Regionalliga West

Bonner SC fährt verdienten Heimsieg gegen Verl ein

David Bors beendet seine Torflaute eindrucksvoll mit zwei Treffern.

David Bors beendet seine Torflaute eindrucksvoll mit zwei Treffern.

Bonn. Einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf landete der Regionalligist Bonner SC am Samstagnachmittag gegen den SC Verl. Mit dem verdienten 3:1-Sieg vergrößerten die Bonner den Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 auf neun Punkte.

Das sprichwörtliche Abstiegsgespenst dürfte in Bonn in Kürze ausgedient haben. Mit dem 3:1 (2:0)-Erfolg des Fußballregionalligisten Bonner SC gegen den SC Verl, bis zum 27. Spieltag immerhin bestes Rückrundenteam, wuchs der Vorsprung des BSC auf den SC Wiedenbrück auf Tabellenplatz 16 auf neun Zähler an. Vor allem die Art und Weise, wie die Elf von Cheftrainer Markus Zschiesche über weite Strecken der Partie die drei Punkte einfuhr, lassen selbst größte Pessimisten zuversichtlich auf das vor allem im April mit fünf Partien dicht gedrängte Restprogramm blicken.

Zum Mann des Spiels vor 511 Zuschauern im Sportpark Nord avancierte David Bors. Der BSC-Mittelstürmer schnürte in der 7. und 23. Minute einen Doppelpack – für den 23-Jährigen nach langer Durststrecke ohne Tor die Treffer elf und zwölf. Nach Schwächephase und dem 1:2-Anschluss durch Fabian Brosowski in der 68. Minute machte Vincent Stenzel in der 71. Minute per Kopf zum 3:1 alles klar.

Vor dem Anpfiff gab's Blumen für den Trainer

„Heute hat meine Mannschaft Fußball gelebt und das umgesetzt, was wir spielen wollten“, meinte ein zufriedener Zschiesche. Vor der Partie war die frisch erworbene Fußballlehrerlizenz des BSC-Trainers das Thema. Am vergangenen Donnerstag hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel höchstpersönlich im Rahmen einer Gala im Kölner Hyatt-Hotel den insgesamt 24 Absolventen des 65. Fußballlehrer-Lehrgangs die begehrte Urkunde überreicht. Zeit für Zschiesche, sich befreit vom Lern- und Prüfungsstress um die Startformation gegen Verl Gedanken zu machen. Und der BSC-Cheftrainer musste umbauen. Notgedrungen. Vor allem die Gelbsperre von Dennis Brock dürfte den 37-Jährigen ins Grübeln gebracht haben. Auch Vojno Jesic (krank) und Robin Schmidt (verletzt) standen nicht zur Verfügung.

 

Zschiesche entschied sich für die Kombination aus Bernard Mwarome für den defensiven Part und Hamza Salman, der mithelfen sollte, offensive Akzente zu setzen. Kris Fillinger musste wie schon in Wiedenbrück zunächst mit der Bank Vorlieb nehmen. Den Vorzug auf der Sechs erhielt erneut Jannik Stoffels. Die Kapitänsbinde trug erstmals Linksverteidiger Markus Wipperfürth. Auch der BSC-Vorstand würdigte kurz vor der Partie die Verdienste seines Übungsleiters. Sportvorstand Thorsten Nolting überreichte dem frisch gebackenen Fußballlehrer einen Blumenstrauß. Zschiesche allerdings hatte weniger Augen für das frische Grün, sondern steuerte zwecks Umarmung auf Verls Trainer Guerino Capretti zu. Schließlich spielten beide in der Saison 2002/2003 für den damaligen Drittligisten SC Paderborn.

Bors beendet Torflaute gleich doppelt

Mehr Grund zur Freude gab es für den Gästecoach im Verlauf der ersten 45 Minuten allerdings nicht mehr. Schon in der 2. Minute verzog Cedrik Mvondo nur knapp, traf das Verler Außennetz. Fünf Minuten später schlug erstmals die Stunde des David Mikel Bors. Seit dem 1. Dezember hatte der BSC-Mittelstürmer nicht mehr getroffen. Sein Torkonto schien bei zehn Treffern regelrecht eingefroren. In der 7. Minute war der Weg frei. Nach einem Einwurf von Adis Omerbasic traf der 23-Jährige mit links flach ins rechte Ecke. SC-Schlussmann Robin Brüseke streckte sich vergebens. Beim 12. Saisontreffer von Bors in der 23. Minute half der Verler Innenverteidiger Janik Steringer kräftig mit. Bors hatte nach dessen Stockfehler wenig Mühe, zum 2:0 zu vollenden.

Nach einer halben Stunde dokumentierte der Gästecoach mit einem Doppelwechsel, dass er mit dem Spiel der Seinen  ganz und gar nicht einverstanden war. Steringer und Jens Schöppner mussten gehen, Patrick Kurzen und Anton Heinz kamen. Aber auch danach blieb der BSC die weitaus gefährliche Mannschaft. Nico Perrey per Kopf nach einem Freistoß von Jannik Stoffels (33.) und Adis Omerbasic per Linksschuss (35.) hatten sogar das 3:0 auf dem Fuß. Darüber hinaus scheiterten einige rasante Konter der Hausherrn über die starken Suheyel Najar und Wipperfürth erst am letzten Pass.

Auch nach dem Seitenwechsel sah der Gästecoach einen stürmischen BSC, der die Gäste mit schnellem Passspiel und hoher Laufbereitschaft in die Defensive drängte. Nach Najar-Pass verpasste Vincent Stenzel in der 56. Minute die Vorentscheidung. Danach riss der Faden. Fabian Brosowski verkürze folgerichtig in der 68. Minute auf 1:2. Drei Minuten später aber erlöste Vincent Stenzel die BSC-Anhänger nach Omerbasic-Flanke mit dem Kopf zum insgesamt verdienten 3:1.