Nachruf auf Uli van den Berg

Ein Schalker, der zum Bonner wurde

Bonn. Uli van den Berg ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Kopfballtore von der Strafraumgrenze waren sein Markenzeichen.

Uli van den Berg ist tot. Der ehemalige Fußballer des Bonner SC starb unerwartet in der vergangenen Woche. Am 29. Oktober war er 67 Jahre alt geworden.

Van den Berg stand für eine gute Zeit des BSC, wahrscheinlich die beste. 1976 kam er von Schalke 04 in den Sportpark Nord und blieb mit Ausnahme eines Jahres beim FV Bad Honnef bis zu seinem Karriereende 1988. 276 Spiele absolvierte er für die Blau-Roten und erzielte als Verteidiger kaum vorstellbare 75 Tore. In der verklärenden Erinnerung allesamt mit dem Kopf – aus mindestens 13, 14 Metern Entfernung.

„Der Uli war fast zu gut für den BSC“, sagt Michael Klöckner. „Diese Dynamik, wenn er vorne zum Kopfball ging, das hatte man noch nicht gesehen in Bonn.“ Klöckner, Aufsichtsratsmitglied bei dem Regionalligisten, hatte bis zum Schluss Kontakt mit van den Berg. „Ein herzensguter Mensch und sehr zurückhaltend“, sagt er über „Vanni“. Aber das sagen eigentlich alle, die mit ihm zu tun hatten: beim BSC, im Tennisclub Blau-Gold oder in dem Bonner Autohaus, in dem er nach seiner Karriere arbeitete. Dass es ihm in den letzten Jahren mal gut, mal nicht so gut ging, wussten einige.

„Uli, Uli van den Berg“ – das sang sich prima und wurde im Sportpark häufig angestimmt. Der blonde Libero war Publikumsliebling und eine der wenigen Ikonen des Bonner Fußballs. Auf einer Stufe vielleicht mit Hannes Bongartz, Werner Grau oder „Ela“ Hoffmann.

Auch in Schalke blieb der Verteidiger in Erinnerung. „S 04 trauert um Ulrich van den Berg“, heißt es in einem Nachruf auf der Homepage. Als die Gelsenkirchener in den 70er Jahren nach dem Bundesligaskandal durch Sperren dezimiert waren, erhielt das Talent aus dem eigenen Nachwuchs seine Chance. Zwischen 1972 und '76 kam van den Berg in 60 Bundesligaspielen zum Einsatz und erzielte vier Tore. Trainer Ivica Horvat setzte auf ihn, aber unter Friedel Rausch und Max Merkel war er nur noch Ersatz. Also wechselte er zum ambitionierten Zweitligisten BSC.

Peter Nover, damals Mitspieler und später BSC-Trainer, erinnert sich an ihn: „Der Uli, mit dem konntest du einfach keinen Krach kriegen.“ Die beiden blieben in Verbindung und spielten nach der Karriere nicht mehr mit-, sondern gegeneinander: „Tennis und Golf.“ Weil Nover vor einigen Jahren nach Süddeutschland verzog, sah man sich zuletzt seltener.

Am Ende der Saison 1976/77 hatte der BSC den Klassenerhalt geschafft. Sportlich. Weil der Verein aber brutto für netto zahlte, wurde ihm als erstem Proficlub in Deutschland die Lizenz entzogen. Viele Spieler verließen daraufhin den Sportpark. Uli van den Berg aber, der Junge aus dem „Pott“, blieb im Rheinland und ging mit dem BSC in die Oberliga. Er wurde ein Bonner.