Fußball-Regionalliga

Bonner SC empfängt Kölns U23 zum Abstiegsduell

Genesung im Eiltempo: Shunya Hashimoto trainiert nach seiner Bänderverletzung wieder mit der Mannschaft.

Genesung im Eiltempo: Shunya Hashimoto trainiert nach seiner Bänderverletzung wieder mit der Mannschaft.

Bonn. Fußball-Regionalligist Bonner SC arbeitet mit Hochdruck an einer Trainerlösung. Interimscoach Florian Mager will im Abstiegsduell gegen die U23 des 1. FC Köln seine 100-Prozent-Bilanz bestätigen. Shunya Hashimoto kehrt nach überstandenem Innenbandanriss zurück in den Kader.

Florian Mager hat in diesen Tagen viel um die Ohren. Am Dienstagmorgen läutete für den Interimscoach des Fußball-Regionalligisten Bonner SC um 6.30 Uhr der Wecker. Pünktlich um 7.45 Uhr saß der 27-Jährigen im Hörsaal der Rheinischen Fachhochschule in Köln. Auf dem Stundenplan des Wirtschaftsstudenten: Internationales Marketing. Um 14.30 Uhr sind die Vorlesungen und Seminare für diesen Tag beendet. Nach einem kurzen Mittagessen geht’s nach Hause nach Hürth. Vor der Fahrt um 16.30 Uhr zum Trainingsgelände des BSC wirft Mager noch einen kurzer Blick in die Trainingsunterlagen. Nach der Übungseinheit zur Vorbereitung auf das so wichtige Abstiegsderby am Samstag (14 Uhr, Sportpark Nord) gegen die U23 des 1. FC Köln fährt Mager gegen 21 Uhr wieder nach Hürth zurück.

„Für mich aktuell ein typischer Tagesablauf“, berichtet der 27-Jährige. Insgesamt drei Wochen will der ehemalige Assistent des zurückgetretenen BSC-Cheftrainers das volle Programm durchziehen. Nach dem FC-Spiel folgt am kommenden Freitagabend das Gastspiel beim Tabellenführer Viktoria Köln, bevor dann nach der Partie gegen Aufsteiger TV Herkenrath die Winterpause eingeläutet wird. Am 7. Januar beginnt die Vorbereitung auf die restliche Saison. Und die soll und will Mager nicht mehr bestreiten. Spätestens dann wollen BSC-Sportvorstand Thorsten Nolting und Sportdirektor Thomas Schmitz den Nachfolger von Zillken präsentieren. „Auf der Vorstandssitzung haben wir uns über zwei, drei Kandidaten unterhalten“, berichtet Nolting. Mehr dringt aus der Führungsetage des Tabellen-13. derzeit nicht nach außen. Die Trainersuche läuft unter dem Siegel der Verschwiegenheit. „Wir bekommen jeden Tag zum Teil auch sehr interessante Bewerbungen“, sagt BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz.

Gute Stimmung, hohe Intensität

Auf dem Trainingsplatz am Mondorfer Bach füllen sich derweil die Reihen. „Nach langer Zeit konnten wie wieder einmal elf gegen elf spielen lassen“, erzählt Mager. Die Stimmung sei gut, die Intensität hoch. „Wir wollen endlich den Trend stoppen, gegen die Teams, die hinter uns stehen, die Punkte abzugeben.“ 3:3 gegen Herkenrath, das 1:2 in Wiedenbrück, die 2:3-Niederlage beim 1. FC Kaan-Marienborn, nach der Zillken bekanntlich das Handtuch warf, stehen bislang negativ zu Buche. Lediglich im Hinspiel gegen den FC gab es durch das Last-Minute-Tor von Nils Rütten einen 2:1-Sieg. „Den wollen wir natürlich auch am Samstag“, sagt Mager, der allerdings trotz der jüngsten 1:3-Niederlage des FC unter dem neuen Trainer André Pawlak gegen Kaan-Marienborn ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. „Beide Teams wollen die drei Punkte einfahren“, findet der BSC-Interimscoach. „Köln, weil es dringend den Anschluss ans Mittelfeld braucht, wir, weil wir uns weiter von den Abstiegsplätzen absetzen können.“

An seine persönliche Bilanz als BSC-Trainer denkt Mager dabei nicht unbedingt. Die liegt derzeit nach dem 2:0-Sieg in Dortmund bei 100 Prozent. Oder anders ausgedrückt: bei einem Punkteschnitt von drei Zählern pro Spiel.

Den 27-Jährigen freut viel mehr, dass vor den drei letzten Spielen in diesem Jahr alle Mann an Bord sind. Auch Shunya Hashimoto, dessen Innenbandanriss im Knie geradezu rasant verheilt ist, trainiert bereits wieder mit der Mannschaft. Auch David Bors, der in Dortmund aufgrund einer Zerrung fehlte, meldete sich gesund zurück. Kein Wunder also, dass Mager vor seinem zweiten Spiel als verantwortlicher BSC-Trainer überlegt, die Elf, die in Dortmund zu überzeugen wusste, zu verändern. „Der gesamte Kader hat während der letzten Tage sehr gut gearbeitet. Und da sind einige Spieler dabei, die besonders auf sich aufmerksam gemacht haben“, meint der 27-Jährige.