JHV des 1. FC Köln

Alter FC-Vorstand um Overath nicht entlastet

KÖLN.  Als am Dienstagabend um kurz nach 19 Uhr zur Eröffnung der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln in der Lanxess-Arena traditionell die Vereinshymne gespielt wurden, schwenkte das Präsidium mit dem Vorsitzenden Werner Spinner und seinen Stellvertretern Toni Schumacher und Markus Ritterbach auf dem Podium demonstrativ gemeinsam einen rot-weißen Club-Schal, um Einigkeit zu demonstrieren.

Die FC-Mitglieder sprachen sich mit 53,94 Prozent gegen das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga aus und empfahlen dem Vorstand, es abzulehnen.

Nach vielen turbulenten Veranstaltungen in den vergangenen Jahren und zuletzt am 23. April 2012 ging es diesmal sehr ruhig und diszipliniert zu. Anfeindungen, Zwischenrufe oder sogar drohende körperliche Auseinandersetzungen – wie in der Vergangenheit regelmäßig vorgekommen – gab es diesmal nicht.

Mit einer Ausnahme. Der alte Vorstand um Präsident Wolfgang Overath wurde von den Mitgliedern mit 76,14 Prozent (801 Stimmen) nicht entlastet. Dagegen geschah dies bei Nachfolger-Trio um Spinner eindrucksvoll mit 96,11 Prozent (1062 Stimmen). Auch der Verwaltungsrat wurde entlastet,

Bei Feststellung der Beschlussfähigkeit waren 1122 Mitglieder anwesend. Im April waren es noch über 4000 gewesen, aber da standen ja auch Vorstandswahlen an. Diesmal ging es in den wesentlichen Tagesordnungspunkte (nur) um die Entlastung des Vorstandes und um die Zustimmung dafür, auf der nächsten Sitzung eine neue Satzung zu beschließen.

Diese war im Vorfeld auf Wunsch des Präsidiums mit den Mitgliedern aber schon zur Zufriedenheit aller Beteiligten beraten und vorbereitet wurde. Dementsprechend stimmten 96,01 Prozent (962 Mitglieder) für diesen Antrag.

Aus dem Kreis des anwesenden Publikums gab es diesmal fast nur Applaus, vor allem für Holger Stanislawski. Der FC-Trainer bedankte sich in Anwesenheit der gesamten Mannschaft insbesondere für die Unterstützung und kündigte an: „Wir werden noch einmal richtig Gas geben und versuchen, noch einen der ersten Plätze zu erreichen.“

Andererseits bat er aber auch um Geduld. „Wir wollen nichts schönreden , aber wir haben mit einem kleinen, kompakten, aber konkurrenzfähigen Kader einen guten Entwicklungsprozess genommen.“ Oder wie es Schumacher in seiner Rede nach dem Abstieg treffend ausdrückte: „Es war eine Totaloperation mit allen Nebenwirkungen. Wir werden stolpern, aber nicht hinfallen.“

Vereinzelten Applaus und keine Pfiffe erhielt auch das am 13. November 2011 zurückgetretene Präsidium um Wolfgang Overath. Dies war bei den letzten Veranstaltungen noch völlig anders gewesen. Zwar war der Weltmeister von 1974 ebenso wie seine damaligen Weggefährten Jürgen Glowacz und Friedrich Neukirch nicht anwesend, sie ließen aber eine Erklärung abgeben.

Darin hieß es über die wirtschaftliche Situation: „Alle Verbindlichkeiten waren gedeckt. Ein Schuldenstand von 30 Millionen Euro ist in der 1. Bundesliga kein bedrohlicher Betrag.“ Und zur sportlichen Situation hieß es unter anderem: „Wir haben in unserer Amtszeit nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen haben.“

Werner Spinner legte derweil die bereits bekannte Finanzsituation des Clubs dar. So hat die 1. FC Köln GmbH und Co. KGaA die Verbindlichkeiten in der Saison 2011/12 um 3,5 Millionen Euro auf 27,4 Millionen Euro reduzieren können.

Allerdings gab der Präsident auch zu: „Wir werden die Saison in der 2. Bundesliga wahrscheinlich mit einem Minus abschließen, aber werden nicht in eine Schieflage geraten.“ Denn, so sagte Markus Ritterbach: „Bei über 55.000 Mitgliedern ist der FC das Aushängeschild im Rheinland.“

Derweil kündigte Toni Schumacher die Gründung einer Fußballschule an, die nach dem im Wachkoma liegenden ehemaligen Weltklassespieler des FC, Heinz Flohe, benannt werden soll. Ein Teil der Einnahmen soll der Familie des früheren Profis zu Gute kommen.

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