Vor dem DFB-Pokalspiel gegen Hannover

Das sind die Berufe der BSC-Spieler

Bonn. Wenn der Bonner SC am Sonntag Hannover 96 in der ersten Runde des DFB-Pokals empfängt, treffen Amateurkicker auf Profis. Aber was machen die Amateure, wenn Sie nicht auf dem Rasen stehen?

Rolf Töpperwien, 2010 zurückgetretene Reporterlegende des ZDF und der erste Journalist, der es mit Mikro bis in die Kabine eines Bundesligisten schaffte, wusste viel. Zu jedem Schiedsrichter kredenzte „Töppie“ dem TV-Publikum den Heimatverein. Und wenn die Bundesligisten im Pokal in der fußballerischen Provinz zu Gast waren, hatte sich der Mann, der mit 1444 Fußballreportagen gelistet ist, sogar penibelst auf die Amateurvereine vorbereitet. Kein Beruf, den er nicht recherchiert hätte – Bäckermeister flankt auf Damenunterwäscheverkäufer.

Mal angenommen, Töpperwien wäre noch aktiv. Zudem angenommen, er würde am Sonntag über das DFB-Pokalspiel des Bonner SC gegen Hannover 96 berichten. Was würde er über die Berufe und Studienfächer der BSC-Spieler erzählen? Trainer Daniel Zillken betont schließlich immer wieder den Amateurstatus seiner Mannschaft, die sich auch in der Liga oft mit Profis messen muss.

Ein heiteres Berufe-Verraten der vermeintlichen BSC-Startelf (und einiger Ersatzspieler) für Sonntag:

  • Torhüter Alex Monath muss sich wohl keine Sorgen um seine Zukunft nach dem Fußball machen. Der ehemalige Keeper von Viktoria Köln ist Stadtinspektoranwärter bei der Stadt Düren und strebt, durchaus vergleichbar mit seinem sachlichen Torwartspiel, eine solide Beamtenkarriere an.
  • Dagegen steckt Adis Omerbasic, mit starken Sprints und brauchbaren Flanken auf der rechten Abwehrseite auffällig geworden, noch in der Orientierungsphase. Berufswunsch also offen, Profikarriere noch nicht ganz vom Tisch.
  • Innenverteidiger Sebastian Spinrath, der für die Zillken-Elf das wichtige 1:1 beim Wuppertaler SV erzielte, ist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz in einem technischen Beruf. Er beantwortet die Frage nach dem Berufswunsch sehr klassisch: Feuerwehrmann.
  • Spinraths Nebenmann Nico Perrey ist an der Universität seiner Heimatstadt Bielefeld eingeschrieben. Studienfach: Wirtschaftswissenschaften.
  • Ugur Dündar, der auf der linken Seite die Bonner Abwehrkette komplettiert, arbeitet als selbstständiger Gastronom.
  • „Sport und Leistung“ lautet das Studienfach von Kris Fillinger an der Sporthochschule in Köln. Der defensive Mittelfeldspieler machte zuletzt Connor Krempicki das Leben schwer und hat richtig Bock auf Hannover. Die Fächer Sport und Leistung sollten ihn beflügeln.
  • Sein Partner auf der Sechserposition, Dario Schumacher, arbeitet im Rahmen seines dualen Studiums Business und Sportmanagement für einen Golfclub in Gelsenkirchen.
  • Mehr oder weniger mit Finanzen hat die offensive Mittelfeldreihe des BSC zu tun. Sebastian Hirsch wacht als Controller mit über die Geldein- und -ausgänge der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH.
  • Marcel Kaiser ist Trainee bei einer großen Finanzberatungsgesellschaft.
  • Dagegen investiert Bonns zentraler Mittelfeldakteur Vojno Jesic, dessen Ideen am vergangenen Freitag die Hintermannschaft des KFC Uerdingen durchaus ins Schwitzen brachten, seine Zeit ausnahmslos inseine Karriere als Fußballer.
  • Neuzugang Lars Lokotsch, BSC-Siegtorschütze gegen Uerdingen, ist während des Semesters in der Bonner Universität anzutreffen. Der 21-Jährige widmet sich dem Studium der Volkswirtschaft.
  • Eine ähnliche Karriereplanung hat Joran Sobiech, der sowohl in Wuppertal als auch gegen den KFC Uerdingen als Einwechselspieler die Deckung des BSC stabilisierte. Der jüngere Bruder von St. Pauli-Profi Lasse Sobiech hat in Köln die Studienfächer Wirtschaftswissenschaften und Sport belegt.
  • Ganz auf die Karte Fußball setzen (noch) die Angreifer David Bors und Daniel Somuah. Letzterer jobbt zudem in einer Fußballschule.