Adil Chihi

FC-Profi brennt auf einen Einsatz gegen Regensburg

KÖLN.  Was mit Blick auf die Zweitligatabelle nach einer Kölner Routineangelegenheit aussieht, könnte für die Gastgeber morgen zu einer schwierigen Pflichtaufgabe werden. "Das Hinspiel sollte uns Warnung genug sein", erinnerte Mittelfeldspieler Adam Matuschyk an den glücklichen 3:2-Erfolg des 1. FC Köln nach 0:2-Rückstand bis zur 86. Minute vor fünf Monaten in Regensburg.

Damals waren die beiden Teams als Elfter und Zwölfter Tabellennachbarn. Inzwischen spielt der FC als Vierter um die Relegation, während Jahn Regensburg als Schlusslicht eine wohl letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt besitzt. Die Fans der Gäste haben das Zweitliga-Intermezzo des Aufsteigers offenbar bereits abgehakt. Nur 68 von ihnen kauften sich vor dem Feiertag Karten für das Spiel. Dagegen lässt sich das Kölner Publikum nicht vom feiertagsunfreundlichen Spätmittagstermin am Ostersonntag (13.30 Uhr) abhalten: 43.200 Karten wurden bereits abgesetzt.

"Das ist gigantisch", schwärmte Holger Stanislawski, "und die Mannschaft freut sich auf diesen Besuch und die Unterstützung." Er glaubt auch, dass sich seine Spieler mit den Fans im Rücken allein auf diese aktuelle Aufgabe konzentrieren und nicht unterschwellig bereits an das Spitzenspiel am kommenden Freitag in Kaiserslautern denken würden.

Im ersten Halbjahr der Saison habe die Mannschaft gegen vermeintlich leichtere Gegner immer wieder gepatzt und Punkte verschenkt. Das habe sich nach der Winterpause geändert. Die Konzentration sei höher, man sei stärker auf den jeweiligen Kontrahenten fokussiert, der Erfolgswille sei nach 14 Spielen ohne Niederlage mit fünf Siegen aus den letzten sieben Partien unbändig.

Ein Beispiel dafür ist auch Adil Chihi. Seit Anfang Dezember fehlte er drei Monate lang wegen eines Bänder- und Muskelrisses. In den beiden bislang letzten Spielen gegen Paderborn und Dresden kam er erstmals in den Schlussphasen kurz zum Einsatz. Zu wenig aus der Sicht eines ehrgeizigen Spielers, wie es der 25-Jährige ist.

"Er möchte mehr, möchte endlich wieder teilhaben am Erfolg der Mannschaft und seinen Beitrag dazu leisten. Aber er benötigt noch Zeit, um voll einzusteigen", sagte Stanislawski. Chihis Nervenkostüm lag während der Woche so blank, dass er sich im Training mit Kollegen ein Verbalduell leistete. Danach suchte er das Gespräch unter vier Augen mit dem Trainer. Der zeigte Verständnis: "Die vielen Verletzungen, die Adil in den letzten Jahren wegstecken musste, können einen zermürben. Wenn man dann wieder fit ist, setzt man sich noch stärker unter Druck, will viel zeigen. Aber mir muss er nichts beweisen."

Während der Offensivspieler morgen zum Kader gehört, sitzt Linksverteidiger Jonas Hector nach seinem Faserriss vor drei Wochen auf der Tribüne. Vertreten wird ihn Christian Eichner. Der Routinier tat dies bereits beim 2:0 in Dresden. Dennoch besitzt er offenbar keine Zukunft beim FC. Der Hinweis von Kaderplaner Jörg Jakobs, dass noch keine Entscheidung über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages gefallen sei, spricht mehr gegen als für den 30-Jährigen.

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