Rundgang in Ließem

Viele triste Ecken am Köllenhof

Sieht Verbesserungsbedarf: Beigeordneter Jörg Ostermann (l.) mit Anwohnern des Köllenhofs auf Rundgang durchs Wohngebiet.

Sieht Verbesserungsbedarf: Beigeordneter Jörg Ostermann (l.) mit Anwohnern des Köllenhofs auf Rundgang durchs Wohngebiet.

Ließem. Der Köllenhof atmet mit seiner kubischen Flachdach-Architektur, die langsam wieder in Mode kommt, den Geist der 1970er. Das Wohngebiet ist in die Jahre gekommen, wie ein Rundgang der Gemeinde Wachtberg zeigte.

Im Rahmen des Sanierungsmanagements „KlimaQuartier Köllenhof“ will die Gemeinde auch den öffentlichen Raum aufwerten. Der Beigeordnete Jörg Ostermann hatte Bürger eingeladen, ihm sowie Severine Nicolaus und Katharina Chatterjee vom beauftragten NC-Architekturbüro mitzuteilen, wo es ihrer Meinung nach hakt.

Auf dem Köllenhof Ecke Am Pfirsichhang: Besonders an dieser Stelle kommt es den Anwohnern zufolge oft zu Verkehrsbehinderungen durch Falschparker. Die fielen auch am Wendehammer Am Pfirsichhang immer wieder unangenehm auf. Weiterhin würden Autofahrer die Kurve an der Straßeneinmündung gerne schneiden.

Der öffentliche Platz, versteckt zwischen den Wohnhäusern, ist „nicht sehr belebt, weil nicht sehr beliebt“, wie es eine Ließemerin formulierte. Unter einem Baum stehen zwei alte Bänke, der Boden ist mit Kies bestreut. Der Spielröhre, die dort einmal stand, trauern die Anwohner hinterher, dem Sandkasten allerdings nicht:

Der sei ein reines Katzenklo gewesen. Einige Teilnehmer regten an, dort eine Boule-Anlage einzurichten. Der Baum in der Mitte würde dabei nicht stören, hieß es, man müsste allerdings den Bereich mit etwas umranden, das keinen großen Lärm mache, wenn die Boulekugeln dagegen schlagen. Der Vorschlag: Dafür wären Autoreifen am besten geeignet.

Der Spielplatz Auf dem Köllenhof bietet einen traurigen Anblick. Kein Sand, nur weißer Kies am Boden, einige Balance-Geräte, eine Schaukel ohne Schaukeln und ein Spielgerät, an das sich der zehnjährigen Rubina zufolge die Kinder nicht mehr ran trauen, weil es so quietscht und wackelt. Dort soll etwas gemacht werden, sagte ein Anwohner, aber der Spielplatz stehe auf der Prioritätenliste nicht weit oben.

Da das die einzige öffentliche Spielfläche auf dem Köllenhof ist – für den nicht viel attraktiveren Spielplatz vor dem derzeit renovierten Vonovia-Gebäude ist das Immobilienunternehmen zuständig – wünschte er sich, dass schneller etwas geschehe, zumal immer mehr junge Familien mit Kindern dorthin zögen.

Die Treppe zur Fußgängerbrücke über den Wittgesbach nach Lannesdorf besteht aus glatten Bahnschwellen, die Rutschgefahr darstellen. Auf Bonner Seite wurde diese erkannt und gebannt, auf Wachtberger Seite muss man noch sehr vorsichtig sein.

Auf dem Köllenhof wurde über eine Verkehrsberuhigung wegen spielender Kinder nachgedacht. An der Schulbus-Haltestelle beobachten Anwohner immer wieder, dass Fahrzeuge trotz Markierung direkt davor parken. Wenn dann noch Mülltonnen rausgestellt seien, würden die Kinder in dritter Reihe warten. Mitunter werde bei schlechtem Wetter Sperrmüll im Unterstand abgeladen, dann stünden die Kinder im Regen.

Im Anschluss hatten die Bürger im Köllenhof bei Gulaschsuppe Gelegenheit, mit Ostermann bestimmte Themen zu vertiefen. Der nahm viele Anregungen auf und stellte fest: An einigen Stellen besteht dringender Handlungsbedarf.