31. Spieltag der Fußball-Regionalliga

BSC gewinnt im Schongang 3:1 gegen Wiedenbrück

Bonn. Mit einem deutlichen 3:1-Sieg hat der Bonner SC seinen Platz in der Regionalliga behauptet - und konnte vor heimischer Kulisse dabei sogar einige seiner Stammspieler schonen.

Der Fußballregionalligist Bonner SC darf sich ab sofort mit Leib und Seele dem Pokalhalbfinale am kommenden Dienstag gegen den Spitzenreiter Viktoria Köln widmen. Nach dem 3:1 (0:1)-Erfolg gegen den SC Wiedenbrück kann der BSC nun auch rechnerisch nicht mehr in die Mittelrheinliga absteigen. „Eine Leistung des gesamten Kaders, vor der ich nur den Hut ziehen kann“ , meinte ein stolzer BSC-Trainer Daniel Zillken.

Die Tore für den Aufsteiger, der zwecks Schonung ohne fünf Stammspieler begann, erzielten Benjamin Nuhi (60.) und der erst zur zweiten Hälfte eingewechselte Connor Krempicki mit einem Doppelpack (65., 78.). Die Führung für die Gäste hatte in der 22. Minute Sebastian Spinrath erzielt, der in der kommenden Spielzeit das BSC-Trikot überstreifen wird. „Für den einen oder anderen mag das ein wenig riskant ausgesehen haben“, meinte Zillken zur für ihn untypischen Rotation XXL. „Aber wir wussten, dass wir uns auf alle Spieler im Kader zu 100 Prozent verlassen können.“

So mancher unter den 500 Besuchern im Sportpark Nord dürfte sich zunächst die Augen angesichts dieser Startelf gerieben haben. Dabei lag die Erklärung auf der Hand. Am Dienstagabend (19.30 Uhr) kommt Viktoria Köln zum Pokalhalbfinale in den Sportpark. Bei einem Sieg winkt dem Aufsteiger das „Finale zu Huus“ gegen Fortuna Köln am 25. Mai. Darüber, was danach kommen könnte, wagt beim BSC noch keiner zu träumen. Mit Adis Omerbasic, Lucas Musculus, Connor Krempicki, Ugur Dündar und Dario Schumacher tummelten sich gleich fünf Stammkräfte zunächst einmal auf der Bank.

Dabei dürfte die 1:2-Niederlage von Schalke 04 2 vom Freitagabend den BSC-Coach darin bestärkt haben, gegen Wiedenbrück nach Trainers Lust zu rotieren, um wertvolle Kräfte für das Pokalspiel zu schonen. So kamen Gjorgji Antoski und Benjamin Nuhi zu ihrem Startelfdebüt. Für Zillken überhaupt kein Anlass, sich Sorgen zu machen. „Wir funktionieren als Mannschaft, als Gesamtkonstrukt“, sagte der BSC-Coach. Aus der von Zillken immer wieder hochgelobten zweiten Reihe begannen außerdem Günter Mabanza, Anil Capkin und Kris Fillinger. Der neu formierte BSC benötigte gar nicht einmal lange, um sich zu finden. In der 10. Spielminute verpasste Nuhi eine Rechtsflanke von Kaiser nur knapp. Fünf später verstolperte Antoski ein Zuspiel von Daniel Somuah.

Dann aber übernahmen die Gäste, in deren Reihen bekanntlich auch der zukünftige BSC-Spieler Sebastian Spinrath als Linksverteidiger mitwirkt. Und ausgerechnet Spinrath tat dem BSC in der 22. Minute mit dem 1:0 für Wiedenbrück richtig weh. Der 24-Jährige demonstrierte dabei feinste Technik, als er den Ball mit dem Rücken zum Tor mit der Brust annahm, um dann aus der Drehung den Ball volley in den Winkel zu schießen. „Ein sensationelles Tor“, meinte Zillken. Und ein Wirkungstreffer, denn der BSC spielte zunehmend nervös und verzeichnete durch Antoski (27.) in der ersten Hälfte nur noch eine Torchance.

Um eine gute Gelegenheit betrogen fühlten sich die Hausherrn in der 32. Minute, als SC-Innenverteidiger Julian Wolff der Ball offensichtlich an die Hand sprang. Aber statt des erhofften Strafstoßes ließ Schiedsrichter Alexander Busse auf Geheiß seines Linienrichters weiterspielen. Dass Zillken zugunsten des Pokals nichts abschenken und unbedingt die Punkte zum endgültigen Klassenerhalt wollte, demonstrierte Connor Krempicki, den der 49-Jährige ab der 46. Minute von der Leine ließ. In der 54. Minute konnte Kaiser ein steiles Zuspiel des Eingewechselten nicht nutzen. Den Nachschuss von Anil Capkin aus spitzem Winkel meisterte SC-Schlussmann Marcel Hölscher mühelos.

Glück hatte Hölscher fünf Minuten später, als der Schuss des agilen Linksverteidigers Günter Mabanza nur knapp am langen Pfosten vorbeiflog. Noch mehr Qualität wechselte der BSC-Trainer in der 60. Minute ein. Und gleich mit seiner ersten Aktion, einer Ecke von der linken Seite, leitete Dario Schumacher den mittlerweile fälligen Ausgleich ein, den Nuhi per Kopf erzielte. Maßgeblich beteiligt am 2:1 für den BSC war dann wieder ein Ergänzungsspieler. Antoski hatte in der 65. Minute SC-Schlussmann Hölscher den Ball abgenommen und auf Krempicki quergelegt, der keine Mühe mehr hatte, zum 2:1 ins leere Tor zu vollenden.

Die Gäste hatten in der 76. Minute Pech, als der gerade eingewechselte Daniel Latkowski mit einem fulminanten Schuss nur die Latte traf. Zwei Minuten später sorgte erneut Krempicki frei stehend vor Hölscher mit dem 3:1 für die endgültige Entscheidung und der passenden Werbung für den Pokalhit am kommenden Dienstag gegen Viktoria Köln.

Bonner SC: Michel, Mabanza, Dick, Lünenbach, Capkin, Fillinger (60. Schumacher), Retterath, Antoski, Somuah (46. Krempicki), Kaiser (73. Dündar), Nuhi.

SC Wiedenbrück: Hölscher, Spinrath, Merkel (15. Puhl/55. Nguendon), Batarilo, Bleker (75. Latkowski), Zech, Büyüksakarya, Twyrdy, Lekesiz, Lauretta, Wolff.

Tore: 0:1 Spinrath (22.), 1:1 Nuhi (60.), 2:1 Krempicki (65.), 3:1 Krempicki (78.). Zuschauer: 500. Schiedsrichter: Alexander Busse.