Fußball-Regionalliga

Showdown für den Bonner SC in Dortmund

Unverzichtbar: Kapitän Dario Schumacher (r.) schoss den BSC wieder über den Strich.

Unverzichtbar: Kapitän Dario Schumacher (r.) schoss den BSC wieder über den Strich.

Bonn. Letzter Spieltag in der Fußball-Regionalliga: Wie der BSC am Sonntag den Klassenerhalt im Spiel bei der U23 Borussia Dortmunds schaffen kann.

Abstiegskampf ist anstrengend. Für Körper und Geist. Es steht viel auf dem Spiel. Im zweiten Jahr in der Fußball-Regionalliga West droht dem Bonner SC nach wie vor der Fall in die Fünftklassigkeit. Während sich die Spieler beim Stand von 2:1 mit letzter Kraft gegen die auf den Ausgleich drängende SG Wattenscheid 09 wehrten und die Betreuer vehement um den Abpfiff bettelten, hielt es Daniel Zillken nicht mehr aus. Der BSC-Trainer verzog sich, nachdem er sich bei den mitgereisten Fans in der Kurve für die Unterstützung bedankt hatte, hinter die Tribüne des Lohrheidestadions.

Erst nachdem Schiedsrichter Tim Pelzer nach quälend langer Nachspielzeit abgepfiffen hatte und sich Spieler wie Betreuer erschöpft, aber glücklich nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg in die Arme fielen, tauchte der 50-Jährige wieder auf. Zillken hatte alles gegeben. 90 Minuten litt der BSC-Trainer am Mittwoch mit, lobte gute Pässe und schrie seinen Ärger über misslungene Aktionen heraus. Nachdem David Bors in der Anfangsphase zwei glasklare Chancen liegengelassen hatte, musste der Trainerstuhl dran glauben.

Am Ende hatte sich wieder einmal BSC-Kapitän Dario Schumacher mit einem Doppelpack (44., 48.) zur Bonner Lebensversicherung aufgeschwungen. Zunächst hatte der 25-Jährige kurz vor der Pause einen Strafstoß verwandelt, um dann nach Vorarbeit von Adis Omerbasic in der 48. Minute das wichtige 2:0 zu erzielen. „Ich weiß nicht, warum wir es am Samstag gegen Düsseldorf nicht geschafft haben. Aber heute sind wir alle über die Leistungsgrenze hinausgegangen“, meinte der BSC-Kapitän.

Herzschlagfinale steht an

„Ich wollte ein wenig zur Ruhe kommen“, erklärte derweil Zillken seinen Gang hinter die Tribüne. Und der Stress für Trainer und Spieler des BSC geht weiter. Am Sonntag (14 Uhr) steht das Herzschlagfinale an, erneut in einer traditionsreichen Spielstätte. Dann kann der BSC im Stadion Rote Erde bei der U23 von Borussia Dortmund den letzten und entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt gehen.

Gegenüber der U23 von Fortuna Düsseldorf hat die Zillken-Elf nach dem Sieg in Wattenscheid wieder die besseren Karten. Stand der BSC am vergangenen Samstag nach der 1:2-Heimniederlage gegen Düsseldorf mit einem Punkt Rückstand auf Abstiegsplatz 15, kletterte die Mannschaft am Mittwochabend zurück auf den rettenden 14. Platz. Der Zweipunkte-Vorsprung und das um zwei Tore bessere Trefferverhältnis gegenüber Düsseldorf, das zu Hause gegen Rot-Weiss Essen um seine letzte Chance spielt, sprechen für den BSC. Düsseldorf muss also gewinnen und darauf hoffen, dass der BSC in Dortmund nicht punktet. Auch die U23 des 1. FC Köln könnte im Falle einer Niederlage in Wuppertal noch auf Rang 15 abrutschen.

Freier Tag für die Spieler am Freitag

Beim abschließenden Kreis mit Spielern und Betreuern nach dem Sieg in Wattenscheid fand Zillken dann auch die passenden Worte. „Gratulation für die starke Leistung heute. Aber wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen weiter kämpfen und den Tank wieder mit Adrenalin füllen.“ Und weiter trainieren. Für 12 Uhr am Vatertag bestellte Zillken seine ausgepumpten Spieler zu einer Regenerationseinheit ein. Nach einem freien Freitag steht an diesem Samstag das Abschlusstraining an. Fehlen wird dann Sebastian Spinrath. Der Defensiv-Allrounder hatte sich in der 53. Minute die Schulter ausgekugelt und dürfte der Mannschaft beim Saisonfinale in Dortmund fehlen.

Im Stadion Rote Erde geht womöglich mit dem Klassenerhalt eine für den BSC aufreibende Saison 2017/2018 zu Ende. Aber selbst der 15. Platz könnte dann noch reichen, wenn sich Uerdingen oder Viktoria Köln in der Relegation zur 3. Liga am 24. und 27. Mai gegen Südwest-Vertreter Waldhof Mannheim durchsetzen.