Auswärtsspiel am Samstag

BSC-Coach Zillken eröffnen sich Alternativen

Fels in der Brandung war Kapitän Mario Weber (links) als Abwehrchef gegen Düsseldorf.

Fels in der Brandung war Kapitän Mario Weber (links) als Abwehrchef gegen Düsseldorf.

Bonn. Vor dem Auswärtsspiel beim SV Straelen am Samstag (Anstoß 14 Uhr) freut sich Daniel Zillken, der Trainer des Bonner SC, über einige Rückkehrer ins Team.

Es gibt Schlimmeres für Fußballtrainer als die Qual der Wahl. Bislang musste sich Daniel Zillken, der Chefcoach des Fußballregionalligisten Bonner SC, nicht allzu viele Gedanken über taktische Formationen machen. Zu viele verletzte Spieler, zu wenig Alternativen. Seit BSC-Kapitän Mario Weber wieder mitspielen kann, ist das anders. Nun hat Zillken ein größeres Angebot.

Auch vor dem Gastspiel am Samstag beim Aufsteiger SV Straelen darf der BSC-Trainer über die eine oder andere Aufstellungsvariante grübeln. 4:2:3:1 oder 4:4:2, vielleicht aber auch 4:3:3: Zillken bieten sich bislang ungeahnte Möglichkeiten. „Wir sind in der Defensive stabiler“, sagt der Coach. Und das macht der 51-Jährige auch an der Rückkehr seines Kapitäns fest. Beim 3:0-Erfolg biss sich Fortuna Düsseldorf, die nach der gelb-roten Karte gegen Gökhan Gül ab der 20. Minute in Unterzahl spielen mussten, an der Bonner Innenverteidigung mit Weber und Nico Perrey die Zähne aus.

Da Weber wieder mithelfen kann, den Laden zusammenzuhalten, rückt Nils Rütten auf die Sechserposition. Das wiederum kommt dem Bonner Aufbauspiel zugute und verschafft dem BSC-Trainer Spielraum. So konnte sich Zillken sogar erlauben, Daniel Somuah gegen die Fortuna zunächst auf der Bank zu lassen. Und das, obwohl mit Markus Wipperfürth und Sebastian Hirsch beide etatmäßigen Außenverteidiger nicht zur Verfügung standen. Sowohl Wipperfürth als auch Hirsch, der mittlerweile vier Wochen fehlt, sind in Straelen wieder einsatzbereit. „Eine schöne und komfortable Situation für uns“, sagt der BSC-Trainer.

Mit den sechs Punkten aus der englischen Woche macht die Vorbereitung auf die nächste Partie ohnehin mehr Freude. Zwölf Zähler aus bislang elf Partien stehen bislang zu Buche, was den BSC aktuell auf den 13. Platz bringt. Keine üppige Ausbeute, aber eine Bilanz, mit der sich leben lässt. „Die Siege und Punkte haben sehr gut getan und uns ein wenig Luft verschafft“, meint Zillken. „Aber Straelen ist mindestens so anspruchsvoll wie Düsseldorf und Verl.“ Der Aufsteiger vom Niederrhein ist Achter und gehört für den BSC-Trainer dank seiner finanziellen Möglichkeiten bereits zu den Teams, die am Ende wohl in der oberen Tabellenhälfte zu finden sein werden. Ergebnisse wie das 2:2 bei Rot-Weiss Essen oder jüngst der 2:1-Sieg in Verl ließen aufhorchen.

Für das Finanzielle in Straelen ist in erster Linie der Vorsitzende und Sponsor Hermann Tecklenburg zuständig. Der erfolgreiche Bauunternehmer steckt sein Geld seit fast 40 Jahren in seinen Heimatverein. Erst vor wenigen Tagen verpflichtete der Aufsteiger Tugrul Erat. Der 26-jährige gelernte Rechtsverteidiger spielte 42 Mal für Fortuna Düsseldorf und den MSV Duisburg in der 2. Bundesliga und absolvierte vier Länderspiele für Aserbaidschan. „An diesem Transfer lässt sich das Potenzial dieses Clubs erahnen“, sagt Zillken. „Wir müssen mit viel Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit dagegenhalten.“

Auf einen weiteren Trumpf im Ärmel will der BSC-Trainer gar nicht groß eingehen. „Wir sind alle froh, dass er im Moment so abliefert“, sagt Zillken. Gemeint ist David Bors, der sein Trefferkonto dank zweier Doppelpacks gegen Verl und Düsseldorf auf sieben Tore aufstockte. In der Torjägerliste der Regionalliga reicht das hinter dem Wuppertaler Christopher Kramer und vor dem Ex-Bonner Lars Lokotsch für Platz zwei. Noch vor wenigen Wochen war der Mittelstürmer in Ungnade gefallen und für eine Partie aus dem Kader geflogen. „Diese Maßnahme hat gefruchtet. Er weiß jetzt, was die Stunde geschlagen hat“, sagt Zillken.