Fußball-Regionalliga

Bonner SC startet in eine schwierige Saison

Neue Rolle: Adis Omerbasic, bislang Rechtsverteidiger, wird weiter vorn spielen.

Neue Rolle: Adis Omerbasic, bislang Rechtsverteidiger, wird weiter vorn spielen.

Bonn. Der Bonner SC startet am Samstag mit einem Heimspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund in die Fußball-Regionalliga. Laut Trainer Daniel Zillken wird es nicht einfach, die Klasse zu halten.

Adis Omerbasic lacht und reibt sich die Hände. „Ich darf weiter vorn spielen“, meinte der in den letzten beiden Spielzeiten in der Fußball-Regionalliga West meist auf der rechten Abwehrseite aufgebotene Spieler des Bonner SC am Rande der Saisoneröffnung auf dem Bonner Münsterplatz.

Der 23-Jährige, seit 2015 in Diensten des BSC, scheint Mitleid mit den Kollegen in der Abwehrreihe zu haben. Verständlich. Denn auf den Defensivverbund des BSC, zu dem im modernen Fußball selbstredend mehr oder weniger alle elf Akteure einer Mannschaft gehören, dürfte auch in dieser Saison Schwerstarbeit zukommen. Der BSC gehört wieder einmal zu den Abstiegskandidaten.

Wenn es um den Aufstieg in die 3. Liga geht, ist Viktoria Köln Topfavorit – zum sechsten Mal in Folge. Und diesmal muss der Erste im Westen nicht in die gefürchtete Relegation, sondern darf sich nach 34 Spieltagen verdientermaßen Drittligist nennen. Der BSC hat andere Sorgen, muss sich wieder einmal mächtig nach der Decke strecken – sportlich und finanziell. „Mit einem Etat von rund 350 000 Euro machst du keine großen Sprünge“, sagt Sportdirektor Thomas Schmitz, für den die Kaderplanung wieder einmal „eine große Herausforderung“ war und ist. Aber Schulden machen gilt nicht. „Da gehen wir lieber runter“, sagen die Verantwortlichen rund um den Sportpark.

 

Auch Cheftrainer Daniel Zillken, der in seine fünfte Spielzeit mit dem BSC geht, ist sich der Schwere der bevorstehenden Aufgabe bewusst. „Es wird nicht einfach, die Klasse zu halten“, sagt der 50-Jährige. Drei Teams müssen runter – wenn keiner für die Regionalliga West aus der 3. Liga absteigt. Und schon das Auftaktprogramm des BSC hat es in sich.

Gleich der erste Gegner am Samstag (14 Uhr, Sportpark Nord), die U 23 von Borussia Dortmund, entspricht nicht ganz der Kragenweite des BSC. „Während wir in der Regel im Umkreis von 80 Kilometern scouten, sichtet Dortmund in ganz Deutschland“, weiß Zillken. „Der BVB gehört im Nachwuchsbereich zu Deutschlands besten Adressen.“ Im zweiten Spiel gastiert der BSC beim Nachwuchs des 1. FC Köln. Dann kommt Topfavorit Viktoria Köln in den Sportpark. Selbst der Flutlichttermin am Freitagabend dürfte da nur bedingt helfen.

BSC will die Großen ärgern

Zillken setzt neben der durchaus vorhandenen fußballerischen Qualität, repräsentiert durch neue Spieler wie Nils Rütten (Borussia Mönchengladbach U 23) oder Dennis Brock, der vom Drittligisten Sportfreunde Lotte zum BSC wechselte, vor allem auf die Mentalität seiner Spieler. „Davon haben wir reichlich“, sagt der 50-Jährige. Ein Pfund, das in der abgelaufenen Saison zum guten Schluss den Klassenerhalt einbrachte.

Die Großen ärgern und die wenigen Teams auf Augenhöhe in Schach halten. Eine Strategie, die zum Erfolg führen soll, aber in der vergangenen Saison vor allem gegen die Mitkonkurrenten häufig schiefging und deshalb das Zittern um den Ligaverbleib bis zum letzten Spieltag in die Länge zog. Vor dieser Saison gehören die Aufsteiger Straelen, Herkenrath, Lippstadt und der 1. FC Kaan-Marienborn zu den Teams, die der BSC hinter sich lassen will.

Allerdings fehlt ein Strippenzieher wie Dario Schumacher, den es bekanntlich zu Rot-Weiß Oberhausen zog. Ob Brock oder Bernhard Mwarome (FC Augsburg U 23) Struktur ins Bonner Spiel bekommen, wird sich zeigen. Letztgenannter trainierte sogar während seiner Zeit bei der U 23 von Bayern München das eine oder andere Mal unter Profitrainer Carlo Ancelotti. Was im Abstiegskampf in Liga vier nicht unbedingt viel nützt.

Wichtiger sind Tore. Hier soll Shunya Hashimoto helfen. Fragt sich nur, wann. Der Japaner wirbelte in den Testspielen, traf gegen den 1. FC Köln, muss aber nach wie vor auf seine Aufenthalts- und damit Spielberechtigung warten. Sein Einsatz gegen Dortmund? „Eher nicht zu erwarten“, sagt Zillken.

Gegen den BVB fehlt auch der Kapitän. Mario Weber zog sich in der Vorbereitung eine Gesichtsverletzung zu und fällt in der Innenverteidigung zwei Monate aus. Für ihn steht am Samstag wohl Rütten neben Nico Perrey im Zentrum, bis möglicherweise ein Ersatz gefunden ist. Nicht mit dabei ist außerdem Daniel Somuah, dessen Muskelfaserriss noch nicht auskuriert ist.

Auch im Tor erleben die Zuschauer am Samstag eine Veränderung. Für Alex Monath, der in der abgelaufenen Saison alle Pflichtspiele absolvierte, steht Martin Michel zwischen den Pfosten. Monath, der den BSC eigentlich verlassen wollte und deshalb Urlaub gebucht hatte, stößt erst nach der ersten Partie zur Mannschaft. Und Michel hielt überragend im Test gegen den 1. FC Köln. Der 25-jährige freut sich im Gegensatz zum Kollegen Omerbasic, ganz hinten spielen zu dürfen.