Glatte Straßen erwartet

Winterdienst bunkert 270 Tonnen Salz

Die Streufahrzeuge vom Kolonnenführer der Straßenabteilung, Willi Rieder (links), sind einsatzbereit – sehr zur Freude seines Chefs Markus Sturm, Leiter des Baubetriebshofes.

Die Streufahrzeuge vom Kolonnenführer der Straßenabteilung, Willi Rieder (links), sind einsatzbereit – sehr zur Freude seines Chefs Markus Sturm, Leiter des Baubetriebshofes.

Wachtberg. Der Baubetriebshof kümmert sich mit eigener Fahrzeugflotte um Wachtbergs Straßen. Ab einer Außentemperatur von zwei Grad Celsius fährt ein Einsatzleiter eine vorgegebene Strecke ab.

„Die Welt sieht wie gepudert aus“, heißt es in einem der wohl berühmtesten Kinderlieder der letzten Jahrzehnte. Derzeit zeigt sich das Wetter über dem Rheinland aber eher grau in grau – das letzte Mal geschneit hat es Ende des vergangenen Jahres. Doch statt liegenzubleiben, verwandelte sich der weiße Zauber innerhalb weniger Tage zunächst in eine unansehnliche Matschsuppe und verschwand anschließend ganz.

Nach einer mehr oder minder weiß getünchten Woche Anfang Dezember war es also vorbei mit dem Winterwunderland. Trotz der aktuellen Wetterlage mit ihren eher milden Temperaturen hält sich der Winterdienst in Wachtberg laut Gemeindeverwaltung aber stets bereit, sollte Väterchen Frost doch noch einmal zuschlagen.

„Ab einer Außentemperatur von zwei Grad Celsius fährt ein Einsatzleiter eine vorgegebene Strecke ab“, erklärt Markus Sturm, Leiter des Baubetriebshofs in Berkum. „Bei Glättebildung, Schneefall oder ähnlichem werden bis spätestens vier Uhr morgens die Kollegen informiert, die entsprechend reagieren.“ Insgesamt kümmern sich 16 Mitarbeiter des Baubetriebshofs um den Winterdienst, die zwischen vier Uhr morgens und acht Uhr abends in Bereitschaft sind.

Darüber hinaus übernimmt eine Fremdfirma den sogenannten Handstreudienst, der sich außerhalb der regulären Arbeitszeiten des Betriebshofs um die Gehwege kümmert und diese von Schnee und Eis befreit. Dabei betreut der Handstreudienst circa 4500 Meter Gehwege, was zunächst wenig klingt. „Zu beachten ist hier aber die Gemeindesatzung“, sagt Margit Märtens, Pressesprecherin der Gemeinde Wachtberg. „Nach dieser ist der Winterdienst auf den Gehwegen zu großen Teilen auf die Anlieger übertragen.“

Streupflicht besteht für die Gemeinde und Privatleute

Für die Gemeinde bestehe laut Märtens eine Streupflicht auf den gemeindeeigenen Fußwegen innerhalb geschlossener Ortschaften. Jedoch sei die Kommune nicht verpflichtet, das gesamte Gehwegenetz zu behandeln. Hier erfolgt der Streudienst nach einer Prioritätenreihenfolge, zum Beispiel auf Schulwegen. Ähnliches gelte für das Straßennetz. „In Wachtberg belaufen sich die Gemeindestraßen auf insgesamt 85 Kilometer, wobei hier die Strecken in unterschiedliche Prioritäten unterteilt sind“, erklärt die Pressesprecherin. „33 Straßenkilometer haben vorderste Priorität, das sind Hauptverkehrsstraßen und Busstrecken. Darüber hinaus gibt es 52 Straßenkilometer, die reine Wohnstraßen sind und die ebenfalls behandelt werden.“

Für diese 85 Kilometer langen Wege steht auf dem Gereonshof für den Fall eines plötzlichen Wintereinbruchs eine eigene Fahrzeugflotte zur Verfügung. „Auf den Straßen sind nach Bedarf bis zu vier Fahrzeuge im Einsatz“, so Sturm. „In der Regel werden für den Winterdienst aber nur drei Fahrzeuge auf den Gemeindestraßen eingesetzt, nämlich zwei Unimogs und ein Schmalspurtraktor.“

In den vergangenen Wochen und Monaten sind die PS-starken Salzstreuer aber nur selten in Wachtberg zum Einsatz gekommen. „Sechsmal sind wir im Dezember ausgerückt“, sagt Sturm. Wie wenig der Winterdienst im Moment zu tun hat, zeigt auch ein Blick ins Salzlager: Mit 270 Tonnen ist die Lagerhalle auf dem Gereonshof fast komplett gefüllt. „Diese Menge reicht für sieben bis neun Einsatztage“, so Sturm. Kommende Woche soll es übrigens wieder richtig kalt werden. Laut aktuellem Wetterbericht werden Temperaturen um den Gefrierpunkt erwartet. „Wir sind in jedem Fall einsatzbereit“, sagt Sturm.