Zweite Basketballbundesliga Pro B

Furiose Aufholjagd der Dragons

BAD HONNEF.  Die mit Abstand schlechteste erste Halbzeit, die mit Abstand furioseste Aufholjagd und der mit Abstand am lautesten umjubelte Sieg in der zweiten Basketballbundesliga Pro B für den Tabellenführer Dragons Rhöndorf mit 75:71 gegen Leverkusen.
Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Dragons: Nick Larsen (rechts) versenkte gegen Leverkusen unter anderem sieben Dreier.
								Foto: Horst Müller
Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Dragons: Nick Larsen (rechts) versenkte gegen Leverkusen unter anderem sieben Dreier. Foto: Horst Müller

Die Drachen haben am Samstagabend im Rhöndorfer "Hexenkessel" die starken Bayer Giants Leverkusen niedergerungen und am Ende doch noch den zehnten Sieg im zehnten Saisonspiel erkämpft. In allerletzter Minute drehte Rhöndorf den Spieß um und gewann vor mehr als 1100 Zuschauern - darunter auch Baskets-Trainer Mike Koch - noch mit 75:71 (11:23, 20:20, 17:15, 27:13).

Während die 150 mitgereisten Leverkusener Fans nach der Schlusssirene kopfschüttelnd noch die Schiedsrichterentscheidung der letzten Spielszenen verdauten, bedankten sich die Rhöndorfer Fans jubelnd bei ihren Spielern für die Energieleistung in der zweiten Halbzeit. Rhöndorfs Co-Trainer Christian Mehrens: "Wir sind heute schlecht gestartet und hatten viele Ballverluste. Am Ende hat sich wahrscheinlich die tiefere Bank durchgesetzt. Die Giants haben abgesehen von Parker eigentlich alle am Limit gespielt und haben hinten heraus nicht mehr so viel entgegenzusetzen gehabt."

Dabei sah es nach zwei Vierteln nicht danach aus, als ob Rhöndorf den Abend erfolgreich gestalten könnte. Das Spiel war gerade fünf Minuten im Gange, da hatten die Hausherren bereits fünf Ballverluste produziert und spielten vorne insgesamt ideenlos. Das lag auch an einer sehr gut organisierten Leverkusener Abwehr.

Zudem waren die Gäste vorne hellwach. Leverkusens Topspieler Josh Adonte Parker verteilte blitzschnell die Bälle, und der ehemalige Rhöndorfer Spieler Marc Raß war treffsicher und steuerte in der ersten Halbzeit 16 Punkte bei. Da die Hausherren in Halbzeit eins viele Fehlwürfe verbuchten, lag Rhöndorf nach elf Minuten bereits mit 11:28 hinten, bevor Nick Larsen das Heft in die Hand nahm.

Dem Rhöndorfer Spielmacher und seinen 17 Punkten war es zu verdanken, dass der Tabellenprimus nur mit zwölf Zählern Rückstand (31:43) in die Halbzeit ging.

Larsen war der überragende Akteur des Abends, traf sieben Dreier (!) und steuerte 27 Punkte bei. Im dritten Viertel legte Rhöndorf zu, doch Leverkusen fand mit Distanzwürfen immer wieder die passende Antwort, so dass die Drachen mit einer Zehn-Punkte-Hypothek (48:58) ins letzte Viertel starteten. Rhöndorf blies jetzt aber zur Aufholjagd und kam Punkt für Punkt heran.

Als Edmunds Tukiss in der 36. Minute zum 67:66 traf, kochte die Halle. Bis zur Schlussminute wechselte die Führung, bevor Leverkusens Josh Adonte Parker - seines Zeichens gefährlichste Korbjäger der gesamten zweiten Bundesliga Pro B - beim Stand von 71:71 zum Korb zog und ein Offensiv-Foul kassierte.

Frustriert schlug er fluchend auf dem Boden liegend mit der Hand auf den Hallenboden und bekam dafür noch ein technisches Foul zugesprochen - eine harte Entscheidung in dieser Phase. Rhöndorf erhöhte auf 73:71. Als Parker zwölf Sekunden vor dem Ende seine Chance auf den Ausgleich nicht nutzte, war es erneut Nick Larsen, der an der Freiwurflinie eiskalt die Entscheidung herbeiführte.

Dragons Rhöndorf: Larsen (27 Punkte/7 Dreier), Ekoemeye, Steffen (3/1), Tukiss (11/3), Tratnjek, Koch (7/1), Leschek, Rodriguez (9), Schmitz, Frankl-Maus (1), Robinson (17).

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