Fehlender Handy-Empfang

Telekom will Funkloch in Fritzdorf stopfen

„Der Handyempfang in Fritzdorf ist katastrophal“, sagt Ortsvertretungs-Chef Joachim Heinrich.

„Der Handyempfang in Fritzdorf ist katastrophal“, sagt Ortsvertretungs-Chef Joachim Heinrich.

Wachtberg-Fritzdorf. Ende des Monats kommt ein mobiler Funkmast an die Mehrzweckhalle Fritzdorf. Das dürfte den Handy-Empfang im Ort wesentlich verbessern, denn die Verbindungen sind bis jetzt sehr schlecht.

Die Fritzdorfer kennen das: Wer im Dorf unterwegs ist, braucht sein Mobiltelefon eigentlich gar nicht in der Tasche zu haben – je nachdem, bei welchem Anbieter er Kunde ist. Der Empfang „ist katastrophal“, sagt Joachim Heinrich (CDU), Vorsitzender der dortigen Ortsvertretung. Gute Nachrichten gibt es nun von der Telekom, die noch in diesem Monat einen mobilen Mobilfunkmast zwischen Mehrzweckhalle und Feuerwehrhaus aufstellen will.

Heinrich kann sich noch gut an die Straßenfeste der KG Grün-Gelb in der Schmiedegasse erinnern, wo es so gut wie keinen Empfang gebe. „Das ist besonders prekär bei Notrufen“, sagt der Politiker. Als Vorsitzender des Tambourcorps Edelweiss kennt er es auch, wenn bei den Proben im Jugendheim plötzlich ein Handy schellt und die Musiker fürs Telefonieren ständig für einen ausreichenden Empfang hin- und herrennen müssen. Das Internet sei bei schwachem Netz dann auch nicht erreichbar. Heinrich sieht Defizite bei allen Mobilfunkanbietern, Vodafone sei da noch am stärksten.

Der Abgeordnete kann sich noch gut daran erinnern, dass schlechte Handyverbindungen schon 2009, als er in den Rat zog, ein Thema waren. Im Jahr davor, als der DSL-Ausbau anstand, habe es schon mal eine Unterschriftenaktion gegen einen Mobilfunkmast gegeben. Das bestätigt auch Wachtbergs Beigeordneter Swen Christian. „Danach gab es lange Zeit keine Bewegung“, sagt er. Die Verwaltung habe aber in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, eine Verbesserung herbeizuführen. Aber erst die Gespräche in der zweiten Jahreshälfte 2018 hätten zum Erfolg geführt.

„Der Ortsteil Fritzdorf befindet sich in einen der berühmten weißen Flecken“, sagt Telekom-Sprecher André Hofmann. Um den zu beseitigen, müssten im Dorf Antennen aufgestellt werden. „Wir befinden uns noch im Planungsstadium, und die Realisierung und Inbetriebnahme des endgültigen Standortes ist dementsprechend nicht zeitnah möglich.“ Man rechne, dass dies erst Ende des Jahres der Fall sein wird. Deshalb wolle man den Kunden nun das Provisorium anbieten: Der mobile Mast soll Ende Januar in Betrieb gehen. Laut Telekom gebe es auf der Straße beim Netz derzeit GSM-Qualität. Mit dem mobilen Mast soll sich die Qualität enorm verbessern, sodass auch in Gebäuden neben einer bessern GSM- eine LTE-Versorgung (Mobilfunkstandard der dritten Generation) möglich sein soll.

Christian lobt die konstruktive Zusammenarbeit mit Klaus Werner und Frank Harksel von der Telekom. Heinrich und auch Hendrik Teriete, Vorsitzender des Ortsfestausschusses, sind mit dem Standort an der Mehrzweckhalle zufrieden. Der mobile Funkmast wird dort auf einem Anhänger stehen und mit einem Bauzaun gesichert.

„Die Gemeinde Wachtberg erhält für die Bereitstellung ihres Grundstücks eine Jahresmiete im vierstelligen Bereich, anfallende Stromkosten werden erstattet. Kosten entstehen der Gemeinde somit keine“, so Christian. „Das Vodafone-Mobilfunknetz in Wachtberg und speziell auch in Wachtberg-Fritzdorf befindet sich dank hoher Investitionen bereits in einem sehr guten Zustand“, teilt Unternehmenssprecher Volker Petendorf mit. In den besiedelten Gebieten gebe es sechs Mobilfunkstandorte, zwei für Fritzdorf. So habe im Prinzip jeder im Freien Empfang. Auch LTE sei möglich.

Wie berichtet, soll im Sommer ein weiterer Mobilfunkmast zwischen Adendorf und Fritzdorf aufgestellt werden. Der spanische Mobilfunkanbieter Telefónica (O 2-Netz) erhielt bereits im April 2018 vom Planungs- und Umweltausschuss einen positiven Bescheid. Für Heinrich sind all die angekündigten Verbesserungen „mehr als überfällig und heiß herbeigesehnt“.