Handball-EM

Von Rheinbach ins Nationalteam

Dietmar Schwolow.

Dietmar Schwolow.

RHEINBACH.

Andreas Wolff hat es in seiner Sportart weit gebracht: Nationalmannschaft – mehr geht nicht. Sein ehemaliger Jugendtrainer Dietmar Schwolow war skeptisch, als der 16-Jährige von der HSG Rheinbach/Wormersdorf aus auszog, ein Großer im Handball zu werden. Heute trainiert Schwolow die Oberliga-Mannschaft der HSG, Wolff besucht seinen Ex-Trainer immer noch.

Der Nationaltorhüter, der gegen Schweden zu den Sieggaranten gehörte und als "Man of the match" ausgezeichnet spielte zuerst bei der SG Ollheim/Straßfeld und wechselte mit 13 Jahren nach Rheinbach. Mit seinem ehemaligen Mitspieler und Trainersohn Tobias Schwolow, der inzwischen beim Zweitligisten Wilhelmshavener TV spielt, verbindet ihn bis heute eine Freundschaft.

Dietmar Schwolow hat sich das Spiel im Fernsehen angeschaut und sagt: "Andi war schon als Jugendlicher sehr ehrgeizig und besessen vom Handball. Als er mit 16 nach Großwallstadt ging, war ich trotzdem skeptisch ob er das schafft, das muss ich zugeben. Aber nach der Entwicklung, die er gemacht hat, habe ich ihm ein solches Spiel durchaus zugetraut." Er erinnert sich noch gut an den C-Jugendlichen, der damals mit Jan Hammann und Mike Ribbe aus dem aktuellen Rheinbacher Oberliga-Kader zusammen spielte: "Er hatte schon ein besonderes Naturell. Als wir als C-Jugendmeister des Mittelrheins in der nächsten Runde mit einem Tor in letzter Sekunde an Düsseldorf scheiterten, hatte der ehrgeizige Andi dicke Tränen in den Augen."

Auch heute haben sie noch Kontakt zueinander - natürlich auch aufgrund der Freundschaft zwischen Tobis und dem Nationalkeeper. "Die beiden spielten sogar bei uns zu Hause im Keller Handball", erinnert sich Dietmar Schwolow und erzählt: "An Heiligabend war Andi noch bei uns zu Besuch. Da hat er mir auch erzählt, dass er nach Kiel wechselt. Er hat als Handballer und Persönlichkeit eine tolle Entwicklung genommen."

Der deutschen Mannschaft traut das Handball-Urgestein bei der EM noch einiges zu: "Wenn sie die Schwankungen abstellt, sollte ein Sieg gegen Slowenien möglich sein, und in der Hauptrunde ist dann alles drin. Aber mir gefällt besonders, wie diese junge Mannschaft auftritt. Das ist Werbung für unseren Sport."