Mike Stewart

Neuer Favorit für Trainerposten der Kölner Haie

Seit 2015 steht Mike Stewart (oben) in Augsburg als Trainer in der Verantwortung.

Seit 2015 steht Mike Stewart (oben) in Augsburg als Trainer in der Verantwortung.

Köln. Die Kölner Haie sollen sich mit dem derzeitigen Augsburger Coach, Mike Stewart , bereits für die nächste DEL-Saison einig sein. Er soll die Nachfolge von Übergangscoach Dan Lacroix antreten.

Philipp Walter schweigt. Auch am Dienstag hat sich der Geschäftsführer der Kölner Haie nicht näher zur laufenden Trainersuche seines Clubs äußern wollen. „Wir bleiben unserer Linie treu und werden keine Namen kommentieren“, sagte der 44-Jährige lediglich. Dabei hätte es reichlich Gesprächsstoff gegeben. Denn offenbar kristallisiert sich ein neuer Favorit auf den zum Sommer zu besetzenden Trainerposten beim KEC heraus. Die Anzeichen verdichten sich, dass nicht Uwe Krupp, sondern Mike Stewart bei den Kölnern am höchsten im Kurs steht, die Nachfolge von Übergangscoach Dan Lacroix anzutreten.

Beide Seiten sollen sich sogar schon einig sein. Nur reden will im Hauptrunden-Endspurt nie- mand darüber. Aus gutem Grund: Stewarts jetziger Verein, die Augsburger Panther, sind ein unmittelbarer Konkurrent des KEC im immer heißer werdenden Kampf um den direkten Einzug in das Playoff-Viertelfinale. Bedeutsame Personalien werden im Eishockey in der Regel erst nach Saisonende kommuniziert. Es ist also wohl noch Geduld gefragt, bis auch offiziell Klarheit herrscht.

Fest steht dagegen schon jetzt, dass Stewart das Anforderungsprofil der Haie sehr gut ausfüllen würde. Der 46 Jahre alte Austro-Kanadier steht seit 2015 hinter der Bande der Panther und kennt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) sehr genau. Stewart gilt als akribischer Analytiker und Taktiker, der für schnelles, aggressives Eishockey steht, viel Wert auf Teamgeist und Kommunikation legt und seinen Mannschaften eine klare Handschrift verpasst.

Viele dieser Eigenschaften hatte KEC-Sportdirektor Mark Mahon ebenfalls aufgezählt, als er nach der Entlassung Peter Draisaitls vor einer Woche das Anforderungsprofil für den künftigen Trainer skizzierte. Zudem spricht Stewart fließend Deutsch – darauf hatten die Haie schon bei der Verpflichtung Draisaitls Ende 2017 großen Wert gelegt. In dieser Saison ist es Stewart zudem gelungen, aus vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln viel herauszuholen. Nach Platz zwölf im Vorjahr und einer personellen Neuausrichtung mischen die bayerischen Schwaben die DEL derzeit ordentlich auf.

Mike Stewarts Qualitäten haben sich herumgesprochen. Als der Deutsche Eishockey-Bund nach dem Abgang von Marco Sturm in die NHL im Herbst nach einem neuen Bundestrainer fahndete, fiel auch der Name des Augsburger Coaches, der 2014 und 2016 dem Trainerteam der kanadischen Auswahl beim Deutschland-Cup angehörte. Die Eisbären Berlin sollen unlängst ebenfalls an Stewart interessiert gewesen sein, sich aber einen Korb eingefangen haben. Aus der Hauptstadt ist nun zu hören, dass der KEC das Rennen um den früheren Verteidiger, der wegen seiner Spielweise „Iron Mike“ genannt wurde, gemacht hat.

Ins Bild passt auch, dass Stewarts Arbeitspapier bei den Panthern am Saisonende ausläuft. Verlängert wurde der Vertrag bislang nicht. Uwe Krupp, der frühere Bundestrainer und Haie-Coach, ist dagegen noch bis 2020 an Slavia Prag gebunden. Am 22. Februar, dem viertletzten Hauptrunden-Spieltag, kreuzen Augsburg und Köln letztmals vor Beginn der Playoffs die Klingen. Vermutlich werden Mike Stewart an diesem Tag nicht nur Fragen zum Spiel gestellt.