Fußball-Regionalliga

Der Bonner SC nähert sich den Abstiegsplätzen

Einer der Besten in Rhynern, aber mit einem verhängnisvollen Fehler vor dem 1:2: Marcel Kaiser.

BONN. Nach drei Niederlagen in Folge ist der Bonner SC im Abstiegskampf der Regionalliga West angekommen. Am Freitagabend tritt die Mannschaft von Trainer Daniel Zillken bei Viktoria Köln an. Es droht der Sturz auf einen Abstiegsrang.

Daniel Zillken hat ein breites Kreuz. „Seit ich hier bin, ist es mit dem BSC immer aufwärts gegangen“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten Bonner SC. „Dass wir die letzten drei Spiele verloren haben, ist sicherlich nicht schön, aber kein Grund, jetzt alles infrage zu stellen, was noch vor Kurzem für gut befunden wurde.“

Klar ist: Die 1:2-Niederlage beim Aufsteiger Westfalia Rhynern im Nachholspiel am Dienstag drückt mächtig auf die Stimmung. „Wir waren klar überlegen“, sagt Thomas Schmitz. „Solch ein Spiel dürfen wir nie und nimmer verlieren“, meint der BSC-Spordirektor, der ansonsten vorbehaltlos hinter dem Funktionsteam steht. „Die Trainer liefern wie auch die Mannschaft 100 Prozent Leistung ab.“ Dennoch unterlag der BSC gegen ein biederes Team aus Rhynern und steckt spätestens jetzt mitten im Abstiegskampf.

Ein Umstand, der Zillken nicht aus der Reserve lockt. „Ich habe auch nach den Erfolgen in den ersten Spielen gesagt, dass dies wichtige Punkte gegen den Abstieg waren. Mich interessiert nur, dass wir nach 34 Spielen über dem Strich stehen.“ Nach zehn absolvierten Partien steht der BSC tatsächlich über dem Strich. Noch. Aber am Freitagabend (19 Uhr, Sportpark Höhenberg) könnte sich die Zillken-Elf im Falle einer Niederlage bei Viktoria Köln und wenn der FC Wegberg-Beeck fast zeitgleich beim SC Verl punktet, erstmals seit dem Aufstieg vor gut einem Jahr auf einem Abstiegsplatz wiederfinden. Auch danach wird es für den BSC nicht einfacher. Es folgen die TV-Spiele jeweils am Montagabend gegen Alemannia Aachen und bei Rot-Weiß Oberhausen.

In Rhynern besiegelten individuelle Fehler das Schicksal des BSC. Vor dem 1:1 vertändelten Sebastian Spinrath und Marcel Kaiser einen vielversprechenden Konter. Vor dem 1:2 unterlief Kaiser, ansonsten einer der Aktivposten im Bonner Team, ein katastrophaler Fehlpass. Ebenfalls kritikwürdig: die Chancenverwertung des BSC, der vor allem in der ersten Hälfte durchaus die Gelegenheiten hatte, die Partie vorzeitig zu entscheiden. „Trotzdem hat die Mannschaft mit Ausnahme der zwei entscheidenden Fehler gut funktioniert“, sagt Zillken. „Solange die Jungs wollen, werde ich mich vor mein Team stellen.“

Einsatz von Nico Perrey fraglich

Der 50-Jährige hatte auf die für seine Ansprüche mäßigen Leistung beim 1:3 in Verl reagiert und die Startelf gleich auf sechs Positionen verändert. „Ausschlaggebend für die Umstellungen sind für mich die Spiel-, aber auch die Trainingsleistungen“, meint der BSC-Coach. Die Leidtragenden hießen am Dienstag Ugur Dündar, Adis Omerbasic, Joran Sobiech und Lars Lokotsch, die allesamt auf der Bank Platz nehmen mussten. In die Startelf zurückgekehrt waren Marcel Kaiser und Jannick Stoffels. BSC-Innenverteidiger Nico Perrey fehlte verletzungsbedingt. Für ihn spielte Mario Weber. „Seit dem Gladbach-Spiel plagt sich Perrey mit Rückenproblemen“, sagt Zillken. Auch bei Viktoria ist der Einsatz des Torschützen des Monats August zumindest fraglich.

Der BSC-Trainer weiß, was da am Freitag auf seine Mannschaft zukommt. Egal, ob nach drei Niederlagen oder mit drei Siegen im Rücken. „Viktoria Köln ist klarer Favorit“, sagt Zillken. Daran gebe es nichts zu rütteln. Selbst dann nicht, wenn der Meister der Vorsaison in elf Spielen schon vier Niederlagen einstecken musste. 20:17 Tore weist der Tabellensechste auf. „Mit Mike Wunderlich, Timm Golley und dem wieder genesenen Sven Kreyer verfügt der Gegner aber über drei Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Wir brauchen endlich wieder einen Sahnetag, um am Freitag etwas mitnehmen zu können“, meint der BSC-Coach.