Regionalliga

Bonner SC gegen Wattenscheid 09 mit vielen Optionen

Bonn. Der Bonner SC spielt am Samstag bei der SG Wattenscheid 09. Trainer Markus Zschiesche erlebt am Wochenende sein erstes Pflichtspiel und hat sofort die Qual der Wahl.

Tief im Westen, genauer gesagt im Lohrheidestadion des Bochumer Stadtteils Wattenscheid, beginnt für den Berliner Markus Zschiesche am Samstag der Ernst des Trainerdaseins. Fünf Testspiele lang konnte der neue Coach des Fußball-Regionalligisten Bonner SC nach Herzenslust experimentieren. Fast immer erhielten 20 Akteure ihre Einsatzzeiten. Nun geht es bei der SG Wattenscheid 09 wieder um Punkte. Und Zschiesche muss sich entscheiden.

„Nach meinem Geschmack haben wir eine gute Vorbereitung gespielt“, sagt der BSC-Trainer. „Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht." Auch der angehende Fußballlehrer machte hinsichtlich der Bewertung der Testspiele keine Ausnahme. Bloß nicht zu hoch aufhängen. „Aber die Art und Weise, wie die Mannschaft Training und Tests angenommen hat, sind für mich sehr wichtig. Das Zusammenspiel zwischen Trainer und Mannschaft funktioniert gut“, meint der 36-Jährige, der sich nun Gedanken über die elf Kicker macht, die in Wattenscheid den Abstand zu den Abstiegsplätzen halten, wenn möglich sogar vergrößern sollen. Fünf bis sechs Akteure haben laut Zschiesche ihren Startplatz sicher. „Der Rest ist offen“, sagt der Bonner Übungsleiter.

Die Baustelle Innenverteidigung, die sich nach den Verletzungen von Kapitän Mario Weber und Nico Perrey aufgetan hatte, gilt mittlerweile als geschlossen. Perrey wirkte in den letzten beiden Vorbereitungsspielen gegen Freialdenhoven (1:0) und gegen die U23 von Borussia Dortmund (2:1) bereits wieder mit. Einen guten Eindruck machten zudem die beiden neuen Innenverteidiger Cedrik Mvondo und Wael Karim. Die besten Karten dürfte Mvondo haben, der unter Zschiesche beim Berliner AK spielte. Kapitän Weber wird mit seiner Innenbandverletzung am Knie noch mindestens sechs Wochen fehlen.

Noch nicht beantwortet ist für den neuen BSC-Coach die Torhüterfrage. Alexander Monath, unter Daniel Zillken die unumstrittene Nummer eins, Martin Michel und auch der erst 19-jährige Jens Fikisi hinterließen während der Vorbereitung einen guten Eindruck. „Ich weiß noch nicht, wer spielt“, sagt Zschiesche. Sicher ist er dagegen, dass der gesamte Kader des BSC in der Winterpause an Qualität gewonnen hat. „Da hat unser Sportlicher Leiter Thomas Schmitz einen hervorragenden Job gemacht“, lobt Zschiesche.

Auch in der Offensive die Qual der Wahl

Mit Suheyel Najar, Vincent-Louis Stenzel und Hamza Salman verfügen der Cheftrainer und Assistent Ronny Ermel über drei weitere Optionen für die Abteilung Attacke. „Unsere Offensive ist gut bestückt“, meint Zschiesche. Auch hier hat der Berliner die Qual der Wahl. Stenzel und Vojno Jesic sind allerdings angeschlagen. Jesic an der Leiste, Neuzugang Stenzel behindert ein Pferdekuss in der Wade.

Über den Gegner und seinen Trainer Farat Toku, der für die kommende Saison mit dem Drittligisten Preußen Münster in Verbindung gebracht wird, hat sich Zschiesche mithilfe vieler Videos ein Bild gemacht. Eine Sammelaktion, auf Neudeutsch Crowdfunding, sicherte Wattenscheid überhaupt erst das Weiterspielen in der Liga. Bundesligist Schalke 04 greift dem Nachbarn im Sommer mit einem Benefizspiel unter die Arme.

Für Zschiesche spielen derartige Umstände nur eine untergeordnete Rolle. „Wir treffen auf einen spielstarken Gegner, der uns alles abverlangen wird.“ Die Lohrheide ist für den Berliner übrigens kein Neuland. Als Aktiver des SC Paderborn und der SF Siegen spielte Zschiesche bereits gegen die SG. Und beinahe hätte sich der heute 36-Jährige das Wattenscheider Trikot selbst übergestreift. Unter dem damaligen Trainer Hannes Bongartz absolvierte er vor der Saison 2002/2003 in der Lohrheide ein Probetraining. „Am Ende war ich wohl zu teuer. Ein Vertrag kam nicht zustande“, erinnert sich der 36-Jährige.