1. FC Köln

Gegen Sandhausen fehlt die Durchschlagskraft

SANDHAUSEN.  Es sollte der sportlich positive Abschluss des Zweitligajahres für die Fußballer des 1. FC Köln werden. Mit einem Sieg wollte die Truppe von Trainer Holger Stanislawski den Anschluss an die oberen Tabellenregionen herstellen. Und im Vorfeld herrschte großer Optimismus. Doch als Schiedsrichter Christian Leicher die Partie der Geißböcke beim SV Sandhausen am Freitagabend beendete, war die Enttäuschung im Lager der Kölner riesengroß, denn es hatte vor 6200 Zuschauern im Hardtwald-Stadion nach einer insgesamt enttäuschenden Leistung nur zu einem 0:0 gereicht.
Nach dem Schlusspfiff in Sandhausen tröstet Jonas Hector (rechts) den enttäuschten Dominic Maroh.
							Foto: dpa
Nach dem Schlusspfiff in Sandhausen tröstet Jonas Hector (rechts) den enttäuschten Dominic Maroh. Foto: dpa

"Wir müssen mit dem Ergebnis leben. Es war nicht befriedigend, aber wir müssen die Situation annehmen", resümierte Stanislawski. "Von den drei, vier Torgelegenheiten hätten wir eine verwerten müssen. Zum Teil hat die Präzision im Passspiel gefehlt."

Der FC musste in Sandhausen kurzfristig auf Thomas Bröker verzichten. Der Offensivspezialist der Kölner reiste gestern Morgen mit Magen-Darm-Grippe aus dem Mannschaftshotel ab.

Während die Gastgeber ordentlich loslegten und die Initiative übernahmen, wirkte das Team der Geißböcke schläfrig, kam in den Zweikämpfen zu Beginn immer wieder zu spät und fand nicht in den Spielrhythmus. Dementsprechend war es nicht verwunderlich, dass Timo Horn in der 15. Minute zwei Mal im Blickpunkt stand. Zunächst klärte der Kölner Torhüter einen Distanzschuss von Julian Schauerte (15.), dann parierte der 19-jährige Schlussmann die anschließende Ecke, die erneut von Schauerte gefährlich vors Tor gezirkelt worden war.

Auf Seiten der Gäste gab es in einer äußerst schwachen ersten Halbzeit bei Schneeregen nur wenige gelungene Offensivgelegenheiten. Die einzigen nennenswerten Torchancen besaßen Anthony Ujah und Christian Clemens. Doch Ujah fand mit einem Kopfball nach Flanke von Miso Brecko (19.) in Sandhausens Nummer eins Daniel Ischdonat ebenso seinen Meister wie Clemens bei einem scharfen Schuss aus spitzem Winkel (39.). Symptomatisch für die blutleere Vorstellung in Durchgang eins war ein Freistoß von Mato Jajalo (37.), der aus aussichtsreicher Position meterweit am Tor vorbeischoss.

Die Fans auf beiden Seiten gaben sich wie in den letzten beiden Begegnungen aus Protest gegen das am Mittwoch beschlossene Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) wieder äußerst wortkarg. Erst in der 35. Minute machten die rund 1500 mitgereisten FC-Anhänger erstmals kurzfristig Stimmung, doch auf die üblichen Fan-Gesänge wurde weitgehend, auf Transparente ganz verzichtet.

Ein paar lautstarke Worte von Stanislawski in der Halbzeitpause zeigten Wirkung, denn der FC spielte zu Beginn der zweiten Hälfte engagierter und übernahm die Initiative. Nach Vorarbeit von Clemens und anschließender Flanke von Jajalo scheiterte Ujah mit einem Kopfball aber erneut am sicheren SV-Rückhalt Ischdonat (55.).

Auf der Gegenseite verpasste kurze Zeit später Andrew Wooten nur knapp. Nun wogte die Partie hin und her, wobei die Kölner mehr Ballbesitz verbuchen konnten. Nach einer gelungenen Aktion von Miso Brecko hätte Matuschyk fast die Führung für die Geißböcke erzielt (63.). Doch ein Tor wollte nicht gelingen, auch nicht bei mehreren Ecken, einem weiteren Kopfball-Versuch von Maroh (75.) oder einem abschließenden Distanzschuss von Clemens (86.).

"Der letzte Wille und die letzte Durchschlagskraft haben leider gefehlt", gab Maroh nach dem Schlusspfiff ehrlich zu. "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit nicht richtig angenommen. Nach der Pause waren wir besser, aber haben unsere Chancen nicht nutzen können."

Die letzte Begegnung des Jahres bestreiten die Kölner am Mittwoch im Achtelfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart.

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