Zweite Bundesliga

Furiose Schlussphase - Köln verspielt 2:1 gegen Braunschweig

KÖLN.  Es war alles für den ultimativen Abschlussjubel vorbereitet. Soeben hatte Anthony Ujah in der 88. Minute mit einem Kopfball in seiner unnachahmlichen Art den Treffer zum 2:1 für den 1. FC Köln erzielt. Der Spitzenreiter aus Braunschweig schien bezwungen.
Kölns Thomas Bröker und Braunschweigs Damir Vrancic im Zweikampf.
							Foto: dpa
Kölns Thomas Bröker und Braunschweigs Damir Vrancic im Zweikampf. Foto: dpa

Die kölschen Fans unter den 38.000 Zuschauern feierten ihre Mannschaft und auf dem Platz herzten sich die Spieler, als hätten sie soeben den Aufstieg perfekt gemacht. Doch die Partie war noch nicht beendet und es passierte tatsächlich.

Die Eintracht kam in der Nachspielzeit nach einer Ecke und einem Gewusel im Strafraum noch zum 2:2-Endstand durch Ermin Bicakcic und demonstrierte damit eindrucksvoll ihre Spitzenstellung in der 2. Fußball-Bundesliga. "So ist der Fußball. Wir hatten ein riesiges Plus an Torchancen, aber der Fußballgott meint es gerade nicht gut mit uns", sagte Kölns Trainer Holger Stanislawski enttäuscht.

Die erste Torgelegenheit hatten die Gäste in Minute sechs, als sich Dominik Maroh beim Kopfball verschätzte und Kevin McKenna das Laufduell gegen Dominik Kumbela verlor. Doch der Braunschweiger Angreifer traf nur das Außennetz.

Und während die Partie zu Beginn dahinplätscherte, sorgten die Fans auf beiden Seiten nach ihrer stummen Protestaktion mit ihren Anfeuerungsrufen für das erste Ausrufezeichen der von beiden Seiten nervös geführten Partie.

Aber dann kam es auch auf dem Rasen zur ersten spektakulären Aktion - und die endete gleich mit einem Tor für die Gäste. Nach einer Flanke von rechts durch Orhan Ademi war Kumbela im Strafraum schneller am Ball als Gegenspieler Maroh und überlistete in der 22. Minute den verdutzten FC-Schlussmann Timo Horn mit einem Kunstschuss zur 1:0-Führung für den Herbstmeister aus Niedersachsen. Dem hatten die Geißböcke zunächst nur zwei Torabschlüsse von Thomas Bröker (25./32) entgegenzusetzen.

Aber eins war zu erkennen: Der FC versuchte, die Spielkontrolle zu gewinnen und der Begegnung seinen Stempel aufzudrücken. Doch dies gelang im Abschluss nur sporadisch. Anthony Ujahs Abschluss (36.) war jedenfalls leichte Beute für Gäste-Torhüter Davari. Die Bemühungen der Heimelf blieben einen Tag vor der Jahreshauptversammlung in Durchgang eins aber insgesamt wirkungslos.

Doch kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, durfte die kölsche Fangemeinde jubeln. Nach einer Einzelaktion traf Clemens in Minute 47 zum 1:1-Ausgleich, hatte bei seiner Aktion allerdings Glück, dass der Ball vom Braunschweiger Norman Theuerkauf abgefälscht wurde.

Jetzt nahm die Auseinandersetzung auf dem Rasen, der sich nach dem Schneefall und anschließendem Tauwetter in einem tollen Zustand präsentierte, Fahrt auf - wobei Kumbele in der 49. Minute Glück hatte, dass sein Schlag mir der Hand gegen Maroh nur mit der Gelben Karte bestraft wurde.

Herzblut und Leidenschaft, jene Attribute die FC-Vizepräsident Toni Schumacher immer wieder einfordert, jene Tugenden waren jetzt bei den Kölnern vorbehaltlos zu erkennen. Die Mannschaft wollte den Treffer zum 2:1 erzielen. Es gab Versuche durch Ujah, Mikael Ishak oder Jajalo - ohne Erfolg.

Glück hatten die Kölner in der 78. Minute, als Torhüter Timo Horn einen Foulelfmeter von Pfitzner parierte. In den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse. Erst traf Anthony Ujah zum umjubelten 2:1 für Köln (88.), dann glich Ermin Bicakcic (90 + 1) doch noch für die Gäste aus.

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