Der Breitensport geht vor

Verein Leichtathletik Wachtberg fehlt Trainingsanlage

Start zum 50-Meter-Lauf: In Zweier-Gruppen wird das schnelle Loslösen vom Startblock geübt.

Start zum 50-Meter-Lauf: In Zweier-Gruppen wird das schnelle Loslösen vom Startblock geübt.

WACHTBERG. Seit der Gründung im September ist der Verein Leichtathletik Wachtberg schnell gewachsen. Was ihm jedoch fehlt: eine geeignete Trainingsanlage auf Wachtberger Gebiet.

Wenn sich Joachim Lengrüsser etwas zum einjährigen Bestehen seines Vereins Leichtathletik Wachtberg wünschen dürfte, wäre seine Wahl schnell gefallen: Eine leichtathletische Anlage auf Wachtberger Gebiet, die über Laufbahnen verfügt sowie die Möglichkeit zum Hochsprung oder Diskuswurf bietet. Etwas Vergleichbares sucht man in der Gemeinde vergebens, weshalb der Verein seit der Gründung im September vergangenen Jahres teilweise auf den Sportplätzen in Remagen oder Plittersdorf trainiert. „Überall wurden zuletzt Kunstrasenplätze gebaut, aber die leichtathletischen Anlagen sind total vernachlässigt worden“, meint der Vorsitzende und Trainer Lengrüsser.

Doch trotz der erschwerten Trainingsmöglichkeiten hat sich Leichtathletik Wachtberg gut entwickelt. Nach der Abspaltung von der Leichtathletikvereinigung Bad Godesberg konnte der Verein viele neue Mitglieder gewinnen. „Bei der Gründung waren wir zu siebt, mittlerweile haben wir rund 50 Mitglieder“, sagt Lengrüsser. Ein Großteil davon sind Kinder, von denen einige schon bei der LAV Bad Godesberg unter ihm trainiert haben. Ihnen bietet der Verein neben den klassischen Laufdisziplinen auch die Möglichkeit, Stabhochsprung oder Hammerwerfen auszuprobieren.

Kooperation mit TV Remagen

Zu Gute kommt den Wachtbergern eine Kooperation mit dem TV Remagen, die kurze Zeit nach der Vereinsgründung zustande kam. Da diese über eine entsprechende Anlage im Stadion „Goldene Meile“ in Remagen verfügen, suchte Lengrüsser früh den Kontakt zu den Nachbarn. „Wir stellen momentan die Trainer und der TV Remagen die Ressourcen“, beschreibt der 56-Jährige die Grundzüge der Zusammenarbeit. In der Regel wird zweimal in der Woche dort trainiert, hinzu kommen Einheiten im Stadion Plittersdorf, auf dem Villiprotter Sportplatz und dem Beachvolleyballfeld am Schulzentrum in Berkum.

Bei der Arbeit mit den Kindern verfolgt Lengrüsser, der für die Grünen im Wachtberger Gemeinderat sitzt, eine klare Philosophie: „Unser Konzept richtet sich an den Breiten- statt den Spitzensport. Wir wollen Kinder vor allem von Bewegungsdefiziten bewahren.“ Diese treten laut Lengrüsser heutzutage immer häufiger auf. „Ich sehe immer wieder, dass die Kinder nachmittags müde sind und dann keine Lust mehr haben, sich zu bewegen“, sagt er. Wichtig ist ihm auch die Teilnahme an Wettkämpfen, die für ihn einen pädagogischen Zweck erfüllen: „Die Kinder sollen sich Prüfungssituationen aussetzen, die aber keinen Stress, sondern Spaß hervorrufen.“ Dadurch verspricht sich Lengrüsser, der in vielen Wurfdisziplinen aktiv ist, eine positive Auswirkung auf die Schulnoten seiner Nachwuchssportler. Zuletzt nahm der Verein am Pfingstsportfest des LAZ Puma Rhein-Sieg und dem Hönninger Volkslauf teil.

Angebot für Erwachsene

Lengrüsser will mit dem Verein aber nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen ein Angebot zum Sport treiben bieten. Dabei hat der Vorsitzende besonders die ausgefallenen Disziplinen des Rasenkraftsports im Sinn: Ähnlich wie bei den aus Schottland bekannten Highland-Games werden schwere Gegenstände mit verschiedenen Techniken möglichst weit geworfen. „Das richtet sich vor allem an Leute, die als Ausgleich zur Arbeit keine Lust auf Joggen oder Radfahren haben“, so Lengrüsser. Sein Wunsch ist, dass der Verein in Zukunft noch einige Mitglieder gewinnen kann – verbunden mit der Hoffnung auf eine leichtathletische Anlage in Wachtberg.

Weitere Informationen unter www.leichtathletik-wachtberg.de oder nach einer E-Mail an leichtathletik-wachtberg@gmx.de