DFB-Pokal

1:2 - 1. FC Köln scheitert an Stuttgart

Stuttgart.  Achtmal in Folge hat der 1. FC Köln beim VfB Stuttgart in einem Pflichtspiel nicht verloren. Gestern Abend im Achtelfinale des DFB-Pokals zwischen den jeweils beiden Neuntplatzierten in den Tabellen der Bundesligen eins und zwei sollte der nächste Coup aus Sicht der Geißböcke im Schwabenland folgen. Schließlich ging es auch um eine garantierte Einnahme von über einer Million Euro, die es für das Erreichen der nächsten Pokalrunde gibt.
Zu spät: Nach seinem Treffer zum 2:1 holt Christian Clemens den Ball aus dem Stuttgarter Tor und bemüht sich um einen schnellen Wiederanpfiff. Foto: dpa

Dass es ein schweres Unterfangen vor den 27 500 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena werden würde, war den Verantwortlichen des FC klar. Und am Ende wurde es auch nichts mit einer Überraschung. Stuttgart setzte sich gegen die Gäste aus der Domstadt mit 2:1 (2:0) durch.

FC-Trainer Holger Stanislawski hatte schon vor dem Anpfiff für eine Überraschung gesorgt. Im Tor der Kölner stand nicht etwa die Nummer eins Timo Horn, der bislang in allen Meisterschaftsbegegnungen und auch in den beiden bisherigen Pokalpartien zwischen den Pfosten stand, sondern Thomas Kessler. Stanislawski wollte sich damit dafür bedanken, dass sich der 26-jährige gebürtige Kölner nie über seine Rolle auf der Ersatzbank beklagt hat.

Dort musste überraschend Matthias Lehmann Platz nehmen, der vom Trainer trotz zuletzt überwiegend schwacher Leistungen dennoch immer wieder gelobt wurde. Für ihn durfte Daniel Royer ran, der im Mittelfeld abwechselnd mit Christian Clemens über die linke und rechte Seite für Gefahr sorgen sollte.

Adam Matuschyk und Tobias Strobl bildeten die "Doppelsechs" im defensiven Mittelfeld.

Als der Anpfiff von Schiedsrichter Deniz Aytekin ertönte, war eines klar: Das Schweigen auf den Fantribünen hat ein Ende. Sowohl die heimischen Anhänger als auch die rund 2500 mitgereisten FC-Freunde in der vollen Gästekurve machten lautstark Stimmung für ihre Teams.

Der FC, der in der zweiten Pokalrunde mit Mühe und Not erst im Elfmeterschießen den Regionalligisten Wormatia Worms ausgeschaltet hatte, begann hoch konzentriert und machte die Räume in der eigenen Hälfte zu Beginn dicht. So hatten in der 8. Minute sogar die Kölner die erste Gelegenheit, doch ein Freistoß von Matuschyk landete direkt in den Armen von VfB-Torhüter Sven Ulreich. Auf der anderen Seite wirkte der Erstligist aus Stuttgart in seinen Offensivbemühungen ideenlos.

Erst in der 22. Minute musste FC-Schlussmann Kessler zum ersten Mal ernsthaft eingreifen und dies gleich mit einer Glanztat. Nach einem Kopfball von VfB-Torjäger Vedad Ibisevic kratzte Kessler den Ball aus dem rechten Eck. Zuvor hatte der Kölner Defensiv-Verbund erstmals eine Unsicherheit gezeigt.

Und die zweite folgte zugleich - mit weitreichenden Folgen. Nach einer Ecke und einem Zuordnungsfehler der Gäste konnte Christian Gentner in der 31. Minute unbedrängt die 1:0-Führung für die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia erzielen. Eine einzige Unachtsamkeit hatte die gute Leistung der Geißböcke in den ersten 30 Minuten bestraft.

Das Tor war der Weckruf für die Hausherren, die schlagartig ihre Qualität entdeckten und vier Minuten später nachlegten. Nach einem Handspiel von Jonas Hector im eigenen Strafraum, versenkte Ibisevic den Ball anschließend eiskalt vom Elfmeter-Punkt zum 2:0. Wenig später scheiterte Gotoku Sakai noch an Kessler. Auf der Gegenseite fand Clemens mit der besten Gelegenheit der Kölner vor dem Seitenwechsel in Ulreich (42.) seinen Meister.

Die Stanislawski-Elf versuchte es in Durchgang zwei noch einmal, doch wie schon in einigen Szenen zuvor kam Anthony Ujah, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, auch in der 47. Minute einige Schritte zu spät. Nicht zu spät kam wenig später Mato Jajalo, doch er vergab freistehend die große Chance zum Anschlusstreffer.

Doch eins wurde klar: Der Außenseiter wollte sich nicht so einfach geschlagen geben. Doch mit zunehmender Spielzeit gewannen die Platzherren wieder die Oberhand, daran konnte auch die Einwechslung von Kacper Przybylko als zweitem Stürmer bei den Geißböcken nichts mehr ändern. Pech hatte allerdings Jajalo, der mit einem Freistoß aus 25 Metern nur die Latte traf (74.). Aber dann passierte es doch und Clemens traf zum 1:2 (80.). Dabei blieb es.

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