"Eurythmie" an der Alanus Hochschule: Harmonie des Unerwarteten | GA-Bonn

"Eurythmie" an der Alanus Hochschule

Harmonie des Unerwarteten

Alfter.  Ganz nah: In der Eurythmie geht es darum, sein Ich und den Raum in Einklang zu bringen
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Harmonische Bewegungen: Tanz als Suche nach sich selbst und der räumlichen Vollkommenheit.
												Foto: Andrea Künstle

Harmonische Bewegungen: Tanz als Suche nach sich selbst und der räumlichen Vollkommenheit. Foto: Andrea Künstle

ALFTER. "Es ist keine Frage von Zeit, sondern von Geistesgegenwart", ruft Stefan Hasler. "Und nun: neu erstrahlt, neu erfrischt, das Ganze noch mal." Er streckt seinen Arm mit einer eleganten Bewegung zur Seite, und Victor Moser spielt auf dem schwarzen Bechsteinflügel ein paar Takte aus einer Sonate von Schubert an. Die jungen Frauen in den langen weißen Gewändern mit den Tüllumhängen drehen sich, öffnen und schließen ihre Arme und nehmen den Raum ein. Der Raum: ein Tanzsaal in einem gläsernen Kubus auf der Alfterer Höhe. Für den atemberaubenden Blick über die strahlend-bunte Herbstlandschaft, die die Köln-Bonner Bucht längst erobert hat, scheinen sie keinen Blick zu haben.

Die Eurythmie, die Lehre von der schönen Bewegung, ist an der Alanus Hochschule vielleicht das Fach, das am stärksten gegen Klischeevorstellungen kämpfen muss. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Bestandteil der Hochschule, in der das Denken in großen Zusammenhängen eine Leitidee ist. "Und darum geht es in der Eurythmie", so Hasler, Deutschlands erster Professor dieses Faches. "Wie lasse ich mich auf neue Räume ein? Es ist die Auseinandersetzung und die Begegnung mit dem Unerwarteten, dem Neuen." Erkenntnisse, die etwa auch für Architekturstudenten von Bedeutung sind. ca

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