Wachtberger Kulturwochen

Tschaikowsky in der Reithalle

Ausweichort Reithalle: Eigentlich sollte der Abschluss der Wachtberger Kulturwochen auf der Burg Gudenau stattfinden. Diese war jedoch beim Unwetter am 20. Juni stark beschädigt worden.

WACHTBERG. Wo findet man in einer Gemeinde wie Wachtberg spontan Platz für zwei Orchester mit zusammen mehr als 70 Musikern? Vor genau dieser Frage stand Nicole Wagner, Vorsitzende des Vereins Wachtberger Jugendorchester, die mit den Verantwortlichen des Wachtberger Kammerorchesters am Sonntag zum 17. Anton-Raaf-Konzert eingeladen hatte. Das sollte eigentlich wie immer auf der Burg Gudenau stattfinden.

 Doch daraus wurde nichts: Das schwere Unwetter am 20. Juni hatte die Burg so stark geschädigt, dass an ein Konzert dort nicht zu denken war. Doch kurzfristig fanden Wagner und ihre Mitstreiter noch eine Ausweichmöglichkeit der ungewöhnlichen Art: Statt einer Burgremise wurde dieses Mal eine Reithalle zum Konzertsaal umfunktioniert. Der Reitverein Oberbachem um seinen Vorsitzenden Franz Höllen machte es unbürokratisch möglich.

Nicole Wagner hatte recht: Die lichtdurchflutete Reithalle in der Grube Laura besaß schon ein ganz eigenes Flair als Konzertort. Nicht nur, dass sich Dirigent Hans Werner Meurer und die Zuschauer in jenen Spiegeln sehen konnten, die sonst eigentlich als Korrekturhilfe für Dressurreiter gedacht sind. Zudem war auch der Ausblick der Konzertgäste durch die großen Hallenfenster ins satte Grün ein eher ungewöhnliches Vergnügen.

So erwies sich der eher aus der Not geborene Konzertsaal in rustikalem Ambiente als durchaus würdiger Rahmen für den Abschluss der 7. Wachtberger Kulturwochen. Die waren aus Sicht von Bürgermeister Theo Hüffel ohnehin wieder ein Erfolg. Hüffel zählte rund 60 Veranstaltungen über zwei Wochen. Dabei war er auch guter Hoffnung, die Besucherzahl aus dem letzten Jahr noch zu toppen. Zu Erinnerung: 2012 kamen rund 8000 Kulturfreunde zu den Veranstaltungen. Warum die Reihe so bliebt ist, erklärte Hüffel so: "Hier wird Kultur von Wachtbergern für Wachtberger gemacht."

Und das auch auf ansprechendem Niveau, wie Konzertleiter Meurer und seine Musiker am Sonntag einmal mehr unter Beweis stellten. Dort, wo sonst Hannoveraner und Westfalen lernen, fehlerfrei Hindernisse zu überwinden, erwartete die Zuhörer gekonnt interpretierte Klassik von Peter Tschaikowsky und Max Bruch. Zudem moderne Klänge wie die Filmmusik zu "Herr der Ringe" und "Der Fluch der Karibik".

Auch die Solistinnen Birgitta Winnen (Violine) und Regula Sager (Viola) wussten zu überzeugen.