Rote Karte für Lars Lokotsch

Bonner SC spielt trotz Roter Karte 1:1 gegen Wattenscheid

Lars Lokotsch sieht schon in der 42. Minute Rot.

Lars Lokotsch sieht schon in der 42. Minute Rot.

Bonn. Der Bonner SC ist gegen den SG Wattenscheid nur mit einem 1:1 vom Platz gegangen, nachdem Lars Lokotsch bereits in der 42. Minute die Rote Karte gesehen hat.

Rund acht Minuten grüßte der Bonner SC von der Tabellenspitze der Fußballregionalliga West. Nach 90 Minuten reichte das 1:1 (0:0) gegen die SG Wattenscheid 09 vor 700 Zuschauern im Sportpark Nord zumindest bis heute Nachmittag zu Tabellenplatz drei.

Die Bonner Führung durch Abdelkader Maouel aus der 57. Minute glich SG-Kapitän Manuel Glowacz in der 65. Minute vom Elfmeterpunkt aus. Der BSC, der auch nach sieben Spielen ungeschlagen bleibt,  erkämpfte den Punkt in Unterzahl.  Lars Lokotsch hatte in der 42. Minute nach einem Foulspiel die Rote Karte gesehen. „Moralisch sind wie heute der Sieger“, meinte BSC-Trainer Daniel Zillken. „Die Rote Karte war aus meiner Sicht zu hart.“

Abdelkader Maouel brauchte Geduld, viel Geduld. Mehr als ein Jahr gingen ins Land, seit der 29-Jährige für den BSC ein Pflichtspiel bestritten hat. Am 5. August 2016, dem 2. Spieltag der Saison 2016/2017, zog sich der damalige BSC-Kapitän beim Spiel an der Hafenstraße gegen Rot-Weiss Essen einen Kreuzbandriss zu. Danach folgte das übliche: Operation, Genesung, Reha und das lange Warten.

Gegen Wattenscheid stand Maouel erstmals wieder in der Startelf. Dass Zillkens Kollege Farat Torku mit der gleichen Elf startete, die zuletzt gegen die U 21 des 1. FC Köln den ersten Dreier einfuhr, verwundert dagegen kaum. Auch wenn der BSC in Halbzeit eins den etwas besseren Start erwischte, verliefen die ersten 45 Minuten aus Sicht der Gastgeber eher zähflüssig.

BSC-Kapitän Dario Schumacher in der 3. und Bonns einzige Spitze, Lars Lokotsch in der 5. Minute verzeichneten jeweils Halbchancen. Weitaus gefährlicher agierte Joseph Boyamba, der in der 17. Minute BSC-Innenverteidiger Nico Perrey nach allen Regeln der Dribbelkunst stehen ließ, dann aber aus spitzem Winkel am gut reagierenden BSC-Schlussmann Alexander Monath scheiterte.

In der Folge bekam Wattenscheid die Partie immer besser in den Griff. Die Konter der Hausherrn scheiterten immer wieder am schlampigen letzten Pass. Drei Minuten vor dem Wechsel verschlechterte sich die Ausgangslage für den BSC grundlegend. Nach einer Grätsche unweit der Mittellinie gegen Jeffrey Obst zückte Schiedsrichter Jonathan Lautz ohne zu zögern gegen Lokotsch die Rote Karte. Eine harte Entscheidung. Der BSC-Stürmers soll von der Seite attackiert haben.

Mit noch zehn Akteuren konzentrierte sich der BSC auf die Defensive. Vorne lauerte Maouel. Aber wie so häufig, schien die Hinausstellung eher das dezimierte Team zu beflügeln. In der 51. Minute scheiterte Schumacher aus der Distanz an Wattenscheids Nummer eins, Edin Sancaktar. Nur wenige Sekunde später verfehlte Berkant Canbulut nach einem Konter das BSC-Gehäuse nur um Zentimeter.

Und dann folgte der große Auftritt von Maouel, der erst einem Wattenscheider an der Strafraumgrenze den Ball vom Fuß nahm, um dann aus rund zwölf Metern flach ins rechte Eck zum 1:0 für den BSC zu verwandeln (57.). Das Spiel nahm nun richtig Fahrt auf.

In der 60. Minute klärte Perrey auf der Linie. Nach der anschließenden Ecke köpfte Adrian Schneider knapp vorbei. Fünf Minuten später entschied der Unparteiische nach einem Foul von Schumacher an Nico Buckmaier auf Elfmeter. Eine Chance, die sich SG-Kapitän Manuel Glowacz nicht entgehen ließ. Vier Minuten später raufte sich Sebastian Spinrath die Haare. Der BSC-Innenverteidiger hatte aus rund 18 Metern fast noch das 2:1 erzielt.  

Bonner SC: Monath, Omerbasic, Spinrath, Perrey, Dündar, Fillinger, Schumacher, Jesic (87. Somuah), Maouel (74. Hirsch), Kaiser (83. Sobiech), Lokotsch.

SG Wattenscheid 09: Sancaktar, Obst, Schneider, Clever, Langer, Tietz, Glowacz, Tunga (55. Buckmaier), Canbulut (74. Kim), Erwig-Drüppel, Boyamba (81. Jakubowski).

Tore: 1:0 Maouel (57.), 1:1 Glowacz (65. Foulelfmeter). Zuschauer: 700. Schiedsrichter: Jonathan Lautz (Burbach). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Lars Lokotsch (42.).