Kommentar zum Marathon

Läuferstadt Bonn

Sieger des Bonner Marathons: Dickson Kurui.

Sieger des Bonner Marathons: Dickson Kurui.

Bonn. GA-Sportchef Berthold Mertes findet, dass Bonn eine Läuferstadt ist - nicht zuletzt wegen des Deutsche Post Marathons, der am Sonntag zum 18. Mal ausgetragen wurde.

Bonn ist eine Basketballstadt, eine Baseballstadt und eine Badmintonstadt. Bonn ist auch eine Fußballstadt. Regionalligist Bonner SC wird aktuell von Abstiegssorgen geplagt. Trotzdem: Der populärste Sport wird an der Basis in fast allen Stadtteilen von den Vereinen intensiv betrieben.

Bonn ist auch eine Läuferstadt. Es ist der einfachste Sport: Viel mehr als ein paar Schuhe braucht man nicht. Es gibt diese herrliche Brückenrunde mit wunderschönen Ausblicken auf den Rhein und bis hin zum Drachenfels – für den, der den Blick in die Ferne schweifen lässt. Eine Trainingsrunde also, um die viele Städte Bonn beneiden dürften.

Dazu hat die Bundesstadt einen großen Arbeitgeber, der sich dem Laufsport verschrieben hat, insbesondere dem Breitensport. Der unter dem Namen FC Post die vielleicht größte Betriebssportorganisation eines deutschen Unternehmens betreibt – als Investition in die Mitarbeitergesundheit. Und der im Rahmen seines Standortsponsorings die herausragende Laufveranstaltung der Region maßgeblich unterstützt.

Das kommt in der Belegschaft an. 1150 der 8000 am Standort Bonn arbeitenden „Postler“ schnürten am Sonntag die Laufschuhe für ihren Marathon. Dieser pendelt mit seiner Teilnehmerzahl über die besonders populäre Halbmarathondistanz zwischen Platz fünf und acht der größten deutschen Läufe. Der klassische Marathon hat sich zwar abgenutzt, die Teilnehmerzahlen über die 42,195 Kilometer sinken – wie andernorts. Das tut der Begeisterung in Bonn aber keinen Abbruch. Die lange im Vorfeld ausgebuchten Staffelwettbewerbe werden immer beliebter, sie bringen Schüler und Breitensportler in Bewegung. Bonn ist und bleibt Läuferstadt.