Auftakt in der Regionalliga

Bonner SC verliert gegen Dortmund 1:2

Dennis Brock (l) im Spiel seiner Rheinlöwen gegen Borussia Dortmund II.

Bonn. Der Bonner SC ist mit einer Niederlage in die neue Regionalliga-Saison gestartet. Durch zwei späte Gegentore verloren die Rheinlöwen mit 1:2 gegen Borussia Dortmund II.

Ein Fußballspiel dauert bekanntlich mindestens 90 Minuten. Für den Regionalligisten Bonner SC waren das am ersten Spieltag der neuen Saison exakt sechs Minuten zu viel. Bis zur 84. Minute hielt die Elf von Cheftrainer Daniel Zillken vor 1410 Zuschauern im Sportpark Nord beim 1:2 (1:2) gegen die U 23 von Borussia Dortmund eine 1:0-Führung.

Für die hatte Adis Omerbasic in der 63. Minute gesorgt. Dann aber drehten Julian Schwermann (84.) mit einem schicken Schlenzer ins lange Ecke und Jano Baxmann (87.) per Flachschuss aus rund 16 Metern das Spiel doch noch zugunsten der hoch gehandelten Dortmunder.  „Wir standen kurz davor und hätten den Sieg genauso verdient ngehabt“, meinte BSC-Cheftrainer Daniel Zillken. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die vor allem in der ersten Hälfte sehr gut verteidigt hat“, fügte der 50-Jährige hinzu.

Vier externe Neuzugänge in der Startelf

Mit der Startelf hatte Zillken niemanden überrascht. Alle vier externe Neuzugänge spielten von Beginn an. Nicht verwunderlich, denn die Bonner Ersatzbank war mit den beiden ehemaligen U 19-Akteuren David Gerber und Ertugul Ünal, dem 36-Jährigen Gordon Addai, dem leicht angeschlagenen Dennis Engelman sowie den beiden Ersatztorhütern Andy Hubert und Jens Fikis nicht gerade üppig besetzt. Dazu gesellt hatte sich außerdem noch Angreifer Robin Schmidt,  der am Freitagabend einen Einjahresvertrag unterschrieben hatte. Nils Rütten verteidigte innen neben Nico Perrey. Rückkehrer Markus Wipperfürth beackerte die linke Abwehrseite. Dennis Brock agierte vorwiegend auf der linken Außenbahn. Und Bernd Mwarome tummelte sich vorwiegend im zentralen Mittelfeld des BSC.

Gästecoach Jan Siewert erhielt von Bundesligacoach Lucien Favre mit Sören Dieckmann, Amos Pieper und Herbert Bockhorn drei USA-Fahrer zurück, die in der letzten Woche noch beim Champions Cup für die BVB-Profis im Einsatz waren. Eine Konstellation, die Zillken die Gelegenheit gab, die unterschiedlichen Voraussetzungen beider Vereine zu veranschaulichen. „Mein Kollege kann mit Spielern agieren, die vor wenigen Tagen gegen den FC Liverpool spielten. Wir haben gegen den Siegburger SV getestet.“

Allenfalls bemühter BVB-Nachwuchs

Aber weder Bonns Neue, die vorwiegend nach hinten zu arbeiten hatten und entsprechend wenig riskierten, noch der offensiv allenfalls bemühte BVB-Nachwuchs sorgten während der ersten 45 Minuten für aufregende Offensivaktionen. Zwar verzeichnete der BVB gefühlt 70 Prozent Ballbesitz, kam aber lediglich durch einen Freistoß von Kapitän Massimo Ornatelli (30.) und Beyhan Ametov, der in der 39. Minute frei vor BSC-Schlussmann Martin Michel auftauchte, zu Torchancen. Auf der Liste der BSC-Betreuer stand in dieser Hinsicht ebenfalls nicht viel. Außer einer Viertel-Chance durch den Kopfball von Rütten nach einer Freistoßflanke von Brock (24.) und den Versuch von Bors, den zugegebenermaßen schwierig zu verarbeitenden Ball von Mwarome volley zu nehmen (33.), tat sich in der Dortmunder Hälfte nicht viel. Zu schnell ging der Ball nach erfolgreichen Abwehraktionen während der Aufbauversuche in Richtung BVB-Gehäuse verloren.

An dieser Gemengelage sollte sich auch nach dem Seitenwechsel zunächst wenig ändern. Der BVB mühte sich, der BSC verteidigte, vermied aber zu forsche Ausflüge in des Gegners Hälfte. Aber je länger die Partie dauerte, desto mutiger spielten die Hausherrn. In der 63. Minute  durfte schließlich nicht der stimmgewaltige BVB-Anhang, sondern die eher stille Mehrheit der BSC-Anhänger jubeln. Nach einer kurz ausgeführten Ecke landete der Ball schließlich bei David Bors, der von der rechten Seite messerscharf auf den einlaufenden Adis Omerbasic flankte. Und der ließ mit seinem Volleyschuss aus kurzer Distanz BVB-Schlussmann Jan-Pascal Reckert keine Abwehrchance. Die Gäste inklusive Trainer Jan Siewert, der sich zunächst über eine offenbar verbale Entgleisung seitens der Bonner Bank beschwerte und die letzten Minuten der Partie auf der Tribüne verfolgen musste, wirkten genervt, ließen einige Bonner Konterchancen zu.

"Sehr enttäuscht"

Dann aber nahm Julian Schwermann Maß und erzielte in der 84. Minute mit einem unhaltbaren Schlenzer den 1:1-Ausgleich. „In dieser Szene ist es uns leider nicht gelungen, den nötigen Druck aufzubauen“, meinte Zillken. Richtig bitter aus Sicht der Gastgeber wurde es, als der eingewechselte Jano Baxmann drei Minuten vor dem Abpfiff  zum 2:1 für den BVB einschob. „Natürlich sind meine Spieler sehr enttäuscht“, sagte der BSC-Trainer. „Aber am Montag stehen wir wieder auf und bereiten uns auf das nächste Spiel am Samstag beim 1. FC Köln vor.“

  • Bonner SC: Michel, Wipperfürth, Rütten, Perrey, Hirsch, Fillinger, Stoffels (88. Gerber), Mwarome, Omerbasic, Brock, Bors (85. Schmidt).
  • Borussia Dortmund: Reckert, Dieckmann (80. Baxmann), Pieper, Pavlidis, Pflücke (71. Burggraf), Boyamba, Amtov (65. Bockhorn), Hanke, Kilian, Ornatelli, Schwermann.
  • Tore: 1:0 Omerbasic (63. (84.), 1:1 Schwermann (84.), 1:2 Baxmann (87.). Zuschauer: 1410. Schiedsrichter: Nico Fuchs (Odenthal).