Ponyhotel Pech wird abgerissen

Wiesenau soll Seniorenresidenz werden

Pech. Das Konzept des Eigentümers sieht vor, das Gasthaus, die Reithalle und die Nebengebäuden abzureißen und dann neu zu bauen. Außerdem soll der Compbach renaturiert werden.

Bis Ende Oktober 2015 herrschte in der Wiesenau noch Hotelbetrieb, seit November 2015 wird das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Nun zeichnet sich ab, was danach mit dem rund 8600 Quadratmeter großen Areal an der Pecher Hauptstraße geschehen könnte. Der Eigentümer der Wiesenau plant, das Hotel samt Reitanlage abzureißen und an ihrer Stelle eine Seniorenresidenz mit betreutem Wohnen zu bauen. Nun liegt ein erstes Konzept vor, das die Projektentwickler Manfred Noisten und Michael Ginster mit Stadtplaner Detlef Naumann am Dienstag, 20. Juni, dem Planungs- und Umweltausschuss vorstellen.

Geplant ist, dass – wie bisher auch – ein Hauptgebäude an der L 158 errichtet wird und so „weiterhin den Eingangsbereich dominiert“, heißt es in dem Konzept. Die Häuser, die dahinter gebaut werden, sollen sich „so zur vorhandenen Wohnbebauung abstaffeln, dass hier der bauliche Zusammenhang erkennbar wird“. Diese sollen als Stadtvillen konzipiert und in überschaubaren Wohngruppen zusammengefasst werden.

Was die Grundfläche angeht, wird sich nicht viel ändern. Nehmen Gasthaus, Reithalle und Nebengebäude insgesamt 2230 Quadratmeter ein, werden die Seniorenwohnungen auf 2280 Quadratmetern errichtet. Alles in allem aber wird mehr Wohnraum zur Verfügung stehen: Die Fläche der Geschosse steigt von 3140 auf 6840 Quadratmeter. Doch wie kann das sein, wenn sich an der Größe der Gebäude nichts ändern soll? „Der Kubus der Reithalle ist nicht mit Wohnungsbau vergleichbar“, erläutert Naumann. Diese sei circa neun Meter hoch, entspreche damit also eher einem dreigeschossigen Gebäude. Aus einer eingeschossigen Halle wird somit ein Haus mit drei Etagen. So erklärt sich, dass zwar die Geschoss-, nicht aber die Grundfläche steigt.

Die Idee stammt von 2015

Darüber hinaus sieht das Konzept vor, einen Fußweg nach Pech zu installieren und den Compbach zu renaturieren. Dieser verlaufe derzeit teilweise verrohrt unter der Reithalle, so Naumann. Außerdem sei vorgeschrieben, dass dort, wo er noch freiliegt, beidseitig mindestens fünf Meter Rand vorhanden sein soll. „Das ist gar nicht der Fall, die Parkplätze reichen direkt an den Compbach heran.“ Ziel ist, den Bach komplett frei zulegen und die Gewässerränder naturnah zu gestalten.

Die Idee, Seniorenwohnungen in der Wiesenau zu installieren, stammt von 2015. Damals hatte der Eigentümer seine Pläne vorgestellt, Kreis und Bezirksregierung als übergeordnete Behörden hatten Einwände. Und wünschten sich, dass sich die Größe der Neubauten am Bestand orientiert, der Bach umgestaltet und die Wegeverbindung hergestellt wird. Diese Anregungen wurden eingearbeitet. Ob die beiden Behörden nun grünes Licht geben, wird sich zeigen. Zunächst ist der Planungsausschuss gefragt. Stimmt er zu, stellt die Gemeinde dem Kreis und der Bezirksregierung das Konzept vor.