1. FC Köln

Auch mit neuem Coach geht's ungebremst nach unten

Mönchengladbach.  Auch mit dem neuen Trainer Frank Schaefer konnte der 1. FC Köln seine Talfahrt in der Fußball-Bundesliga nicht stoppen und muss nach 0:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach nun sogar um den Relegationsplatz bangen.
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2. Weil sich alle an die FC-Hymne halten ('Nur zesamme simmer stark') und wieder enger zusammenrücken.
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2. Weil sich alle an die FC-Hymne halten ('Nur zesamme simmer stark') und wieder enger zusammenrücken. Foto: dpa

Neuer Trainer, begnadigte Spieler, vereinfachtes Abwehrsystem, doch gebracht hat es nichts. Auch im ersten Spiel nach der Ära Solbakken verlor der 1. FC Köln nach bekanntem Muster: Beim 0:3 in Mönchengladbach ging man mit einem 0:1 in die Pause, zeigte danach ein kurzes Aufbäumen mit vergebener Doppelchance, um wenig später durch zwei Gegentreffer innerhalb von 100 Sekunden die Segel zu streichen.

"Vom Ergebnis her hat sich nicht viel geändert. Dafür, dass der Trainerwechsel sich positiv auswirkt, war die Zeit wohl auch zu kurz. Aber ich habe Hoffnung", meinte Außenverteidiger Christian Eichner nach der sogar schmeichelhaften Derby-Niederlage. Denn ohne die großartigen Paraden von Michael Rensing (3., 22., 40., 70., 76. Minute) hätte es ein Debakel für die Kölner geben können.

So wurde der Torhüter nach dem Abpfiff vom FC-Anhang als einziger gefeiert, während die übrigen Spieler Schmähungen von den Enttäuschten zu hören bekamen.

Frank Schaefer zeigte für das Fan-Verhalten Verständnis, sprach davon, dass sich die Enttäuschung reflexartig artikuliere, indem man sich gegen die Mannschaft wende. "Aber das ist der verkehrte Weg für uns. Nur gemeinsam und geschlossen können wir es noch schaffen. Dafür müssen wir alles tun. In den nächsten drei oder fünf Spielen, sollte es in die Relegation gehen, können wir aus eigener Kraft den Klassenerhalt sichern", versuchte der reaktivierte Trainer Zuversicht in einem Umfeld zu verbreiten, in dem tiefste Niedergeschlagenheit herrschte.

20 Gründe, warum der 1. FC Köln NICHT absteigt
Man müsse sechs Punkte aus den Partien gegen Stuttgart, in Freiburg und gegen München holen, um wenigstens gegen den Zweitligadritten zu spielen, rechnete Christian Eichner vor. "Dafür müssen wir mit einem Sieg gegen den VfB beginnen. Aber nach so einer Negativserie ist das sehr schwierig", meinte Miso Brecko.

Einzig Lukas Podolski , der trotz grippalen Infekts aufgelaufen war, klammerte sich an den Strohhalm namens Hoffnung und nannte selbst die gestrige Niederlage beim Erzrivalen einen "kleinen Schritt in die richtige Richtung". Genau so versuchte auch Frank Schaefer nach vorne zu blicken. Angesichts eines 0:3 sei es aber schwierig, positive Ansätze zu finden, die die Enttäuschung überlagern könnten.

Immerhin habe die Mannschaft eine ansprechende Körperhaltung geboten, kämpferisch dagegen gehalten, keine Zerfallserscheinungen gezeigt, was man "bei ihr in vergleichbaren Situationen schon erlebt" hat, so Schaefer. Natürlich musste der Trainer versuchen, jeden nur greifbaren positiven Aspekt aufzuzeigen. Andererseits gehörte es sich für ihn, keine Missstände wie das ideen- und konzeptlose Spiel nach vorne, das mangelhafte Durchsetzungsvermögen der Innenverteidigung oder das stümperhafte Abwehrverhalten von Mittelstürmer Milivoje Novakovic anzuprangern.

Dessen Fouls vor dem eigenen Strafraum in der 19. und 54. Minute brachte seine Mannschaft mit 0:2 in Rückstand. Beide Male führte Juan Arango aus, traf erst selbst, und ließ dann Tony Jantschke einköpfen. Den Schlusspunkt setzte in der 55. Minute der überragende Marco Reus. Der tunnelte jeweils Pedro Geromel und Henrique Sereno, um danach trocken einzuschießen. Das war Christian Clemens und Lukas Podolski in der 47. Minute misslungen, als sie vor dem Borussen-Tor in Schussposition kamen.

"Danach war es schwierig für Köln, noch einmal ins Spiel zurückzukommen", meinte Gladbachs Trainer Lucien Favre, der mit seiner Truppe wieder die direkte Champions-League-Qualifikation in Reichweite hat. Vor einem Jahr hatte er die Borussia in der Relegation in der Klasse gehalten. Doch der entscheidende Unterschied zum FC war, dass Gladbach unter seiner Regie durch Siege vom Tabellenende nach oben kam. Für die Kölner dagegen geht es in der Rückrunde ungebremst nach unten.

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten

SC Freiburg
(13. Platz/36 Punkte/41:56 Tore)
Hannover 96 (A), 1. FC Köln (H), Borussia Dortmund (A)

Hamburger SV
(14./34/34:55)
1. FC Nürnberg (A), FSV Mainz 05 (H), FC Augsburg (A)

FC Augsburg
(15./33/34:48)
FC Schalke 04 (H), Bor. Mönchengladbach (A), Hamburger SV (H)

1. FC Köln
16./(29/36:66)
VfB Stuttgart (H), SC Freiburg (A), Bayern München (H)

Hertha BSC
(17./28/34:57)
1. FC Kaiserslautern (H), FC Schalke 04 (A), 1899 Hoffenheim (H)

1. FC Kaiserslautern
(18./20/19:46)
Hertha BSC (A), Borussia Dortmund (H) , Hannover 96 (A)

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