Eiskabine statt Eisdiele

Der Bonner SC vor dem wichtigen Spiel gegen Wegberg-Beeck

Auf Treffer von David Bors (links) hofft der Bonner SC auch im wichtigen Duell gegen den direkten Konkurrenten FC Wegberg-Beeck.

Auf Treffer von David Bors (links) hofft der Bonner SC auch im wichtigen Duell gegen den direkten Konkurrenten FC Wegberg-Beeck.

BONN. Fußball-Regionalliga: An diesem Dienstag erwartet der Bonner SC den FC Wegberg-Beeck zum Kellerduell im Sportpark Nord. Mit einem Sieg ließe sich die Konkurrenz in Schach halten. Der Terminstress nimmt zu: In den nächsten beiden Wochen müssen die Bonner fünf Spiele absolvieren.

Dienstag, Freitag, Dienstag, Samstag und wieder Dienstag – auf den Fußball-Regionalligisten Bonner SC kommt nun zum ohnehin schon strapaziösen Abstiegskampf der Terminstress hinzu. Alle drei Tage wird gespielt. Statt der Eisdiele am Sonntag schickte BSC-Trainer Daniel Zillken seine Schützlinge deshalb 24 Stunden nach dem überraschenden und wertvollen 4:2-Erfolg bei Alemannia Aachen in die Eiskabine.

Drei Minuten bei minus 160 Grad Celsius verbessern durch eine erhöhte Sauerstoffanreicherung die Muskelregeneration und lindern die Schmerzen. Das wusste schon Per Mertesacker während der WM 2014 in Brasilien zu schätzen. Die Erholungszeit ist einfach kürzer.

Was bitter nötig ist. Denn schon an diesem Dienstag (19.30 Uhr) kommt der FC Wegberg-Beeck zum Abstiegsduell in den Sportpark Nord. Der Blick auf die Tabelle verrät, wie wichtig ein weiterer Dreier für den BSC ist. Der Rückstand zur U23 des 1. FC Köln, die zeitgleich beim Schlusslicht Westfalia Rhynern antreten muss, würde im Erfolgsfall zumindest nicht größer. Aktuell weisen die Geißböcke auf Platz 14 vier Punkte mehr auf als die Zillken-Elf. Zudem ließe sich mit einem Dreier die Konkurrenz hinter dem BSC im tiefsten Tabellenkeller in Schach halten. Wegberg-Beeck als Vorletztem fehlen auf den BSC drei Punkte. Erndtebrück lauert zwei Zähler hinter dem BSC, der noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat.

Von allzu großem Druck, der auf den Bonner Spielern lastet, will der BSC-Trainer trotz allem nichts wissen. „Was das anbetrifft, hat uns der Sieg in Aachen natürlich sehr geholfen“, sagt Zillken. Es herrscht wieder Zuversicht rund um den Sportpark, nach 34 Spieltagen die 4. Liga halten zu können. Und sei es zur Not über Platz 15, der dann hilft, wenn der Erste der Regionalliga West die Relegation Richtung 3. Liga meistert. Die besten Karten in dieser Hinsicht hält der KFC Uerdingen, während die Kölner Viktoria aktuell schwächelt.

Der BSC hingegen präsentierte sich am Aachener Tivoli von seiner besten Seite. „Wir waren immer gefährlich, haben konzentriert verteidigt und gut umgeschaltet“, lobte der BSC-Coach. Die Folge: Die Bonner erspielten sich eine ganze Reihe vielversprechender Torchancen. Gegen Viktoria herrschte in dieser Hinsicht noch totale Flaute. Dabei habe die Mannschaft keinesfalls über ihre Verhältnisse gespielt, „sondern endlich wieder ihr Potenzial abgerufen“, versichert Zillken.

Einen Sahnetag erwischte vor allem David Bors. Der Stürmer traf dreimal und hatte damit entscheidenden Anteil am sechsten Saisonsieg des BSC. Zu den besonderen Gewinnern im Team zählt auch Jannik Stoffels, der den verletzten Kris Fillinger auf der Sechserposition hervorragend vertrat und den vierten Bonner Treffer beisteuerte. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, bestätigte auch Zillken.

Gegen Wegberg-Beeck hat der BSC-Trainer die Qual der Wahl, denn Fillinger absolvierte nach auskuriertem Muskelfaserriss am Sonntag das volle Trainingsprogramm. „Es ist sehr gut, dass wir im defensiven Mittelfeld mit Jannik Stoffels eine zusätzliche Option haben. Im Saisonendspurt brauchen wir sowieso jeden Spieler. Und Kris ist ein absoluter Teamplayer“, sagt der BSC-Trainer. Heißt also, dass vermutlich die Startelf aufläuft, die in Aachen überzeugte.