Regionalliga West

Bonner SC unterliegt RW Essen

Eine unnötige Niederlage kassierte der BSC gegen Essen.

Eine unnötige Niederlage kassierte der BSC gegen Essen.

Bonn. Der Bonner SC hat das Traditionsduell gegen RW Essen 1:2 verloren. Vor 1500 Zuschauern kamen die Bonner trotz zahlreicher Chancen nicht zum verdienten Ausgleich und kassierten die dritte Niederlage in Folge.

Rot-Weiss Essen ist keine Laufkundschaft – erst recht nicht in der Fußball-Regionalliga West, die von Anhängern des deutschen Fußballmeisters von 1955 fast schon verächtlich als „Schweineliga“ bezeichnet wird. Für den Aufsteiger Bonner SC dagegen ist Liga vier das höchste der Gefühle. Jedes Spiel ist ein Geschenk. Jeder Punkt sowieso. Da wirkt es verständlich, dass BSC-Trainer Daniel Zillken trotz der 1:2 (0:2)-Niederlage vor der unerwartet mageren Kulisse von 1.500 Zuschauern so gar nichts auf seine Mannschaft kommen ließ – auch wenn die Hausherrn erst nach dem Seitenwechsel so richtig mit Biss und Leidenschaft zu Werke gingen und sich gegen die drohende Niederlage stemmten.

 „Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen“, räumte Zillken ein. „Aber ich kann der Mannschaft trotzdem keinen Vorwurf machen“, sagte der BSC-Trainer nach der dritten Niederlage am Stück. Marcel Platzek (13.) und RWE-Kapitän Benjamin Baier (25.) hatten die im ersten Abschnitt deutlich überlegenen Gäste mit 2:0 in Führung geschossen. Für den nach der Pause leidenschaftlich kämpfenden BSC reichte es nur noch zum 1:2-Anschluss, den Daniel Somuah in der 52. Minute erzielte. „Die Gegentreffer der Essener mussten wir erst einmal verkraften“, meinte Zillken. „Nach der Pause wollten wir mit einem schnellen Anschlusstor den Gegner in die Knie zwingen. Das ist uns fast gelungen. Unsere Fans sind am Ende aufgestanden und haben applaudiert – für die Jungs ein großes Kompliment.“

Die Partie begann so, wie es der BSC-Coach geahnt hatte. Das erste Mal überquerten die Hausherrn die Mittellinie in der 3. Spielminute. Auch die Schussversuche von Urgul Dündar (6.) und Connor Krempicki (10.) dürften den bis dahin frierenden RWE-Schlussmann Robin Heller kaum aufgewärmt haben. Auf der anderen Seite führte gleich der erste gefährliche Angriff der Gäste zur Essener Führung. Die Flanke von der rechten Seite von Dennis Malura verlängerte Kamil Bednarski zentimetergenau auf den Fuß von Mittelstürmer Marcel Platzek, der wenig Mühe hatte, den Ball über die Linie zu schieben (13.).

Beim zweiten Treffer der Gäste, die Trainer Sven Demandt statt des gewohnten 4:4:2 in einem offensiveren 4:3:3-System agieren ließ, konnte sich der Tabellenfünfte kompliziertes Kombinationsspiel auf dem dafür sowieso schlecht geeigneten, weil sehr holprigen Untergrund sparen. RWE-Kapitän Benjamin Baier zog in der 25. Minute mangels Bonner Intervention aus 25 Metern einfach mal ab und traf ins rechte untere Eck. Auch Andy Hubert im Bonner Tor half bei diesem Treffer kräftig mit. „Ein klarer Towartfehler“, räumte auch Zillken ein, der im letzten Spiel des Jahres auf den nach der 5. Gelben Karte gesperrten Dario Schumacher verzichten muss. In der 36. Minute verpasste Baier nach einem Fehler von Dündar das dritte Essener Tor vor der Pause nur knapp. Gästecoach Demandt hängte das bis dahin gezeigte entsprechend hoch auf. „Das war unser bislang bestes Spiel in dieser Saison“, lobte der Ex-Profi. „Lediglich das dritte Tor hat gefehlt.“

Auch deshalb kämpften die Gastgeber nach dem Seitenwechsel nicht ganz auf verlorenem Posten. Das zuvor vermisste Selbstvertrauen kehrte spür- und sichtbar in die Aktionen der Gastgeber zurück. Der Schusschance von Musculus (46.) folgte in der 52. Minute eine sehenswerte Kombination über Connor Krempicki und Lucas Musculus, die Daniel Somuah mit dem überlegten Schlenzer ins lange Eck zum 1:2-Anschluss abschloss. Während sich RWE wohl auch aus Gründen mangelnder Reserven nach den 120 Pokalminuten vom Mittwoch weiter zurückzog, tauchte der BSC immer häufiger gefährlich vor Heller auf. In der 59. Minute verfehlte Krempickis Distanzschuss das Essener Gehäuse nur um Zentimeter.

Anschließend hatte Musculus gleich zweimal das 2:2 auf dem Fuß (63., 67.). In der 71. Minute entschärfte Heller die dritte Großchance von Musculus, der nach Flanke des immer stärker werdenden Adis Omerbasic aus kurzer Distanz Richtung Essener Tor geköpft hatte. In der 83. Minute hatten die BSC-Fans erneut den Torschrei auf den Lippen. Aber Somuahs Volleyschuss endete am Außennetz. So blieb es für den Aufsteiger vor der letzten Partie des Jahres am kommenden Samstag beim SV Rödinghausen bei der sicherlich nicht schlechten, aber keinesfalls beruhigenden Ausbeute von 26 Punkten. Damit der Aufsteiger an der Grenze Niedersachsens trotz der laut Zillken miserablen Trainingsbedingungen gut vorbereitet antreten kann, wünscht sich der BSC-Coach die Anreise schon am Freitag. „Ich hoffe, dass der Verein dies ermöglichen kann.“

Bonner SC: Hubert, Omerbasic, Weber, Dick, Dündar, Schumacher, Fillinger (83. Retterath), Krempicki, Somuah, Kaiser (81. Sobiech), Musculus.
Rot-Weiss Essen: Heller, Malura, Zeiger, Grund, Rabihic (80. Brauer), Becker, Baier, Meier, Lucas (74. Windmüller), Bednarski (90. Huckle), Platzek.
Tore: 0:1 Platzek (13.). 0:2 Baier (25.), 1:2 Somuah (52.). Zuschauer: 1.500. Schiedsrichter: Benjamin Bläser.