so selbstbewusst wieder heraus, dass sie gleich das 2:0 nachlegten. Nach einer Ecke von Schaub war Torjäger Simon Terodde am kurzen Pfosten per Kopf zur Stelle und erzielte seinen achten Saisontreffer (54.). „Das 2:0 hat uns gut getan. Danach haben wir auch hinten ruhiger und sicherer gespielt“, sagte Lasse Sobiech. Der Innenverteidiger rechtfertigte übrigens seine Aufstellung und war die richtige Waffe gegen die lange Bälle und Standards der Sandhäuser. „Es ist auch eine Qualität solche Aufgaben anzunehmen und sich in so ein Spiel reinzuarbeiten“, lobte Sobiech. Auftrag angenommen und erfüllt.   

SV Sandhausen: Lomb; Klingmann, Kister, Verlaat; Gislason, Linsmayer, Paqarada (70. Wooten); Förster, Jansen (62. Hansch); Behrens, Guedé (62. Schleusener).

 1. FC Köln: T. Horn; Risse, Sobiech, Czichos, J. Horn; Höger; Clemens (70.. Özcan), Schaub, Drexler (87. Koziello), Guirassy; Terodde (80. Cordoba).

SR.: Ittrich (Hamburg). 

Zuschauer: 13237.

Tore: 0:1 Schaub (45.), 0:2 Terodde (54.). – Gelbe Karten: Gislason, Jansen;  Höger, Drexler, Schaub.