Regionalliga

Bonner SC kassiert bittere Heimpleite

Bonn. Der Bonner SC muss weiter auf die angestrebte 40-Punkte-Marke warten. Die Rheinlöwen unterlagen Rot-Weiß Oberhausen 2:5.

Rot-Weiß Oberhausen bleibt Deutschlands erfolgreichste Mannschaft in der Fußballregionalliga. Der 5:2 (2:2)-Erfolg vor 1.000 Zuschauern im Sportpark Nord gegen den Bonner SC war der siebte Sieg in Folge für die Elf von Trainer Mike Terranova. Der BSC, der RWO phasenweise gut im Griff hatte, wartet damit weiter auf die Punkte 38 bis 40, die den sicheren Klassenerhalt bedeuten würden. Der Spieler des Abends hieß Simon Engelmann. Der Oberhausener Angreifer erzielte alleine drei Treffer der Gäste (2., 8., 60.). Yassin Ben Balla (83.) und Raphael Steinmetz (90.) erhöhten noch auf 5:2. Daniel Somuah (22.) und Connor Krempicki (44.) hatten für den BSC den frühen 0:2-Rückstand bis zur Pause ausgeglichen. Kelvin Lunga sah in der 74. Minute die Rote Karte. Der Mittelfeldspieler hatte den Ball nach einem nicht geahndeten Foul in Richtung Linienrichter geworfen. „Wir wollten das kleine Wunder“, sagte BSC-Trainer Daniel Zillken. „Aber RWO hat aufgrund seiner Qualität am Ende verdient gewonnen.“


Ob Gordon Addai aus allen Wolken fiel, als ihm BSC-Trainer Daniel Zillken eröffnete, dass er von Anfang an und auch mit der Kapitänsbinde gegen RWO ran darf, ist nicht überliefert. Der 35-Jährige kam bis zum Spiel gegen RWO auf gerade einmal sieben Minuten Einsatzzeit, die sich auf die Einwechslungen gegen Ahlen und Alemannia Aachen verteilen. Dass Mario Weber für Andreas Dick innen verteidigte, war nach der frühen Auswechslung von Andreas Dick in Wattenscheid erwartet worden. Für den erkrankten Anil Capkin kehrte Adis Omerbasic wieder auf seine angestammte Position als Rechtsverteidiger zurück. Vor der Partie hatte Zillken RWO als brutal effizient charakterisiert. Eine treffende Analyse, wie sich schon in der 2. Minute herausstellen sollte. Denn gleich mit dem ersten Torschuss gelang Simon Engelmann das 1:0 für die Gäste.

Eine unglückliche Figur machte dabei ausgerechnet Addai, der beim Versuch Engelmann zu stören, wegrutschte. Fünf Minuten später hatte der 35-Jährige erneut Pech, als sein Volleyschuss nach einer Ecke von Dario Schumacher in den Armen von RWO-Schlussmann Robin Udgebe landete. Im Gegenzug war es dann erneut Engelmann, der nach einer weitgehend ungestörten Kombination über RWO-Kapitän Benjamin Weigelt und Robert Fleßers zum 2:0 verwandelte (8.). Der zweite schnelle Treffer entfaltete seine Wirkung bis zur Mitte der ersten Hälfte. Die Hausherrn spielten fahrig, leisteten sich viele Ballverluste im Spielaufbau. Für Linderung sorgte schließlich Connor Krempicki, der sich in der 22. Minute bis zur Grundlinie durchtankte und auf Daniel Somuah zurückspielte, der beim 1:2 aus fünf Metern Robin Udgebe keine Chance ließ. Ein Tor mit Signalwirkung. Vom lähmenden Respekt der Anfangsminuten war nichts mehr zu spüren. Schon in der 34. Minute verpasste Lucas Musculus das 2:2 nur knapp. Auf der anderen Seite verhindert BSC-Schlussmann Martin Michel den dritten Treffer von Engelmann (41.). Dass Connor Krempicki auf der Wunschliste von BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz unangefochten an erster Stelle steht, demonstrierte der Ex-Schalker in der 44. Minute. Nach einem unwiderstehlichen Antritt setzt der 22-Jährige Musculus mit der Hacke in Szene, um dann dessen Zuspiel aus kurzer Distanz zum mittlerweile verdienten 2:2 über die Linie zu drücken.

Auch nach dem Seitenwechsel schienen die Gastgeber das Spielgeschehen im Griff zu haben. Der zu Recht nicht gegebene Abseitstreffer von Engelmann (50.) trieb den Blutdruck beim Aufsteiger kaum in die Höhe. Das sollte sich in der 60. Minute ändern. Vor allem Tim Lünenbach dürfte das Adrenalin in die Adern geschossen sein. Nach verlorenem Sprintduell gegen Arnold Budimbu mit anschließendem Foul und gelber Karte verwandelte erneut Engelmann den Freistoß direkt zum 3:2 für RWO. Der Aufsteiger reagierte zunächst entschlossen und dann unbeherrscht. Somuah per Kopf nach Freistoß von Dario Schumacher (68.), Krempicki (69.) und Musculus (71.) verpassten den erneuten Ausgleich nur knapp. Für die Entscheidung sorgten schließlich die eingewechselten Yassin Ben Balla (83.) und Raphael Steinmetz (90.), die zum 4:2 und 5:2 trafen. Zu diesem Zeitpunkt spielte der BSC nur noch zu Zehnt. Kelvin Lunga hatte nach einem harten Einsteigen eines Oberhausener Abwehrspielers in der 74. Minute den Ball in Richtung des Assistenten geworfen und dafür die Rote Karte gesehen.

Bonner SC: Michel, Omerbasic, Lünenbach, Weber, Dündar, Addai (82. Mabanza), Schumacher, Krempicki (90. Antoski), Somuah, Lunga, Musculus.
Rot-Weiß Oberhausen: Udgebe, Heber, Steurer, Nakowitsch, Hermes, Weigelt (61. Garcia), Fleßers, Reinert (73. Ben Balla), Budimbu (83. Steinmetz), Scheelen, Engelmann.

Tore: 0:1 Engelmann (2.), 0:2 Engelmann (8.), 1:2 Somuah (22.), 2:2 Krempicki (44.), 2:3 Engelmann (60.), 2:4 Ben Balla (83.), 2:5 Steinmetz (90.).
Zuschauer: 1.000. Schiedsrichter: Marco Goldmann.