Tipps zur Praktikumssuche | GA-Bonn

Tipps zur Praktikumssuche

HAMBURG.  Studenten sollten sich genau überlegen, was sie von einer Hospitanz erwarten

Große oder kleine Firma? Vier Wochen oder ein halbes Jahr? Bei der Suche nach einem guten Praktikum stellen sich Hochschülern viele Fragen. Doch wie finden Studenten das Praktikum, das sie den entscheidenden Schritt weiterbringt?

"Am wichtigsten ist es, dass ich die Ziele des Praktikums vorher abkläre", sagt Svenja Hofert, Berufsberaterin in Hamburg. Viele suchten getreu dem Motto "egal was" und lernten dann auch "egal was". Gut sei, wenn Hochschüler reflektieren, was sie mit der Hospitanz erreichen wollen. Das könnten im Verlauf des Studiums ganz verschiedene Zwecke sein.

In den ersten Semestern dienen Praktika vor allem der Orientierung. Dabei sollten auch unterschiedliche Bereiche ausprobiert werden, rät Marianne Jaehnike, Berufsberaterin für akademische Berufe der Arbeitsagentur in Münster. Je weiter Hochschüler im Studium sind, desto spezifischer sollten die Praktika sein. So werden dann am besten Praxiserfahrungen in den Bereichen gesammelt, die auch Schwerpunkte im Studium sind.

Generell sollten Hochschüler darauf achten, dass sie in der Hospitanz nicht nur Routinen wie Kaffee kochen erledigen. "Es handelt sich bei einem Praktikum um ein Lernverhältnis", sagt Stefanie Geyer vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Sie empfiehlt, zu Beginn eine Vereinbarung zu schließen, in der festgehalten wird, was erlernt werden soll. Zudem sollten Praktikanten regelmäßig Feedback zu ihrer Arbeit erhalten. Ideal sei, wenn ein Ansprechpartner benannt werde, so Geyer.

Viele Studenten fragen sich zudem, ob sie das Praktikum in einem kleinen oder in einem großen Betrieb machen sollten. Geyer rät: Wer gerne in möglichst viele Arbeitsprozesse eingebunden sein möchte, ist in einem kleineren Betrieb besser aufgehoben. In größeren Firmen sei eher die Spezialisierung auf einen Fachbereich möglich. Studenten sollten auch die Länge des Praktikums von seinem Zweck abhängig machen. Wer nur in eine Branche hineinschnuppern will, muss nicht monatelang hospitieren.

Sind längere Praktika zu gering bezahlt, werden sie schnell zur finanziellen Herausforderung. Andererseits können sich zum Beispiel in der Medienbranche unbezahlte Hospitanzen sogar lohnen. Denn hier sind Netzwerke und Kontakte besonders wichtig. Normalerweise sollte aber zumindest eine Aufwandsentschädigung Teil des Praktikumsvertrags sein. "Das wären zwischen 300 und 400 Euro, aber es gibt keine Verpflichtung dazu", erklärt Jaehnike.

Ein gutes Praktikum zeichnet aus, dass es am Ende ein Zeugnis gibt. Personaler interessiert bei Bewerbern, welchen Eindruck sie bei Arbeitgebern hinterlassen haben. Zeugnisse sind ein wichtiger Anhaltspunkt.

Wie viele Hospitanzen sind sinnvoll? "Bis zum Bachelor-Abschluss zwei oder drei", sagt Jaehnike. Je nach Studienrichtung lohne sich auch ein Praktikum im Ausland - besonders für jene, die in internationalen Strukturen arbeiten möchten. dpa

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