Jung, preiswert, mit Potenzial

So rüstet sich der Bonner SC für die Regionalligasaison 2018/19

Bei der Vertragsunterschrift: Nils Rütten.

Bei der Vertragsunterschrift: Nils Rütten.

BONN. Beim Bonner Fußball-Regionalligisten klopfen nach dem Klassenerhalt viele Spieler an. Mit einem Etat von rund 350.000 Euro beginnt nun die Kaderplanung für die kommende Saison.

Der Bonner SC bleibt in der Fußball-Regionalliga. Die Planungen für die neue Spielzeit laufen auf Hochtouren. Zunächst muss BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz versuchen, die Abgänge von Kapitän Dario Schumacher und Außenspieler Marcel Kaiser zu kompensieren.

Schumacher gehört ab dem 1. Juli zum Kader des Ligakonkurrenten Rot-Weiß Oberhausen. Kaiser schließt sich Alemannia Aachen an. Den Verein verlassen werden auch Aleksandar Pranjes und Marco Ban. Beide Verträge wurden nicht verlängert. Der Kampf um Neuzugänge, die ins Anforderungsprofil des BSC passen, ist hart. Jung, kostengünstig und entwicklungsfähig sollten die Spieler sein. Ein Profil, auf das mittlerweile auch Clubs wie Alemannia Aachen oder auch Viktoria Köln vermehrt Wert legen.

Hocherfreut reagierten die BSC-Verantwortlichen deshalb auf den gelungenen Transfer von Nils Rütten. Der 22-Jährige wechselt von der U 23 von Borussia Mönchengladbach in den Sportpark, unterschrieb einen Zweijahresvertrag. „Viele meiner Kollegen haben sich gewundert, dass Rütten zu uns wechselt“, berichtet Schmitz.

Der defensive Mittelfeldspieler, der auch als Innenverteidiger eine gute Figur macht, stand unter André Schubert mehrfach im Bundesligakader der Fohlen. Auch in der Mönchengladbacher Champions-League-Saison 2016/2017 gehörte er zum Profikader der Borussia. Erst in der Ägide Dieter Hecking begann Rüttens Stern zu sinken. Der Spieler suchte nach Alternativen, zog im Frühjahr von Grevenbroich nach Bonn und studiert hier seit dem 1. April Jura. „Das wussten wir und haben uns entsprechend bemüht“, erzählt Schmitz. „Rütten hätte selbst im Falle eines Abstiegs für uns gespielt.“

Auch wenn der BSC im Vergleich zum Großteil der Konkurrenz in der kommenden Spielzeit weiterhin kleinere Brötchen backt – Schmitz beziffert den Etat für die erste Mannschaft auf rund 350.000 Euro –, ist das Interesse von Beratern und Spielern groß. „Wir haben so viele Anfragen, dass wir vermutlich am kommenden Dienstag ein Probetraining und Trainingsspiel veranstalten werden“, sagt Schmitz. Der Großteil der Akteure, die am Sonntag mit dem 0:0 in Dortmund den Klassenerhalt unter Dach und Fach brachten, hat sich inzwischen zur obligatorischen Mannschaftstour nach Mallorca aufgemacht.