DFB-Pokalauslosung

Ein Bundesligist für den Bonner SC

Eine volle Tribüne ist in der ersten DFB-Pokalhauptrunde im Bonner Sportpark Nord garantiert.

Eine volle Tribüne ist in der ersten DFB-Pokalhauptrunde im Bonner Sportpark Nord garantiert.

BONN. Sebastian Kehl hat Hannover 96 für den Bonner SC aus dem Lostopf gezogen. Die Verantwortlichen sind zufrieden und äußern sich selbstbewusst. Auf der Gegenseite freut sich 96-Manager Horst Heldt über eine Tour in die Heimat.

Es ist nicht der deutsche Meister Bayern München und es ist auch nicht der Pokalsieger Borussia Dortmund geworden. Auch der 1. FC Köln würde im Erfolgsfall frühestens in der 2. Pokalrunde nach Bonn reisen. Aber der Fußball-Regionalligist Bonner SC trifft zwischen dem 11. und 14. August in der ersten Runde des DFB-Pokals auf einen Bundesligisten. Ex-Profi und Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl fischte als Losfee im Rahmen der von Alexander Bommes moderierten ARD-Sportschau aus dem Lostopf im Deutschen Fußballmuseum den Erstligarückkehrer Hannover 96.

„Wir wollten einen Bundesligisten und den haben wir bekommen“, sagte BSC-Coach Daniel Zillken aus seinem griechischen Urlaubsdomizil. „Ab jetzt werde ich mir über Hannover Gedanken machen.“ Und auch BSC-Präsident Dirk Mazurkiewicz, neben Co-Trainer Michael Braun, den Vorstandsmitgliedern Jürgen Harder und Thorsten Nolting sowie Geschäftsstellenleiter Dietmar Sebus in Dortmund bei der Auslosung live dabei, ist mit der Paarung, die unter der Aufsicht von DFB-Präsident Reinhold Grindel gezogen wurde, hochzufrieden. „Wir wollen und werden ein guter Gastgeber für einen traditionsreichen Bundesligisten sein. Ich bin optimistisch, dass wir an diesem Tag eine große Bonner Sportparty erleben werden.“

"Vielleicht ist für uns was drin"

Auch Augenzeuge Gordon Addai, der noch eine weitere Saison beim BSC dranhängen wird, trauert den ganz großen Gegnern wie Bayern München, das beim Chemnitzer FC antritt, oder Borussia Dortmund (beim badischen 1. FC Rielasingen-Arlen) oder dem 1. FC Köln (bei der Leher Turnerschaft), nicht groß hinterher. „Es hätte auch ein weniger attraktiver Gegner aus der 2. Liga kommen können. Wir können in unserem Wohnzimmer spielen und an einem guten Tag ist vielleicht für uns sogar was drin“, meinte der mit 35 Jahren älteste Spieler des Viertligisten.

 

Ähnlich optimistisch äußerte sich BSC-Vorstandsmitglied Jürgen Harder. „Drei Dinge haben wir uns vor der Auslosung gewünscht: zu Hause im Sportpark spielen zu dürfen, auf einen Bundesligisten zu treffen, und am besten auf einen, der auch noch schlagbar erscheint.“ Auch Sport-Vorstand Nolting sieht der bevorstehenden Aufgabe verhalten optimistisch entgegen. „Das ist ein schönes Los, das uns die Möglichkeit bietet, ein Fußballfest in Bonn zu feiern. Und bei allem Respekt: Verstecken müssen wir uns vor Hannover 96 nicht.“

Freude bei Horst Heldt

Natürlich gab auch Hannovers Sportdirektor Horst Heldt sein Statement zur Erstrundenbegegnung ab. „Das ist genau der Gegner, den ich mir gewünscht hatte. In meiner Jugendzeit habe ich öfters gegen die Bonner gespielt. Ich hatte mich schon sehr gefreut, dass sie die Qualifikation für den DFB-Pokal geschafft haben. Dass wir jetzt aufeinandertreffen, freut mich umso mehr. Uns ist klar, dass das kein Selbstläufer wird, aber natürlich wollen wir weiterkommen“, erklärte der Manager und ehemalige Nationalspieler auf der Homepage von Hannover 96. Heldt stammt aus Königswinter-Oberdollendorf und traf mit den Amateuren des 1. FC Köln nicht nur einmal auf den BSC. Gegenspieler damals: Gregor Eibl, der dem wuseligen Heldt das Leben immer sehr schwer machte.