Ergebniskrise beim Fußballregionalligisten

Bonner SC verliert auch das Nachholspiel

Bonn. Der Bonner SC hat auch sein Nachholspiel in der Regionalliga West gegen Westfalia Rhynern verloren. Die Löwen mussten sich, trotz 1:0 Führung, am Ende doch mit 1:2 geschlagen geben.

 Die bislang nervige Ergebniskrise des Fußballregionalligisten Bonner SC mit fünf sieglosen Spielen könnte sich zu einem hartnäckigen Problem auswachsen. Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen namhafte Konkurrenz, wie der U 23 von Borussia Mönchengladbach und dem SC Verl verlor die Elf von Trainer Daniel Zillken nun auch noch das Nachholspiel am Tag der deutschen Einheit gegen den bislang sieglosen Aufsteiger SV Westfalia Rhynern mit 1:2 (1:0). Den Treffer von David Bors vor 650 Zuschauern, darunter rund 100 Bonner Fans, aus der 10. Minute egalisierte zunächst Pascal Beilfuß in der 76. Spielminute.

Nur drei Zeigerumdrehungen später gelang Exauce Andzouana der viel umjubelte Siegtreffer für das bisherige Schlusslicht, das die Rote Laterne damit wieder an die U 21 des 1. FC Köln übergab. Mit noch einem Nachholspiel gegen den SV Rödinghausen in der Hinterhand verharrt der BSC in der Tabelle auf Platz 14, nur drei Tore vor dem punktgleichen FC Wegberg-Beeck auf Abstiegsplatz 15. Bereits am Freitagabend (19 Uhr) folgt für den BSC die Partie beim amtierenden Meister Viktoria Köln.

„Wir hatten das Spiel bis zum 1:1 im Griff. Unser Torhüter bekam bis dahin keine schweren Ball zu halten“, meinte BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz. „Umso unnötiger ist diese Niederlage. Ich glaube Rhynern weiß jetzt noch nicht, warum sie gewonnen haben.“ Auch BSC-Trainer Daniel Zillken konnte es nicht fassen. „Eine total unverdiente Niederlage, nach der später allerdings keiner mehr fragt. Auch wenn es sich merkwürdig anhört, aber wir waren die klar bessere Mannschaft.

Ich kann und will deshalb keinem meiner Spieler einen Vorwurf machen.“ Gegenüber dem enttäuschenden 1:3 in Verl hatte BSC-Trainer Daniel Zillken die Startelf gleich auf sechs Positionen verändert. Für den erkrankten Innenverteidiger Nico Perrey rückte Mario Weber erstmals in dieser Saison in die Startelf. Für Adis Omerbasic und Ugur Dündar spielten Günter Mabanza und Sebastian Hirsch von Beginn an. Statt Lars Lokotsch stürmte David Bors. Auch Jannick Stoffels und Marcel Kaiser fanden sich in der ersten Elf wieder.

Rhynern hatte kurz vor dem Nachholspiel die Konsequenzen aus dem schwachen Saisonstart gezogen und sich von Trainer Holger Wortmann getrennt. Wortmann hatte die Mannschaft erst in diesem Sommer übernommen. Seine magere Bilanz aus zehn Spielen: Zwei Unentschieden und acht Niederlagen. Das Abschlusstraining leitete der bisherige Co-Trainer Dustin Wurst. Ein Maßnahme, die zunächst aus Sicht der Hausherrn wenig einbrachte. Denn bereits in der zehnten Minute verwertete Bors per Kopf die Rechtsflanke des agilen Marcel Kaiser zum 1:0.

Der zweite Treffer von Bors in dieser Saison. Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit auf tiefem Geläuf verzeichneten die Gäste ein deutliches Chancenplus. Mehrheitlich beteiligt: Marcel Kaiser, der in der 18. Minute erst am linken und später in der 26. Minute knapp am rechten Pfosten des Tores von Schlusslicht Rhynern vorbeizielte. In der 32. Minute waren dann erstmals die Hausherrn an der Reihe. Ex-Profi Salvatore Gambino, der wenig später verletzt raus musste, verfehlte das von Alexander Monath gehütete BSC-Tor mit einem leicht abgefälschten Schuss nur um Zentimeter. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff verpasste Bors per Kopf nach Freistoßflanke von BSC-Kapitän Dario Schumacher das 2:0 ebenfalls nur knapp.

Mit der bis dahin zu mageren Ausbeute von lediglich einem Treffer bewegten sich die Gäste auf dünnem Eis. Ein Umstand, der sich in der 76. Minute gegen die Gastgeber erstmals rächen sollte. Pascal Beilfuß zog zentral aus rund 16 Metern flach ins rechte Eck zum 1:1 ab, nachdem der BSC den Ball während eines viel versprechenden Konters vertändelt hatte.

Drei Minuten später unterlief Marcel Kaiser dann ein katastrophaler Fehlpass genau in die Füße des eingewechselten Exauce Andzouana, der sich die Chance zum 2:1 für Rhynern völlig frei vor BSC-Schlussmann Monath mit einem Schuss aus rund elf Metern nicht entgehen ließ. „Das waren praktisch zwei Eigentore“, meinte Zillken kopfschüttelnd. „Uns war immer bewusst, dass es in dieser Saison eng wird“, sagte BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz nach der Partie. „Was wir jetzt brauchen ist keine Hektik, sondern Punkte.“  

SV Westfalia Rhynern: Hahnemann, Polk, Beilfuß, Kleine, Neumann, Bengsch (68. Andzouana), Hönicke, Gambino (35. Tekiela), Ricke, Wiese, Arenz (68. Nicolai).

Bonner SC: Monath, Mabanza (87. Sobiech), Weber, Spinrath, Hirsch, Stoffels, Schumacher, Fillinger (71. Pranjes), Jesic, Kaiser, Bors (82. Lokotsch).

Tore: 0:1 Bors, 1:1 Beilfuß (76.), 2:1 Andzouana (79.). Zuschauer: 650. Schiedsrichter: Robin Delfs (Oberhausen).