Eishockey in Köln

Haie hoffen auf Wiedergutmachung nach zwei Pleiten

Für Simon Després war das 1:6 gegen München ein Abend zum Vergessen.

Für Simon Després war das 1:6 gegen München ein Abend zum Vergessen.

Köln. Nach zwei deftigen Pleiten in Folge wollen die Kölner Haie im letzten Heimspiel der Hauptrunde am Freitag gegen Nürnberg Wiedergutmachung betreiben.

Es ist immer das Gleiche: Wenn für die Kölner Haie ein großes Spiel ansteht und die Lanxess-Arena bis auf den letzten Platz vollgepackt mit erwartungsfrohen Eishockey-Fans ist, bleibt am Ende nichts als tiefe Enttäuschung. So wie am Sonntag beim Heimauftritt des KEC gegen den EHC RB München. 18.110 Zuschauer waren gekommen, um dabei zu sein, wenn die aufstrebenden Kölner versuchen, dem Meister ein Bein zu stellen. Sie sahen aber eine heftige 1:6-Klatsche für die Haie und verließen die Arena mit dem Eindruck, dass die Münchner in einer anderen Liga als die Kölner unterwegs sind.

Nach vier Siegen unter ihrem neuen Trainer Dan Lacroix und der Eroberung von Tabellenplatz drei sind die Haie am ersten Wochenende nach der zweiwöchigen Länderspielpause wieder unsanft auf dem Boden der Realität gelandet. Zwei Niederlagen mit 13 Gegentoren bedeuten nicht nur das Abrutschen auf Rang fünf, sondern werfen auch die Frage nach dem „Warum?“ auf.

Simpel betrachtet könnte die Antwort Simon Després lauten. Immerhin ist der kanadische Verteidiger-Neuzugang die einzig erkennbare Veränderung im Gefüge des achtfachen Meisters. Schon das 4:7 am Freitag in Straubing fiel für die immer noch viertbeste Defensive der Deutschen Eishockey Liga eher ungewöhnlich hoch aus. Als der sonst für seine Ruhe bekannte Haie-Torwart Gustaf Wesslau dann am Sonntag nach den Gegentoren fünf und sechs gegen München für alle sichtbar wütend seinen Schläger mehrfach aufs Eis donnerte, war klar, dass irgendetwas nicht stimmte.

Der Després-Transfer scheint die Ordnung in der KEC-Defensive durcheinander gebracht zu haben. Nicht aber, weil der 222-fache NHL-Profi ein miserabler Eishockey-Spieler ist, sondern weil ihm Spielpraxis und Bindung zum Team noch fehlen. Gegen München avancierte der 27-Jährige auch zur tragischen Figur, weil er die ersten beiden Gegentore bei Kölner Überzahl mit leichten Puckverlusten verschuldete. „Es war jeweils am Ende der Drittel. Das Eis war schlecht mit viel Schnee drauf. Dann sind mir einfache Pässe über den Schläger gesprungen“, erklärte sich der 1,93 Meter große Verteidiger hinterher.

Dan Lacroix hatte Després trotz seiner fehlenden Spielpraxis als Blueliner in die erste Überzahlformation gestellt. Ein Fehler, denn den Kanadier plagte bei seinem Auftritt in der Lanxess Arena die Nervosität. „Ein Team wie München bestraft jeden Fehler knallhart“, erklärte Lacroix, der über zwei Drittel lang einen sehr guten Auftritt seines Teams gesehen hatte. Im Schlussabschnitt aber häuften sich die Fehler bei den Haien so eklatant, dass das vorletzte Heimspiel der Hauptrunde 2018/19 zu einem Debakel wurde. „Wir müssen defensiv strukturierter spielen, mehr Schüsse blocken und bessere Entscheidungen am Puck treffen. Ich garantiere, dass wir beim nächsten Mal besser sind“, forderte Simon Després und meinte sich damit vor allem selber.

Ob er und die Haie dieser Ansage auch Taten folgen lassen, wird sich schon am Dienstag (19.30 Uhr) zeigen, wenn die Nürnberg Ice Tigers in die Kölner Arena zum letzten Heimspiel der Hauptrunde kommen. Es könnte dann ein lustiger Abend werden. Zum einen, weil die Franken in ihren beiden jüngsten Partie sogar 15 Gegentreffer schlucken mussten. Zum anderen, weil es kein großes Spiel ist und die Kulisse im Vergleich zu Sonntag dann wieder überschaubar bleiben wird.