Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Dann spielte die Konkurrenz in den anderen Hallen ausnahmslos für die Bonner. Die Eisbären Bremerhaven, die New Yorker Phantoms Braunschweig, Bayern München und die EWE Baskets Oldenburg steckten Niederlagen ein. Konsequenz: Die Baskets, die lange Zeit auf Platz zehn hinter den Play-off-Rängen dümpelten, sprangen auf Platz sieben der Tabelle und sind damit wieder voll im Geschäft im Kampf um die ersten acht Plätze.
Abgerundet wurde das Ganze durch eine gute Pokalauslosung. Wenn am 24./25. März im Telekom Dome das Top-Four-Turnier ausgetragen wird, bekommen die Bonner es im Halbfinale mit Braunschweig zu tun. Prinz Rainer I. hatte in Vertretung der erkrankten Bonna Victoria I. vor dem Sprungball "Glücksfee" gespielt, zog die Baskets als erste aus der Schüssel und dann unter großem Jubel der 5600 kostümierten Fans die Braunschweiger - den auf dem Papier leichtesten Gegner. Im zweiten Halbfinale stehen sich Meister und Pokalsieger Brose Baskets Bamberg und ratiopharm Ulm gegenüber.
Gegen Ludwigsburg kamen nie Zweifel daran auf, dass die Hausherren dieses Spiel gewinnen würden. Nach einem 5:9-Rückstand zu Beginn sorgten sie schnell für klare Verhältnisse, ohne den spielerischen Glanz zu versprühen, der sie noch in Oldenburg ausgezeichnet hatte. Ludwigsburg war um eine aggressive Verteidigung bemüht, provozierte auf Bonner Seite auch 16 Ballverluste, war aber unter dem Strich überfordert. Deutlich waren der Mannschaft des ehemaligen Rhöndorfers Steven Key die personellen Umstellungen der letzten Wochen anzumerken.
Immerhin konnten sie ihren Gegner phasenweise beeindrucken. Etwa nach der Bonner 31:15-Führung, als sie auf 33:27 verkürzten, oder in der Folge, als sie einige Male einen Rückstand von 13 bis 15 Punkten in den einstelligen Bereich drückten. Das waren die Situationen, in denen Bonn allerdings gleich einen Zahn zulegte und deutlich mehr Qualität und eine gute Balance zwischen Innen- und Außenspiel zeigte.
Nach und nach schaukelten die Baskets ihren Vorsprung in den 20-er-Bereich, machten aber auch oft einen Schnörkel zu viel, weil sie für die Galerie spielen wollten. Das tat der prächtigen Stimmung auf den Rängen keinen Abbruch. Totenstill wurde es allerdings, als Tony Gaffney nach einem Ball hechtete, mit dem Kopf mit Jeff Greer zusammenprallte und längere Zeit liegen blieb. "Mir wurde kurz schwarz vor Augen, aber ich bin wieder okay", gab er später Entwarnung.
Während EnBW-Coach Key kritsierte, dass sein Team zu spät Kampf und Leidenschaft gezeigt habe, war sein Gegenüber Mike Koch froh, "dass wir heute trotz der ganzen Nebengeräusche solch eine Leistung gebracht haben: Pokalauslosung, Karneval, das war schon ein bisschen viel auf einmal für meine Spieler."
Nicht ganz zufrieden war Spielmacher Jared Jordan. "Es war phasenweise kein schönes Spiel von uns, aber wir hatten es immer unter Kontrolle", analysierte er. Sein Teamkollege Benas Veikalas frohlockte: "An diesem Wochenende lief alles für uns. Jetzt dürfen wir aber nicht nachlassen."
Das nächste Bundesligaspiel findet erst am 4. März im Telekom Dome gegen Würzburg statt. So können sich die Bonner auf die beiden letzten Auswärtsspiele in der EuroChallenge freuen. Gewinnen sie am Dienstag (20.30 Uhr) beim Tabellenführer der ersten französischen Liga, Elan Chalon, haben sie nicht nur das Viertelfinale erreicht, sondern stehen als Gruppensieger schon fest.
Artikel vom 20.02.2012