Nach 0:0 in Dortmund

Bonner SC feiert Klassenerhalt in der Regionalliga West

DORTMUND/BONN. Der Bonner SC kann eine weitere Saison in der Regionalliga West planen. Mit einem 0:0-Unentschieden in Dortmund machten die Rheinlöwen am Sonntag den Klassenerhalt perfekt.

Der Bonner SC spielt auch in der Saison 2018/2019 in der Fußball-Regionalliga West. Der Mannschaft von Cheftrainer Daniel Zillken reichte vor 951 Zuschauern im Stadion Rote Erde ein 0:0 bei der Zweitvertretung von Borussia Dortmund, um nach 34 Spieltagen und einem nervenaufreibenden Abstiegskampf noch auf den rettenden 13. Tabellenplatz zu springen. Da die U23 von Fortuna Düsseldorf zur gleichen Zeit gegen Rot-Weiss Essen nicht über ein 1:1 hinauskam, rutschte die Fortuna auf Abstiegsplatz 15. Sollte allerdings der KFC Uerdingen, der mit 5:0 in Wiedenbrück gewann, die Relegation zur 3. Liga gegen Waldhof Mannheim für sich entscheiden, bliebe auch Düsseldorf in der vierten Liga.

„Wir sind überglücklich, dass wir die Klasse gehalten haben“, meinte Zillken, bevor seine Spieler die Pressekonferenz stürmten, um ihrem Trainer die mittlerweile obligatorische Bierdusche zu verpassen. „Jetzt können wir in aller Ruhe planen“, sagte Zillken später. „Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen, die auch in der kommenden Spielzeit versuchen wird, in der Klasse zu bleiben.“

Für den letzten Akt des Abstiegskampfes war der BSC-Trainer gezwungen, noch einmal seine Startformation zu verändern. Für Sebastian Spinrath, der sich am Mittwoch beim 2:1-Sieg in Wattenscheid die Schulter ausgekugelt hatte, begann Dennis Engelman. Kurz nachdem David Bors in der zwölften Minute nach Flanke von Adis Omerbasic den ersten Abschluss für den BSC verbuchte, machte sich leichte Unruhe auf der Bonner Trainerbank breit. Die U23 von Fortuna Düsseldorf war gegen Rot-Weiss Essen mit 1:0 in Führung gegangen.

 

Der Klassenerhalt des BSC hing jetzt am hauchdünnen Faden des lediglich um ein Tor besseren Trefferverhältnisses. Außerdem scheinen die Essener Spieler kein Weingummi zu mögen. Denn der BSC-Vorstandsvorsitzende Dirk Mazurkiewicz hatte den Rot-Weißen pro Tor gegen die Fortuna 100 Kilogramm Haribo versprochen.

Auf dem Rasen der „Roten Erde“ passierte indes nicht viel. Beide Teams wirkten bemüht, scheiterten aber jeweils an den sicher agierenden Abwehrreihen. Halbwegs gefährlich: der Distanzschuss von Omerbasic (25.). Vier Minuten später hätte der BSC in Führung gehen können. Nach einer Omerbasic-Flanke von der rechten Seite scheiterte Bors aus kurzer Distanz an BVB-Schlussmann Jan-Pascal Reckert. Die anschließende Ecke von Dario Schumacher brachte Nico Perrey in Schussposition. Diesmal rettete Reckert reaktionsschnell per Fußabwehr.

 

Schumacher verletzt vom Feld

In der 39. Minute humpelte der Kapitän von Bord. Der 25-Jährige wurde mit einem Bänderriss im Knöchel in eine Dortmunder Klinik gefahren. Abdelkader Maouel ersetzte den verletzten Schumacher. Kurze Zeit später verzeichneten die bis dato harmlosen Dortmunder durch Beyhan Ametov ihre erste Torgelegenheit (40.). Da sich zwischenzeitlich auch in Düsseldorf nichts mehr getan hatte, schritt der BSC als Regionalligist zum Pausentee in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Gastgeber entschlossener zu Werke. Entscheidendes passierte allerdings woanders. In der 55. Minute hatte sich die Gemengelage im Abstiegsscharmützel zwischen Bonn, Düsseldorf und Köln grundlegend geändert. Durch die 2:0-Führung des Wuppertaler SV gegen die U23 des 1. FC Köln rutschten die Geißböcke zwischenzeitlich auf den 15. Tabellenplatz. In Dortmund hatte gleichzeitig Maouel per Freistoß die Gelegenheit, den BSC vieler Sorgen zu entledigen. Aber der Versuch des Ersatzkapitäns blieb in der Dortmunder Mauer hängen.

 

So blieb das Smartphone auf der Bonner Trainerbank weiterhin wichtigstes Utensil. Auch, weil Bors in der 73. Minute eine Flanke von Ugur Dündar nur um Zentimeter verpasste. In der 81. Minute sah Gianluca Rizzo offenbar wegen einer Beleidigung noch die Rote Karte. Am Ende sollte das 0:0 dennoch reichen, auch weil Essen in Düsseldorf zum 1:1 ausgeglichen hatte. Bleibt die Frage, was sich Düsseldorf als Geschenk ausdenkt, um dem KFC Uerdingen in der Relegation gegen Waldhof Mannheim Beine zu machen. Denn steigt Uerdingen auf, bleibt auch die Fortuna viertklassig.

Borussia Dortmund U 23: Reckert, Chato, Mainka, Bockhorn, Pavlidis (46. Hanke), Pflücke (68. Bajner), Rizzo, Ametov (77. Arweiler), Ornatelli, Sauerland, Boadu.

Bonner SC: Monath, Hirsch, Perrey, Weber, Engelman, Omerbasic (90. Mabanza), Schumacher (39. Maouel), Fillinger, Somuah, Dündar, Bors (89. Sobiech).

Tore: Fehlanzeige.

Zuschauer: 951.

Schiedsrichter: Robin Braun.