Fußball-Mittelrheinpokal

Bonner SC macht das "Finale zo Huss" perfekt

Torschützen unter sich: Connor Krempicki (links) und Daniel Somuah jubeln über den Finaleinzug.

Torschützen unter sich: Connor Krempicki (links) und Daniel Somuah jubeln über den Finaleinzug.

BONN. Der Bonner SC hat sich den Traum vom „Finale zo Huss“ erfüllt: Mit einer starken Leistung bezwang der Regionalligist im Halbfinale des Mittelrheinpokals den FC Viktoria Köln mit 2:0 (0:0) und steht nach 2015 erneut im Endspiel.

Bonns Gegner wird am 25. Mai im Sportpark Nord dann Drittligist SC Fortuna Köln sein, der sich gegen den TV Herkenrath durchgesetzt hatte.

„Es war eine überragende Mannschaftsleistung gegen den Meister der Regionalliga West und ein perfekter Abend für uns“, sagte BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz. Auch Trainer Daniell Zillken war voll des Lobes für seine Elf: „Die Mannschaft hat alles abgerufen, was wir uns vorgenommen hatten und hat bedingungslos gefightet.“ Die Viktoria verpasste dagegen die nächste Finalteilnahme und lieferte dem BSC schon vor dem Spiel einen Motivationsschub: Im „Express“ war kürzlich eine von der Viktoria gewünschte Verlegung des Finals in den Raum gestellt worden.

Dass beim BSC der unbedingte Wille zum Erreichen des Traums herrschte, war direkt zu Spielbeginn spürbar: Die Elf von Trainer Daniel Zillken erwischte einen guten Start in die Partie und kam in der vierten Minute mit mehreren Flanken erstmals gefährlich vor das Kölner Tor. Dass dies nicht ein kurzes Strohfeuer bleiben sollte, bewiesen die Hausherren auch danach: Mit einer kompakten Defensive und schnellen Angriffen nach Balleroberungen machten sie der Viktoria, bei der der ein oder andere Stammspieler zunächst auf der Bank blieb, das Leben schwer. Beispiel dafür eine Chance von Marcel Kaiser, der mit dem Ball ab der Mittellinie auf den Kölner Strafraum zulief, beim Abschluss aber über den Kasten zielte (18.)

Keine zwei Minuten später hatten die BSC-Anhänger den Torschrei schon auf den Lippen: Lucas Musculus rutschte in eine Flanke von Kaiser und zwang Kölns Schlussmann Alexander Monath zu einer Glanzparade. Dass die Viktoria ihrerseits kaum einmal gefährlich vor das Bonner Tor kam, lag vor allem an BSC-Innenverteidiger Mario Weber, der jedes Kopfballduell gewann und auch am Boden kaum zu bezwingen war. Und wenn doch, sprangen andere in die Bresche: Nach einem gefährlichen Querpass von Kölns Kapitän Mike Wunderlich spitzelte Kaiser den Ball gerade noch vor Fatih Candan weg (34.).

Dass Kölns Trainer Marco Antwerpen der Auftritt seines Teams im ersten Durchgang nicht gefallen hatte, wurde bei Wiederanpfiff schnell deutlich: Die Viktoria kam direkt mit einer Reihe von Großchancen aus der Kabine, die Bonns Keeper Martin Michel jedoch herausragend entschärfte. Nur eine weitere Minute später lag der Ball zwar im Bonner Tor, jedoch verweigerte Bundesliga-Schiedsrichter Sascha Stegemann dem Treffer wegen Abseits die Anerkennung.

Waren zuvor schon herausgeholte Eckbälle vom Bonner Publikum mit frenetischem Beifall bedacht worden, gab es in der 58. Minute erst recht Grund zum Jubeln: Nach einer Ecke stocherte Daniel Somuah den Ball über die Linie. Die Gäste reklamierten zwar vehement ein Handspiel, fanden damit bei Stegemann aber kein Gehör. Nur drei Zeigerumdrehungen später hatte Musculus mit einer Doppelchance sogar schon die Vorentscheidung auf dem Fuß.
Die spannende Schlussphase wurden dann von einer schweren Verletzung von Kölns Sascha Eichmeier überschattet, die er sich ohne Fremdeinwirkung zuzog. Da es fast zehn Minuten dauerte, bis eine Trage am Platz war, mussten die Gastgeber noch eine eben so lange Nachspielzeit überstehen. Connor Krempicki sorgte in dieser schließlich für die Erlösung: Der Mittelfeldmann nahm einen langen Einwurde des eingewechselten Ricardo Retterath auf, umkurvte Monath und schob zum 2:0 ein (90.+10).